Start Interview Invesco PowerShares: „Anzahl weiterer ETFs in diesem Jahr geplant“

Invesco PowerShares: „Anzahl weiterer ETFs in diesem Jahr geplant“

165
"Wir wollen unseren Kunden ein noch breiteres Angebot an Portfoliolösungen in Form von ETFs anbieten", so Sascha Specketer, Leiter Invesco PowerShares Deutschland, Österreich und Osteuropa.

Nach einem ETF auf Vorzugsaktien legte Invesco PowerShares vor einigen Tagen nun auch ein Produkt auf hochverzinsliche europäische Unternehmensanleihen auf. Zu den Details sowie zu den weiteren Plänen des ETF-Anbieters nach der Source-Übernahme sprach das EXtra-Magazin mit Sascha Specketer, Leiter Invesco PowerShares Deutschland, Österreich und Osteuropa.

Seit dem Zusammenschluss mit Source legte Invesco PowerShares bereits zwei neue ETFs auf. Geht es mit dem Tempo der Neuemissionen weiter?

Das erste Produkt nach dem Zusammenschluss mit Source war ein ETF auf Preferred Shares, welcher der erste ETF in Europa auf diese Anlageklasse ist. Direkt im Anschluss haben wir dann einen ETF auf Euro lautende Hochzinsanleihen aufgelegt und haben noch eine Anzahl weiterer ETFs in diesem Jahr geplant, die wir im Zuge des Zusammenschluss noch lancieren wollen.

Inwieweit eignet sich der neue Hochzins-Unternehmensanleihen-ETF, dem aktuellen Niedrigzinsniveau ein Schnäppchen zu schlagen?

Europäische Unternehmensanleihen mit hoher Bonität weisen derzeit nur eine Fälligkeitsrendite von 0,85 Prozent, gemessen am BoAML Euro Corporate Index auf. Europäische Hochzinsanleihen weisen gemessen am BAML Euro High Yield Index hingegen Fälligkeitsrenditen in Höhe von 3,15 Prozent auf. Dies entspricht also einer Mehrrendite von 2,30% und dient zur Kompensierung des Ausfallrisikos in Hochzinsanleihen.

Bei Anleihen suchen Anleger vor allem Sicherheit. Sind ETFs auf Anleihen unterhalb von Investment Grade nicht ziemlich riskant?

Deutsche und Europäische Staatsanleihen bieten derzeit negative Realzinsen und verringern somit das Kapital von Anlegern. Vor diesem Hintergrund sind Anleger darauf angewiesen, auch Anlageklassen mit einem höheren Risiko zu berücksichtigen. Wichtig ist es hierbei auf einen hohen Diversifizierungsgrad zu setzen und genau das will unser ETF mit einer größtmöglichen Gewichtung pro Emittenten von maximal 2 Prozent des Index bieten.

Auf welche Staaten und Sektoren setzen Anleger dabei vorrangig, wie ist die Bonitätsverteilung, wie korreliert er zu anderen Anlageklassen bzw. anderen Anleihearten?

Der ETF bildet den BAML 0-5 Year Euro Developed Markets High Yield 2% Constrained Index ab. Dieser Index bildet ausschließlich in Euro denominierte Hochzinsanleihen europäischer Unternehmen ab. Dabei weisen Italien, Frankreich, Deutschland, das Vereinigte Königreich und Spanien insgesamt ca. 68 Prozent der Indexgewichtung auf. Die Sektorgewichtung ist ebenfalls gut diversifiziert mit einem Bankenanteil von 18,7 Prozent also höchste Gewichtung und Industrieunternehmen, sowie Telekommunikationsunternehmen mit jeweils nur 12,7 und 12,3 Prozent an zweiter und dritter Stelle im Index. Mit Bezug auf die Bonität, weisen 70 Prozent der Anleihen ein Rating von BB und 23,9 Prozent ein Rating von B auf. Die Korrelationseigenschaften sind insbesondere zu risikolosen Anlageklassen wie deutschen Staatsanleihen attraktiv und liegen über einen 5-Jahres Zeitraum negativ bei -0,31. Daher sollten Hochzinsanleihen als Teil eines breitdiversifizierten Portfolios mit berücksichtigt werden.

