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Finanzdiplomatie läuft auf Hochtouren

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Joerg Bohn - ARTUS

Die Finanzdiplomatie zur Rettung des Euro läuft derzeit auf Hochtouren. Das EXtra-Magazin sprach mit Jörg Bohn, Vorstand der ARTUS DIRECT INVEST AG, über die aktuelle Situation und wie sich Anleger derzeit positioniern sollten.

Herr Bohn, der EZB Präsident Mario Draghi will den Euro mit allen Mitteln retten. Wird er das schaffen?

Nun, fest steht, dass der amerikanische Finanzminister Timothy Geithner heute unseren Finanzminister, Wolfgang Schäuble, an seinem Urlaubsort auf der Insel Sylt besuchen wird. Danach, so hört man, will Mr. Geithner sich mit EZB Präsidenten Mario Draghi in Frankfurt treffen. Am Donnerstag tagt dort turnusgemäß der Zentralbankrat. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg heißt es, dass Draghi dann wohl mit Bundesbankpräsident Jens Weidmann über Staatsanleihenkäufe der EZB sprechen wird. Die Finanzdiplomatie läuft also auf vollen Touren. Zumindest stehen die Chancen für eine Eurorettung nicht so schlecht, wenn man sieht, welche Anstrengungen zur Erreichung dieses hohen Zieles unternommen werden.

Wie sollten sich Anleger nun positionieren?

Da es kein Patentrezept für Vermögensanlagen in dieser Dimension historischen Ausmaßes gibt, gilt es erst einmal Ruhe zu bewahren. Grundsätzlich ist eine breite Diversifikation über verschiedene Anlageklassen zu empfehlen. Unsere technisch – quantitative Analyse, hat kürzlich Kaufsignale für die folgenden ETFs im Aktienbereich gegeben: MSCIW in USD, MSCIW Emerging in USD, DJ Stoxx 600 und für den Rohstoffindex DJ UBS Spot Commodity. Interessant sind auch Unternehmensanleihen von internationalen Marktführern, Anleihen aus dem neuen Mittelstandssegment sowie Dividendenfonds, die marktführende Unternehmen beinhalten. Mit Rinderfarmen, Wäldern, Diamanten und Kunst etc. befassen wir uns hingegen derzeit nicht.

Halten Sie Investments in Aktien vor dem derzeitigen Hintergrund für kaufenswert?

Mittlererweise sind die Renditen von Staatsanleihen der Bundesrepublik und den USA mit einer Rendite von ca. 1.35 % p.a. auf den tiefsten Stand seit 200 Jahren gefallen. Die Dividendenrendite von Blue-Chips liegt aktuell  bei über 4 % p.a., bei einem attraktiven Kurs / Buchwertverhältnis. Noch nie waren europäische Aktien im Vergleich zu Bundesanleihen so billig.

Wie sind Ihre Fonds derzeit positioniert?

Bei unseren ARTUS ETF-Dachfonds (Europa und Welt) lagen Ende Mai die Aktienquoten um die 20 Prozent. Diese wurden in den letzten Wochen aufgrund systematischer Kaufsignale erheblich erhöht. Der ARTUS Globaler Renten Fonds HI, der seit Anfang 2012 auf Unternehmensanleihen setzt, erreichte per Ende Juni eine respektable Performance von 4,68 Prozent. Wir glauben weiterhin an das Segment von Mittelstands- und Unternehmensanleihen.

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