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Es fehlen noch mehr Short ETFs

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Götz J. Kirchhoff Short ETFs

In unserer neuen Rubrik stehen Profis der ETF-Industrie Rede und Antwort. Den Start übernimmt einer der Gründerväter der europäischen ETF-Industrie. Götz J. Kirchhoff von der AVANA Invest GmbH.

Seit wann beschäftigen Sie sich mit Exchange Traded Funds (ETFs)?

Seit Januar 2000, als ich mit der Gründung der INDEXCHANGE Investment AG betraut wurde.

Was fasziniert Sie an ETFs?

Es klingt zwar mittlerweile etwas abgedroschen, aber ETFs sind einfach, transparent und fair. Diese Eigenschaften sollten alle Finanzinstrumente zum Wohle des Anlegers auszeichnen.

Welche Trends sehen Sie in der ETF-Industrie?

Von dem „einfach“ abzurücken und es wie in der Zertifikateindustrie „kompliziert“ und „unverständlich“ für den Investor zu gestalten.

Welche ETFs fehlen derzeit?

Mehr Short ETFs, um auch an negativen Marktphasen positiv partizipieren zu können, nicht um Portfolios oder Teilportfolios gegen Kursverluste und Marktrisiken abzusichern (zu hedgen). Short ETFs sind keine Absicherungsinstrumente.

Haben Sie selbst ETFs in Ihrem Portfolio? Wenn ja, welche?

Ja natürlich, aber ich konzentriere mich nur noch auf ETF-Dachfonds wie z. B. unseren AVANA IndexTrend Europa Dynamic, weil hier ETFs und Risikomanagement miteinander verbunden werden.

Welchen ETF sollte man unbedingt im Depot haben?

Den iShares eb.rexx Government Germany.

Auf welche ETFs könnte man Ihrer Meinung nach gut verzichten?

Generell auf ETFs, die intransparent sind, wie z. B. gehebelte ETFs.

Über welchen Handelsplatz kauft man am besten ETFs?

Als Münchner über MAX-ONE oder über XETRA, aber stets mit Handelslimit.

Welches Thema wird die Börse in einem halben Jahr beschäftigen?

Die Nachwehen der Finanzmarktkrise, insbesondere die hohe Staatsverschuldung und die hohen Kreditrisiken der Banken.

… und wo steht dann der DAX?

Dies ist ganz einfach zu beantworten, entweder höher oder tiefer als heute.

Welchen ETF würden Sie für Ihre Kinder oder Patenkinder kaufen?

ETFs auf den MSCI Emerging Markets Index, aber noch lieber einen ETF-Dachfonds auf die Emerging Markets mit Risikomanagement, denn auch bei einem langfristigen Anlagehorizont ist striktes Risikomanagement unerlässlich und fördert den Anlageerfolg erheblich.

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