Adelheid Lanz, Leiterin des Bereichs Pension Management bei Ebase und Franz Linner, Leiter der Finanzportfolioverwaltung bei Ebase.
Adelheid Lanz, Leiterin des Bereichs Pension Management bei Ebase und Franz Linner, Leiter der Finanzportfolioverwaltung bei Ebase.

Auch die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist dabei, sich zu digitalisieren. Ein solcher Anbieter ist etwa Fintego ( Zum Testbericht), dessen Betreiber Ebase ist. Wir haben mit Adelheid Lanz, Leiterin des Bereichs Pension Management bei Ebase und Franz Linner, Leiter der Finanzportfolioverwaltung bei Ebase, gesprochen.

Verbraucher können mittels Fintego ( Zum Testbericht) mit einem Robo-Advisors betriebliche Altersvorsorge betreiben. Unterscheidet sich das Angebot vom „normalen“ Fintego-Angebot?

Franz Linner: Der Ansatz von Fintego hat sich nun seit knapp fünf Jahren sehr erfolgreich bewährt und kommt in der etablierten Gestaltung auch in der Lösung für die betriebliche Altersvorsorge zum Einsatz. Dabei setzen wir auf die fünf bekannten Risikoprofile, von defensiv bis sehr chancenorientiert. So stellen wir auch weiterhin eine nachvollziehbare und transparente Anlagestrategie sicher, die ihre Leistungsfähigkeit durch den mehrjährigen Track Record eindrucksvoll belegt hat. Die Vorteile des Ansatzes von Fintego passen dabei sogar geradezu ideal zum sehr langfristigen Anlagethema bAV. Denn gerade bei solchen Anlagen sollte die Portfoliostruktur nicht dauernd aufgrund von Marktentwicklungen kleinteilig verändert werden müssen, da so nur hohe Transaktionskosten entstehen. Daher werden bei Fintego zwar täglich die Zusammensetzung und Gewichtung der Anlagen innerhalb der Fondsportfolios automatisiert überprüft. Ein regelbasiertes Rebalancing, zur Anpassung des Portfolios, wird jedoch nur beim Über- oder Unterschreiten von definierten Grenzwerten eingeleitet. So soll ein optimaler Trade-off zwischen Transaktionskosten und Wertenwicklung sichergestellt werden. Damit werden bei Fintego die wissenschaftlichen Erkenntnisse berücksichtigt, dass rund 90 Prozent der Gesamtperformance einer Anlage auf die strategische Asset Allocation zurückgehen. Eine kleinteilige aktive Steuerung von Portfolien bringt auf Dauer keinen Mehrwert für den Anleger. Dass jeder bAV-Anleger dabei sein geeignetes Risikoprofil erhält, stellen wir durch einen speziell für die bAV entwickelten Geeignetheitstest sicher.

Was sind die konkreten Vorteile für Verbraucher gegenüber der konventionellen betrieblichen Altersvorsorge?

Franz Linner: Im Gegensatz zur klassischen, versicherungsförmigen betrieblichen Altersversorgung setzen Kunden der Ebase gezielt auf die Vorteile kapitalmarktorientierter Modelle im Durchführungsweg der Pensionszusage, und zwar sowohl für die Gesellschafter-Geschäftsführer-Versorgung als auch für Mitarbeiter. Die Pensionszusage erlaubt es ihnen, eine maßgeschneiderte Lösung für das Unternehmen betreffend Art, Höhe und Turnus der Beiträge und Leistungen sowie des steuerlichen Förderrahmen und der möglichen Anlagemodelle zu schaffen. So können die Ertragschancen der Kapitalmärkte optimal genutzt werden und gleichzeitig bleibt man für die Zukunft flexibel. Während bei einer klassischen bAV sowohl der steuerliche Förderrahmen als auch die Chancen des Kapitalmarktes eingeschränkt sind, nehmen Unternehmen bei der Pensionszusage mit Investmentfonds den Erfolg der Lösung in die „eigenen Hände“. Dafür werden sie mit einer überdurchschnittlich hohe Nutzungsquote von Seite der Arbeitnehmer belohnt. Für diese Unternehmen kann Fintego an vielen Stellen hilfreich sein. So ist es beispielsweise nicht nötig einen oder mehrere Fonds auszuwählen, in welche die Gelder angelegt werden soll. Auch eine laufende Kontrolle der Eignung der initial gewählten Fonds entfällt. Zudem kann eine nachgewiesen erfolgreiche Anlagestrategie genutzt werden, welche zudem auch noch eine sehr attraktive Kostenstruktur hat. Denn Fintego setzt konsequent auf ETFs.

