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ETFs eignen sich für jede Marktsituation

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Dr_Alexander_Seibold

Dr. Alexander Seibold ist Gründer der Dr. Seibold Capital GmbH. Seine Karriere startete er bei der Deutschen Bank als Senior-Händler für Aktien, Renten und Derivate. Anschließend wechselte er zur Bayerischen Vereinsbank, um dort den Aufbau der Handelsabteilung zu leiten. Ab 1998 leitete Dr. Alexander Seibold den Vertrieb für institutionelle Kunden und Portfolioberatung bei der Hypovereinsbank, bevor er geschäftsführender Gesellschafter bei der Fürst Fugger Privatbank wurde.

Seit wann beschäftigen Sie sich mit ETFs?

Seit Ende der 90er Jahre während meiner Tätigkeit bei der HVB, als die Tochtergesellschaft Indexchange als Pionier im deutschen ETF-Markt gegründet wurde.

Was fasziniert Sie an ETFs?

Die direkte Indexreplikation zur schnellen, effizienten und kostengünstigen Umsetzung unserer Investmentziele.

Welche Trends sehen Sie in der ETF-Industrie?

Über eine steigende Zahl von ETFProduktanbietern kommt aktuell Dynamik bezüglich Produktkonzepten und eine breitere Auswahl an ETFs für den jeweiligen Markt auf.

Welche ETFs fehlen derzeit?

Nahezu jedes Investmentziel, das wir abbilden möchten, ist mittlerweile vorhanden – wichtig ist, dass neue ETFs trotz geringen Startvolumens von vorneherein aktiv durch einen Market Maker liquide gehalten werden – wir vermissen also Kontinuität bezogen auf die Produktqualität.

Haben Sie selbst ETFs in Ihrem Portfolio? Wenn ja, welche?

Wir bilden aktuell den Geldmarkt, Rohstoffe bzw. Edelmetalle und Rentenmärkte über ETFs ab.

Welchen ETF sollte man unbedingt im Depot haben?

Je nach Marktsituation eignen sich immer unterschiedliche ETFs – sie sollten aber immer liquide sein, damit man sie schnell und ohne große Abschläge verkaufen kann, wenn es einmal „brennt“.

Auf welchen ETF könnte man Ihrer Meinung nach gut verzichten?

Besser Qualität als Quantität – es wird sicher nach der großen Expansionswelle im deutschen ETF-Markt zu einer Konzentrationsphase auf weniger Emittenten und eine konzentrierte Zahl an Produktlösungen kommen.

Über welchen Handelsplatz kauft man am besten ETFs?

Über das elektronische Handelssystem Xetra.

Welches Thema wird die Börse in einem halben Jahr beschäftigen?

Eventuell Höhenangst? Nach Krisenstimmung und Bärenmarktrally Gefahr eines erneuten Absturzes?

… und wo steht dann der DAX?

6.500 Punkte

Wie sollte man sich im kommenden Jahr mit dem Depot positionieren?

Wir werden uns weiterhin vorsichtig positionieren – natürlich gilt es, die aktuelle positive Stimmung an den Märkten zu nutzen – eine moderate Aktienquote (Deutschland, wenig EURO-Raum, keine USA, moderat Emerging Markets) sollte also für die nächsten Monate kein Fehler sein. Ebenso bestehen weiterhin Chancen im Rohstoff- und Edelmetallbereich, vor allem Gold und Agrarrohstoffe. Weiterhin kein Buy-and-Hold – aktiv sein.

Sollte man jetzt noch in die Emerging Markets einsteigen?

Grundsätzlich halten wir die Volkswirtschaften von Indien und Brasilien für weiterhin besonders aussichtsreich. Afrika könnte ein Thema der Zukunft sein. Osteuropa Vorsicht wegen Überschuldungsgefahr. China Vorsicht wegen drohendem Platzen der Immobilienblase.

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Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.
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