Sven Württemberger; Leiter Vertrieb Passive Investments Schweiz und Israel bei der Deutschen Asset Management.

Anfang Mai wechselte Sven Württemberger von iShares zur Deutschen AM. Dort verantwortet er seitdem den Vertrieb passiver Investments für die beiden Länder Schweiz und Israel. Das EXtra-Magazin befragte ihn zu seiner neuen Tätigkeit und den damit verbundenen Herausforderungen.

Acht Jahre lang waren Sie, Herr Württemberger, nun bei iShares, nun kehren Sie wieder zur alten Wirkungsstätte, der Deutschen AM, zurück. Was veranlasste Sie dazu und was reizt Sie an der neuen Position?

Mein Management Team vertraut darauf, mit mir –  in der Schweiz sowie in Israel – neue Impulse zu setzen und gleichermaßen für mehr Wachstum zu sorgen. Oberstes Ziel ist es zu expandieren und die Xtrackers Position als führender europäischer ETF- Anbieter noch weiter zu stärken. Das Potenzial ist sehr gross und es mangelt nicht an Ambitionen. In diesem spannenden Umfeld eine verantwortungsvolle Rolle zu übernehmen, war von Anfang an ein wesentlicher Treiber für meine Entscheidung.

Der neue Verantwortungsbereich Schweiz und Israel klingt aufgrund der großen geographischen Distanz im ersten Moment ungewöhnlich. Wie kommt es dazu, haben Sie eine persönliche Affinität zu Israel?

Da haben Sie natürlich recht, rein geografisch ergibt sich hier kein Bezug, inhaltlich aber umso mehr. Israel gehört zu den am schnellsten wachsenden ETF-Märkten, den wir bereits historisch gemeinsam mit den Kollegen vor Ort betreuen. Insbesondere die zunehmende Nutzung von europäischen ETFs, anstelle von US-Produkten, ist für uns eine logische Konsequenz auch hier marktführend vertreten zu sein. Hinzu kommen ein enger Dialog mit israelischen Banken in der Schweiz, sowie Schweizer Häusern in Israel.

Sind auf dem israelischen Markt bereits schon ETFs gelistet oder ist es Ihre Aufgabe, für die Deutsche AM in dieser Region einen solchen aufzubauen?

Es gibt bereits lokal gelistete ETFs, allerdings kann man auch ausländische ETFs in Israel vertreiben, was ein lokales Auflegen zunächst nicht zwingend erfordert. Für uns ist es wichtig vor Ort zu sein und das Bewusstsein für ETFs sowie Lösungskonzepte weiter auszubauen. Gegenwärtig sind etwa zwei Prozent des verwalteten Vermögens in Israel in ETFs investiert, schaut man sich aber das wachsende Interesse an, könnte sich diese Zahl sicherlich bald an die europäischen Richtwerte angleichen.

Im Extra-Magazin beleuchten wir vor allem den ETF-Markt in Deutschland. Wie ist der ETF-Markt in der Schweiz aufgebaut, gibt es dort große Unterschiede zu Deutschland?

Das ehrt mich natürlich, dass ich es auch mit der Schweiz in Ihr Magazin geschafft habe. Unterschiede gibt es allemal, auch wenn man sich dessen auf den ersten Blick, insbesondere in der deutschsprachigen Schweiz, nicht gleich bewusst wird. Der Schweizer Markt wird zu einem großen Teil von Privatbanken und Asset Managern dominiert, auch wenn es lokal einen der größten europäischen Pensionskassen Märkte gibt. Zudem darf man nicht unterschätzen, dass die Schweiz sprachlich geteilt ist und sich z.B. ein großer Private Banking Teil in der französischsprachigen Romandie, sowie im italienischen Ticino befindet. Neben den sprachlichen Unterschieden, kommen natürlich auch die Kulturellen zum Tragen, die dem Banking oftmals ihre eigene Prägung gegeben haben. Auch im Hinblick auf neue Finanzdienstleistungskonzepte unterscheidet sich die Schweiz von Deutschland. Zwar gibt es eine agile Fintech-Szene, die aber nicht so ausgeprägt ist wie in Deutschland. Digitalisierung wird in der Schweiz auch oft noch durch die großen Banken mitgeprägt.

Was sind die bevorzugten Ziele für Ihren neuen Verantwortungsbereich?

Zunächst unser Produktangebot holistisch aufzustellen und noch fehlende Bausteine entweder aufzulegen oder neue Innovationen für unserer lokalen Kunden zu schaffen. Wichtig ist uns auch, für mehr Aufklärung hinsichtlich ETFs auch unter neuen institutionellen und Privaten Investoren zu sorgen. Das alles geht einher mit einem wachsenden Team, das sicherstellt, dass wir auch nachhaltig unseren Kunden gegenüber einen entsprechend qualitativen Service erbringen können. Wir haben bereits eine tolle Plattform sowie Infrastruktur bei der Deutschen Asset Management, nun gilt es diese noch gezielter an einen wachsenden Kreis an Investoren zu vermitteln. Fokus ist hier möglichst gezielt auf die entsprechenden Bedürfnisse einzelner Kundengruppen und Segmente einzugehen.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.