Dag Rodewald zum UBS-Vertriebsleiter in Deutschland ernannt
Dag Rodewald, Head of ETF Sales Deutschland & Österreich

Immer mehr Anleger interessieren sich für nachhaltige Investmentkonzepte. Im
Gespräch mit Dag Rodewald, Leiter Vertrieb UBS ETFs Deutschland & Österreich,
erörtern wir die Hintergründe für das steigende Interesse an diesen Anlagen.

UBS ist einer der führenden ETF-Anbieter in Europa. Was schätzen Ihre Kunden besonders an Ihrem Angebot?

Grundsätzlich richten wir unser Produktangebot streng an den Bedürfnissen und Wünschen unserer Kunden aus. Ein gutes Beispiel dafür ist unsere breite Palette an sogenannten währungsgesicherten Produkten. Vor allem institutionelle Kunden fragen Lösungen an, mit denen sowohl die Fremdwährungsrisiken als auch die Volatilität der Gesamterträge, hervorgerufen durch Währungsschwankungen, deutlich reduziert werden können. Bei währungsgesicherten ETFs haben wir uns mittlerweile als der führende ETF-Anbieter in Europa etablieren können. Ein weiteres Beispiel sind unsere sogenannten Nachhaltigkeits- ETFs. Auch hier spüren wir ein deutlich wachsendes Interesse. UBS ETFs bietet das umfangreichste Angebot an Nachhaltigkeits-ETFs an. Darüber hinaus ist vielen Kunden die physische Abbildung der Referenzindizes wichtig. Bei UBS ETFs bilden wir etwa 87 Prozent der Indizes mittels physischer Replikation ab. UBS ETFs ist drittgrößter Anbieter physisch replizierter ETFs in Europa. Abschließend schätzen unsere Kunden das breite Produktangebot, mit dem eine Asset Allocation problemlos und kostengünstig umgesetzt werden kann.

Ihr Haus gilt mit seiner umfassenden Produktpalette beim Thema Nachhaltigkeit als der Vorreiter der Branche. Wie kam es dazu?

Wir haben sehr früh wahrgenommen , dass viele Investoren nach intelligenten Lösungen für nachhaltige Investments suchen. Auf der Aktienseite haben wir 2011 zunächst die SRI ETFs auf die Indizes MSCI World, MSCI North America (2015 umgestellt auf den MSCI USA), MSCI Europe & Middle East (2015 umgestellt auf den MSCI EMU) und MSCI Pacific aufgelegt. In den Jahren 2014 und 2015 haben wir dieses Produktangebot auf der Aktienseite um den UBS ETF MSCI Emerging Markets SRI, den UBS ETF MSCI United Kingdom IMI SRI und den UBS ETF MSCI Japan SRI ergänzt. Auf der Anleiheseite haben wir 2015 den UBS ETF Barclays MSCI US Liquid Corporates Sustainable lanciert. Neben dem zuletzt genannten ETF bieten wir den UBS ETF MSCI USA SRI seit Anfang 2016 auch währungsgesichert auf Euro an. Hier kombinieren wir also zwei unserer großen Stärken zugunsten der Kunden.

Vor allem Kirchen und christliche Organisationen, aber auch andere große institutionelle Anleger wie Rentenund Pensionskassen investieren in nachhaltige Investments. Was ist der Grund dafür?

Immer mehr Menschen möchten ihr Leben und Wirken in Einklang mit gesellschaftlichen Werten bringen. Trotzdem wollen die Investoren nicht auf Rendite verzichten. Ein Weg, beide Präferenzen zu kombinieren, sind unsere ETFs auf die SRI-Indizes von MSCI. Um in diese Indizes aufgenommen zu werden, müssen Unternehmen einen strengen Selektionsprozess durchlaufen.

Bei vielen Anlegern stoßen nachhaltige Investments noch immer auf Skepsis. Was sind hierfür die Gründe?

Ich erlebe in Gesprächen eher viel Offenheit als große Skepsis, wenn es um nachhaltige Anlagen geht. Der Grund, weshalb nicht noch mehr Investoren das Thema Nachhaltigkeit bei ihrer Asset Allocation berücksichtigen, könnte das unzutreffende Vorurteil sein, dass nachhaltige Investments eine schwächere Performance zeigen. Dass SRI-ETFs im Vergleich zu traditionellen Indizes jedoch attraktive Renditen ermöglichen können, zeigen Performancevergleiche, beispielsweise der SRI-Indizes MSCI EMU SRI, MSCI Emerging Markets SRI und MSCI Japan SRI mit den jeweiligen Referenzindizes über kurz- und mittelfristige Zeiträume. Hier haben sich die SRI-Indizes sogar besser entwickelt als ihre Referenzindizes.