Was müssen Anleger bei diesem ETF beachten, auch angesichts einer möglichen Straffung der Geldmarktpolitik?

Bei der Indexauswahl haben wir uns bewusst für Hochzinsanleihen mit Laufzeiten von nur 0-5 Jahren entschieden. Im Ergebnis weist der Index eine wesentlich geringe Duration auf und somit auch ein geringeres Zinsänderungsrisiko als vergleichbare Indizes bzw. ETFs in diesem Segment, also solche, die die Anlageklasse Euro Hochzinsanleihen abbilden. Darüber hinaus weist unser ETF die höchste Verzinsung pro Durations-Einheit in dieser Anlageklasse auf. Diese liegt derzeit bei knapp 1,75 Prozent, wohingegen alle vergleichbaren ETFs in Europa bei unter 1 Prozent liegen. Somit müssen Investoren aufgrund des reduzierten Durationsrisikos nicht gleichzeitig auf eine attraktive Verzinsung der Anleihen verzichten.

Für welche Zielgruppe ist dieser ETF besonders geeignet und was gibt es bei der Einbettung des ETFs ins Gesamtdepot zu beachten?

Der ETF eignet sich für alle Anleger, die ein breit diversifiziertes und über mehrere Anlageklassen hinweg investiertes Portfolio aufbauen möchten. Anleger sollten dabei Investments mit geringem Risiko, wie z.B. Staatsanleihen, mit solchen wie Hochzinsanleihen mischen, um Diversifizierungseffekte zu erzielen und die Rendite langfristig möglichst zu steigern.

Sehen Sie eine wachsende Nachfrage bei ETPs auf Anleihen und welcher Renten-ETF wird in der aktuellen Marktlage am meisten in Deutschland nachgefragt?

Der europäische Markt für Renten-ETFs ist mit einem Anteil der investierten Gelder von nur 26 Prozent derzeit gegenüber Aktien-ETFs noch unterrepräsentiert. Wir sehen jedoch in den letzten Jahren, dass die neuen Mittelzuflüsse deutlich höher liegen und in diesem Jahr mit fast 50 Prozent der investierten Neugelder in ETFs sehr schnell aufholen. Unter diesen Zuflüssen waren insbesondere Anleihen auf Schwellenländer gefragt, da diese derzeit die höchsten Anleihenrenditen im internationalen Vergleich aufweisen. Renditen bei Anleihen auf lokale Schwellenländeranleihen tendieren zwischen 5-6 Prozent und in US Dollar denominierte Anleihen bei 4-5 Prozent, auch wenn diese Anleihengattung nicht im direkten Vergleich zu Hochzinsanleihen steht.

Was sind die künftigen Ziele von Invesco PowerShares?

Wir wollen unseren Kunden ein noch breiteres Angebot an Portfoliolösungen in Form von ETFs anbieten. Dabei werden wir weiterhin auf unsere hohe Innovationskraft setzen, um sowohl ETFs auf marktkapitalisierte Indizes, sowie im Bereich der Smart Beta Indizes und themenbezogene Indizes aufzulegen. Alleine in diesem Jahr haben wir noch eine weitere Anzahl an ETFs geplant, welche sich über das gesamte Passiv-Spektrum und verschiedene Anlageklassen ziehen. Deutschland ist dabei einer unserer wichtigsten Zielmärkte und wir verfügen hier über eine lange und sehr erfolgreiche Historie.

Lesen Sie dazu auch den Artikel mit weiteren Informationen zum zuletzt aufgelegten ETF „Neuer Unternehmensanleihen-ETF mit zwei neuen Anteilsklassen aufgelegt“.

TEILEN
Vorheriger ArtikelValue-Strategie: Rendite mit Herz und Verstand
Nächster ArtikelRohstoffbericht KW 43: Abflüsse bei Rohöl- und Gold-ETPs
Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.