ETF-Sparplan-Test 2017: Consorsbank
Tobias Heimann, Produktmanager Trading Products, BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland.

Im Rahmen des ETF-Sparplan-Tests 2017 sprach das EXtra-Magazin mit Tobias Heimann von der BNP Paribas. Tobias Heimann ist seit 2011 für die BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland tätig. Nach 4 Jahren fachlicher Zuständigkeit für den CFD-Handel bei der DAB Bank, kümmert er seit 2015 als Produktmanager um das ETF Geschäft der Marke Consorsbank ( Zum Testbericht).

► Zum ETF-Sparplan-Test 2017

ETF-Sparpläne haben im vergangenen Jahr die Marke von 300.000 Stück überschritten. Welche Erfahrungen machen Sie hier in Ihrem Unternehmen?

Wir freuen uns über eine riesige Kundenresonanz mit über 100.000 ETF Sparplanausführungen. Mit einem breiten Angebot und über 140 gebührenfreien ETFs wollen wir es unseren Kunden so einfach wie möglich machen, über diese Anlageform Geld anzulegen.

Der ETF-Markt hat zum Jahreswechsel die Marke von 10 Mrd. Euro überschritten. Wie verhält sich dieses Wachstum zum gesamten Fondsgeschäft?

Die in ETFs angelegten Depotvolumina unserer Kunden haben sich 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 30% erhöht. Das freut uns auch deshalb, weil schon 2015 ein extremes ETF-Boomjahr war. Wir haben auch bei klassischen Fonds einen Anstieg gesehen, aber natürlich sind ETFs ein besonders starker Wachstumstreiber.

Denken Sie, der ETF-Boom wird vor allem durch den positiven Markttrend der vergangenen Jahre bestimmt? Wie werden sich die Kunden verhalten, wenn sich der Aktienmarkt nicht mehr so positiv entwickelt? Schlägt dann die Stunde der aktiven Manager?

Die große Nachfrage nach ETFs lässt sich nicht alleine durch die allgemeine Marktentwicklung erklären. Wir haben in der Vergangenheit beobachtet, dass Retailkunden niedrige Kursstände zum Einsteigen in ETFs nutzen. „Buy low“ als Grundprinzip für ein erfolgreiches Investment gilt sowohl für passive wie auch für aktive Investments.

In den vergangenen Jahren wurde das ETF-Sparplan-Angebot vor allem durch no-fee, also gebührenfreie, Angebote bestimmt. Wird dies so weitergehen, oder planen Sie mittelfristig die Sonderangebote zu reduzieren?

Mit der erstmaligen Einführung der gebührenfreien ETF Sparpläne 2010 haben wir einen Marktstandard gesetzt, dem unsere Wettbewerber teilweise gefolgt sind. Zum Jahresende 2016 haben wir die Angebotspalette auf über 140 ETFs erweitert und wollen dieses Angebot auch lange aufrechterhalten.

Welche ETFs sind in Ihrem Haus im Rahmen von ETF-Sparplänen besonders gefragt?

Die klassischen Kernindizes MSCI World und DAX sind die klaren Favoriten.

Welche zusätzlichen Services bieten Sie Ihren Kunden im Bereich der ETF-Sparpläne?

In Kürze werden wir auf unserer Homepage einen ETF Anlageplaner launchen, der Investoren möglichst einfach einen Überblick über verfügbare Märkte gibt und die passenden ETF-Lösungen zu den niedrigsten Gebühren anzeigt. Außerdem haben wir ein ausgezeichnetes Kundenservice Team, das für Rückfragen auch gerne zur Verfügung steht.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, dem Kunden das Angebot an ETFs bzw. ETF-Sparplänen noch schmackhafter zu machen?

Für deutsche Kunden ist es wichtig, kostengünstig und einfach investieren zu können. Da eignen sich ETFs aufgrund der niedrigen Kosten und der Abbildung eines breiten Marktes für jeden Investor, vom erfahrenen Börsen-Profi bis hin zum Einsteiger in die Welt der Wertpapiere. Wir unterstützen das durch niedrige Ordergebühren und einfache Ordermasken.