Die Produktpalette im Bereich Nachhaltigkeit der UBS beruht auf der MSCI Socially Responsible Indexfamilie. Was unterscheidet diese von anderen nachhaltigen Indizes?

Die MSCI SRI-Indizes verfolgen ein mehrstufiges Konzept. Dabei greift MSCI auf das hauseigene ESG-Research mit seinen etwas mehr als 150 Analysten zurück. ESG steht dabei für „Environmental, Social and Governance“ – also die Umwelt, die Gesellschaft und die Unternehmensführung betreffend. Die MSCI Global Socially Responsible Investing (SRI) Indizes stützen sich auf das MSCI ESG Business Involvement Screening Research, um Unternehmen aus dem Index auszuschließen, die in Geschäftsfeldern tätig sind, welche negative soziale oder ökologische Merkmale aufweisen (Waffen, Alkohol, Glücksspiel, Tabak, Kernatomenergie, Pornografie sowie gentechnisch veränderte Organismen). Die MSCI SRI Indizes zielen darauf ab, 25 Prozent der Marktkapitalisierung je Sektor des zugrunde liegenden Referenzindex abzubilden und dabei die sektoriale Gewichtung und Diversifikation beizubehalten. Die Aktien werden anschließend nach Marktkapitalisierung gewichtet.

Sie bieten auch ETFs auf nachhaltige Anleihen an. Wie funktioniert hier das Konzept?

Das Konzept auf der Anleiheseite für den UBS ETF Barclays US Liquid Corporates Sustainable ist vergleichbar mit dem Ansatz auf der Aktienseite. Der angewandte MSCI ESG Impact Monitor untersucht, welche Auswirkungen die Aktivitäten eines Unternehmens auf die Gesellschaft und die Umwelt haben. Die Bewertungsskala des Impact Monitors reicht von 0 bis 10, wobei ein Wert von 0 bis 1 signalisiert, dass ein Unternehmen in tiefgreifende Kontroversen involviert ist. Ein Wert von 4 bis 10 deutet darauf hin, dass ein Unternehmen in keine wesentlichen Kontroversen engagiert ist. Bestehende Unternehmen im Index müssen einen Wert von höher als 1 ausweisen, um weiterhin im Index zu verbleiben. Um in den Index neu aufgenommen zu werden, muss das Unternehmen hingegen einen Impact-Monitor-Wert von mehr als 3 erreichen. Im Gegensatz zu den Aktien-Indizes werden bei den Anleihe-Indizes die Unternehmen berücksichtigt, die ein ESG-Rating von BBB bis AAA aufweisen (bei den SRI Aktien-Indizes sind es nur die mit einem Rating von A bis AAA). Grund dafür ist, dass im Anleihebereich das zugrunde liegende Anlageuniversum deutlich geringer ist als bei den Aktien.

Wie sind Ihre Prognosen für den ETF-Markt im Bereich nachhaltige Investments, in welchen Bereichen sehen Sie dabei das größte Wachstumspotenzial?

Ich erwarte, dass der Markt insgesamt weiter wachsen wird. Die Nachfrage nach nachhaltigen ETFs kommt dabei von ganz unterschiedlichen Kundengruppen: Asset Manager, Stiftungen und kirchliche Einrichtungen interessieren sich genauso dafür wie Pensionskassen. Auch im Private Banking oder bei Versicherern, die unsere ETFs zunehmend in Fondspolicen aufnehmen, steht das Thema Nachhaltigkeit hoch im Kurs.

Hier finden Sie eine Liste, mit allen in Deutschland handelbaren Nachhaltigkeits-ETFs.

Über den Autor

Dag Rodewald ist Leiter UBS ETF Deutschland & Österreich bei UBS Asset Management. Er verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung an den Finanzmärkten. Vor seinem Eintritt bei UBS ETFs im Jahr 2013 war er für verschiedene internationale Investmentbanken tätig, zuletzt als Leiter des Sales Trading bei der Commerzbank ( Zum Testbericht). Dag Rodewald ist Diplom-Volkswirt.

 

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Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Franz Rieber Informationsorientierte Betriebswirtschaftslehre und hat einen Master-Abschluss in Finance & Banking. Seit 2016 ist Franz Rieber für die Isarvest GmbH tätig und für das Projektmanagement und die Kundenbetreuung verantwortlich.