Start Interview „Es besteht noch viel Raum für weitere Lösungen“

„Es besteht noch viel Raum für weitere Lösungen“

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Specketer

Sascha Specketer leitet bei Source den Vertrieb für Deutschland und Österreich. Vor seiner Tätigkeit arbeitete er als Aktienanalyst bei Bear Stearns und betreute europäische Telekomunternehmen. In diesem Interview steht der ETF-Profi Rede und Antwort.

Seit wann beschäftigen Sie sich mit ETFs?

ETFs als Anlageinstrument haben mich bereits während des Studiums interessiert. Beruflich beschäftige ich mich seit 2008 mit ETPs.

Was fasziniert Sie an ETFs/ETCs?

ETPs verbinden viele Vorteile eines transparenten und kostengünstigen Investments. Der Börsenhandel und die damit verbundene Liquidität sowie die Transparenz und Flexibilität bei der Orderausführung sind die Kernargumente, die für ETPs sprechen. Investoren haben die Möglichkeit, mithilfe von ETFs ein Portfolio zusammenzustellen, welches auf eine globale Asset-Allokation ausgerichtet ist.

Welche Trends sehen Sie aktuell in der ETF-Industrie?

Wir sehen einen Trend, der weg von klassischen, passiven Anlagestrategien und hin zu „intelligenten Investmentlösungen“ oder auch aktiven Strategien geht. Während es bei Aktien etablierte Basiswerte gibt und ETFs häufig als marktneutrales Investment eingesetzt werden, gibt es auf den Rentenmärkten eine Vielzahl von unterschiedlichen Indizes, die allerdings ein ähnliches Wertpapieruniversum abbilden. Hier können wir einen Mehrwert über die Indexkonstruktion bieten. Denn auf diesem Weg können Performance- und Handelsverbesserungen für den Anleger erzielt werden.

Welche ETFs / ETCs fehlen derzeit?

Wir zählen derzeit über 2.000 ETPs in Europa mit einem Gesamtvolumen von 258 Mrd. Euro. Auf den ersten Blick scheint diese hohe Produktzahl auszureichen. Da aber viele ETFs den gleichen Markt bzw. Index abbilden, besteht noch viel Raum für weitere Lösungen.

Haben Sie selbst ETFs / ETCs in Ihrem Portfolio? Wenn ja, welche?

Wie viele Anleger habe ich selbst ein ausgewogenes Portfolio bestehend aus Aktien und einigen ETPs. Ich versuche mein Portfolio zu diversifizieren und überlege derzeit meine Rohstoffpositionen insbesondere im Bereich physischer Edelmetalle wie z. B. Gold weiter auszubauen.

Welchen ETF sollte man unbedingt haben?

Aus meiner Sicht sollten Anleger besonders auf die Diversifikation ihres Portfolios über mehrere Assetklassen hinweg achten. Über die letzten Jahre konnten wir ein Ansteigen der sogenannten Cross-Asset-Korrelationen beobachten, was zu einer Reduzierung von Diversifikationsvorteilen führte. Hier kann es ratsam sein, einen Anteil in alternative Investments zu investieren, die eine geringe Korrelation zu üblichen Assetklassen aufweisen.

Auf welchen ETF könnte man verzichten?

Eine Aussage auf diese Frage in Bezug auf einzelne Strategien würde bedeuten, einen Wettbewerber direkt zu kritisieren, daher unterlasse ich das. Jeder Anbieter muss für sich entscheiden, welche Strategien erfolgreich vom Markt aufgenommen werden und welche eventuell nicht ausreichendes Investoreninteresse finden. Aus Sicht des Anlegers kann ein größeres Angebot nur positiv sein.

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Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.
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