Warum sollte sich ein Anleger bei ETF-Sparplänen für die Consorsbank entscheiden?

Mit über 140 gebührenfreien ETFs schon ab 25 Euro monatlicher Sparrate können unsere Kunden langfristig kostengünstig investieren. Dabei handelt es sich nicht um eine kurzfristige Aktion, sondern ein langfristiges Produktangebot, das unseres Wissens in diesem Umfang sonst keiner anbietet.

Zuletzt wurden von den ETF-Anbietern verschieden Portfolio-ETFs, Dachfonds oder ETF-Musterportfolios angeboten. Wie kommen diese Anlagekonzepte bei Ihren Kunden an?

Wir sehen eine Nachfrage nach den Vermögensstrategie/ Portfolio ETFs, stellen aber auch fest, dass viele unserer Kunden ihren eigenen Vorstellungen der Depotallokation folgen. Das liegt vielleicht in der Natur von selbstbestimmten Online-Kunden. Diesen wollen wir vor allem einen einfachen und kostengünstigen Weg zum Kauf eines ETFs anbieten.

Online-Vermögensverwaltungen verzeichnen derzeit ein stärkeres Wachstum und vor allem Medienecho. Die Direktbanken haben hier bisher kaum Angebote am Markt. Woran liegt das? Können Sie nicht mehr so innovativ sein, seit Einführung des Online-Handels?

Schon seit Jahren können Kunden den Anlageplaner der Consorsbank ( Zum Testbericht) nutzen, der ihnen je nach Anlagebetrag und –zeitraum sowie Riskobereitschaft geeignete Investmentfonds vorschlägt. Ein vergleichbares Tool auf Basis von ETFs ist bei uns gerade in Vorbereitung.

Das Thema „Digital Advice“ und die Nutzung künstlicher Intelligenz für die Geldanlage stehen bei uns derzeit ganz oben auf der Agenda.

Wie kann die Branche es schaffen, dass sich mehr Anleger dem Thema Geldanlage am Kapitalmarkt widmet?

Die anhaltende Niedrigzinsphase trägt bereits dazu bei, dass sich die Menschen aktuell stärker mit Wertpapieren beschäftigen. Als Consorsbank bieten wir beispielsweise eine breite Palette von Webinaren, viele davon vermitteln Grundwissen für die Geldanlage. Als Mitglied der „Aktion pro Aktie“ setzen wir uns zusammen mit anderen Direktbanken dafür ein, dass die Deutschen ihre Zurückhaltung gegenüber Wertpapieren aufgeben. Aber es bleibt eine große Aufgabe, unseren risikoaversen Landsleuten diese Welt nahe zu bringen.

Können Sie einen typischen ETF-Anleger bei der Consorsbank näher beschreiben?

Wir sehen einerseits Trader in ETFs und andererseits klassische Anleger, die wir in zwei Arten unterscheiden können: Der typische ETF Nutzer hat schon länger Aktien im Depot und setzt zusätzlich auf klassische Fonds und – seltener – auf Rententitel. Dieser Investor nutzt ETFs um sein Depot breiter aufzustellen oder vorhandene Positionen zu ersetzen.

Mittlerweile hat sich ein zweiter Typ herauskristallisiert. Dieser Anleger hat bisher keine Erfahrungen mit Wertpapieren gemacht und findet vor allem über unser gebührenfreies ETF-Sparplanangebot einen Weg in diese Art der Geldanlage. Der Vorteil: Er muss sich keine Gedanken über den richtigen Einstiegszeitpunkt oder die Wahl des richtigen Einzeltitels machen. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung: ETF-Sparpläne werden zunehmend von unerfahrenen Kunden als Einstiegsprodukt in die Welt der Wertpapiere genutzt.

► Zum ETF-Sparplan-Test 2017

Interesse an News zu ETFs und Geldanlage?

Unser kostenloser Newsletter hält Sie auf dem Laufenden.

Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Franz Rieber Informationsorientierte Betriebswirtschaftslehre und hat einen Master-Abschluss in Finance & Banking. Seit 2016 ist Franz Rieber für die Isarvest GmbH tätig und für das Projektmanagement und die Kundenbetreuung verantwortlich.