Viele Arbeitgeber werden dieses moderne Konzept nicht kennen oder ablehnen. Mit welchen Argumenten können interessierte Arbeitnehmer ihren Vorgesetzen überzeugen?

Adelheid Lanz: Den „Königsweg“ in der betrieblichen Altersversorgung gibt es nicht. Welches Modell geeignet ist, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. In Zeiten des Fachkräftemangels ist es für Arbeitgeber aber sehr wichtig, attraktiv zu bleiben, um gute Mitarbeiter zu binden und neue Talente gewinnen zu können. Eine attraktive betriebliche Altersvorsorge kann dabei ein wichtiger Baustein sein. Moderne Lösungen der Pensionszusage mit Investmentfonds überzeugen ganz klar durch hohe Flexibilität in der Gestaltung sowie dem umsetzbaren Beitrags- und Leistungsvolumen, eine schlanke Kostenstruktur und hohe Akzeptanz bei den Mitarbeitern, auf Grund der jederzeit vollständigen Transparenz. Darüber hinaus bringt die Pensionszusage auch für Unternehmen interessante Effekte der Steuerstundung mit sich. Ebase, als Anbieter von Fintego, ist seit mehr als 15 Jahren im Bereich der auf Investmentfonds basierenden betrieblichen Altersvorsorge aktiv. Dabei verwalten wir für mehrere tausend Unternehmenskunden mehr als zwei Milliarden Euro in entsprechenden Lösungen und haben eine langjährige und umfassende Expertise in der betrieblichen Altersvorsorge speziell mit Investmentfonds. Gleichzeitig ist Ebase mit Fintego auch einer der Pioniere im deutschen Robo-Advisor-Markt. Es besteht also die Möglichkeit einfach das Beste aus zwei Welten in einem Angebot zu vereinen: einen nachgewiesen leistungsstarken Robo-Advisor und umfassende Kompetenz in allen Belangen der betrieblichen Altersvorsorge. Ich denke das sind einige Argumente die sicherlich die meisten Arbeitgeber überzeugen können. Natürlich stehen wir aber auch gerne jederzeit für alle Fragen zur Verfügung.

Aus Arbeitgebersicht können solche Konzepte sinnvoll sein, um Mitarbeiter zu halten. Können Arbeitnehmer einen fintego-Vertrag nicht so einfach zum neuen Arbeitgeber mitnehmen? Sind hier Nachteile zu befürchten?

Adelheid Lanz: Tatsächlich ist die Portabilität der Pensionszusage bei einem Arbeitgeberwechsel eingeschränkt. Weder für den bisherigen noch für den neuen Arbeitgeber besteht eine Verpflichtung, die Zusage samt den dafür angesammelten Rückdeckungsmitteln zum neuen Arbeitgeber mitzugeben, wenngleich dieser Vorgang in der Praxis für die beitragsorientierte Leistungszusage nicht unüblich ist. Die Wirkung der Mitarbeiterbindung entfaltet sich unabhängig davon aber vielmehr auf einer anderen Ebene: Arbeitgeber, die eine zukunftsfähige bAV mit Investmentfonds anbieten, zeigen Ihren Arbeitnehmern dadurch, dass sie bereit sind, mehr für sie zu tun, als nur den gesetzlichen Anspruch an eine Möglichkeit der Entgeltumwandlung zu erfüllen. Der Arbeitgeber verbindet durch diese Modelle seinen unternehmerischen Erfolg mit der Zukunftsvorsorge der Mitarbeiter und gibt ihnen dabei die Möglichkeit, ihre Lücken in der Altersversorgung effektiv zu schließen, und zwar ohne steuerliche Einschränkungen und ohne Begrenzungen in Bezug auf die individuelle Gestaltung der eigenen Lebensphasen. Mit gezielten finanziellen Anreizen, wie z.B. den sogenannten Matching-Modellen oder bAV-bezogenen Bonuszahlungen kann dieser Effekt sogar verstärkt werden. Der Zugang zu erfolgreichen Kapitalanlagekonzepten und eine äußerst kostengünstige Umsetzung runden die Attraktivität dieses Gesamtkonzepts schließlich ab. „Tue Gutes und sprich darüber“ sollte das Motto aller Arbeitgeber sein, die durch moderne bAV ihre Mitarbeiter binden wollen.

fintego Testbericht

fintego überzeugt vor allem durch günstige Gebühren und die sehr hohe Sicherheit. Das Angebot ist mit fünf Anlagestrategien vielfältig und bildet die üblichen Risikoprofile ab, könnte aber größer sein. Beim Service müssen fintego Kunden, in Hinblick auf Kommunikationskanäle, Abstriche machen. Das Angebot von Spar- und Auszahlungsplänen und Apps ist sehr positiv.

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Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das EXtra Magazin.