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ETF für risikobewusste Anleger

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thomas meyer zu Drewer klein

Anleger setzten zuletzt auf steigende Anleihezinsen. Rund 100 Millionen Euro flossen allein in zwei Wochen in den ComStage ETFs Short Bund (WKN: ETF562) und Double Short Bund (WKN: ETF563). Das EXtra-Magazin befragte dazu Thomas Meyer zu Drewer, Geschäftsführer und Head of ComStage.

 

 Thomas Meyer zu Drewer
 Head of Comstage

        Zuletzt reduzierte die Europäische Zentralbank erst wieder einmal den europäischen Leitzins auf 0,15 Prozent. Trotzdem setzen jetzt mit Hilfe des ComStage Short Bund-Future-ETF so viele Investoren auf steigende Zinsen. Was ist aus Ihrer Sicht die Ursache, dass der ETF zuletzt so stark an Fondsvolumen zulegen konnte?

Viele Kunden rechnen mit einer weiteren Erholung von der seit 2008 anhaltenden Finanzkrise mit ihren Auswirkungen auf die Realwirtschaft. Eine stark anziehende Konjunktur kann aber zu Zinssteigerungen führen, was wiederum bedeutet, dass die Kurse festverzinslicher Wertpapiere fallen werden. Daher die Nachfrage nach den ComStage ETFs Short-Bund (ETF562) und Double Short Bund (ETF563).

Sicherlich nutzen solche Instrumente eher institutionelle Investoren. Setzen Sie dabei aus Ihrer Sicht eher auf eine Absicherung von Kundendepots oder auf kurzfristige Renditen?

Nicht nur, auch wenn institutionelle Kunden nach wie vor unsere Hauptinvestoren sind. Wir sehen beide Motive: Die Absicherung gegen Kursverluste und die Erzielung von Gewinnen über Kursverluste bei Bonds wegen steigender Zinsen. Letzteres wird vor allem von Anlegern angestrebt, die Zinsen kurzfristig schwanken sehen und die sehr oft quantitative Modelle einsetzen.

Bei Short-Produkten ist stets auch die Pfadabhängigkeit zu beachten, die bei stetigem Auf und Ab zu erheblichen Verlusten führen kann. Inwieweit ist ein solches Instrument wie der ComStage ETF überhaupt zur mittel- und langfristigeren Anlage geeignet?

Pfandabhängigkeit ist ein gutes Stichwort. In der Tat haben Sie bei Short ETFs das „Phänomen“, dass zwar von Schlußkurs auf Schlußkurs genau die inverse Entwicklung des zugrundeliegenden Index nachgebildet wird, auf längere Sicht kann aber ein Basiseffekt entstehen. Was meine ich damit? Steigt der Referenzindex von 100 auf 110, so ist dies ein Anstieg von 10%. Logisch. Der Short ETF wird damit auf 90 fallen. Am nächsten Tag kehrt der Index auf 100 zurück, verliert also knapp 9,1%. Der Short ETF steigt in Folge um 9,1% an. Damit sind Sie allerdings nicht wieder bei 100, dem Ausgangswert angelangt. Dies gilt es zu beachten.

Worauf sollten Anleger bei diesem Produkt noch achten?

Short und Double Short ETFs sind für den risikobewussten Investor geeignet, der die Entwicklung von Kapitalmärkten regelmäßig im Blick hat. In ein solches Produkt über Sparpläne langfristig anzulegen, ist weniger sinnvoll. Das gilt übrigens für Short Bond- und Aktien- ETFs gleichermaßen.

Bitte lesen Sie dazu auch den Beitrag zum entsprechenden Thema.