Jim Pansen im Interview über seinen Affen-ETF.
Jim Pansen, Geschäftsführer von Monkey Investments

Mit dem neuen Investmentkonzept des Monkey Invest World UCITS ETF (WKN: M0NKEY) geht Jim Pansen, Gründer und Geschäftsführer der Investmentboutique alternative Wege im Portfoliomanagement. Im Gespräch mit dem EXtra-Magazin erläutert er exklusiv die Hintergründe und Details seines spannenden Investmentprojektes.

Herr Pansen, mit Ihrem Primaten-Fonds ist Ihnen eine echte Weltneuheit gelungen. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, dass ein Affe Ihren neuaufgelegten Monkey Invest World UCITS ETF verwaltet?

Da muss ich kurz ausholen. Das war echt verrückt. Ich war mit meiner Frau und meiner kleinen Tochter zu Besuch im Tierpark. Belustigt schauten wir dem Treiben der Affen zu, als mir ein Wärter stolz erklärte: Dieser Affe macht mich noch reich. Als einmal eine Zeitung ins Gehege flog, studierte Mono (Name v.d.R. geändert) sofort den Aktienteil und deutete auf seine Favoriten. Der Wärter, der selbst auch ambitionierter Privatanleger war, machte sich daraus einen Spaß und gab ihm auch am nächsten Tag wieder den Börsenteil der Zeitung.

Wie gut waren seine Tipps?

Der Wärter stellte mit der Zeit fest, dass die abgegebenen Tipps besser waren als die seines Bankberaters. Genauer gesagt lag der Affe mit jedem Börsentipp besser als der Bankberater. Das kam mir irgendwie bekannt vor und ich erinnerte mich daran, dass vor ein paar Jahren eine Studie der Londoner Cass Business School zu einem ähnlichen Ergebnis kam. So kam ich auf die Idee, eine internationale Zoo-Studie anzustoßen, um zu sehen, ob diese Ergebnisse auch in der Praxis valide sind.

Und das haben die Zoo-Direktoren hingenommen?

Zunächst waren sie sehr zurückhaltend. Zu groß war die Angst, die Tiere würden darunter leiden. Doch wir fanden einen Modus, unser Experiment tierfreundlich zu gestalten. Wir merkten auch, dass es den Affen sogar Spaß machte. Vor allem die extra Portion frischer Bananen waren eine zusätzliche Motivation.

Und wie war das Ergebnis Ihrer Studie?

Das Ergebnis klingt erstaunlich, deckt sich aber mit den bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Affen erzielten im Durchschnitt eine um drei Prozentpunkte höhere Rendite als ihre menschlichen Kontrahenten.

Sie haben sich jetzt mit Mono einen Spitzenfondsmanager an Bord geholt, der Ihren neuen Monkey Invest World ETF verwaltet?

Bis zu diesem Tierparkbesuch war ich überzeugter Verfechter passiver Anlagestrategien. Nun bin ich der Auffassung, dass Stock-Picking und Market-Timing definitiv etwas bringen – vor allem auf die Art und Weise wie wir es umsetzen. Das Affenexperiment hat mich also letztendlich überzeugt. Und so kam mir die Idee, Mono, den Affen als Fondsmanager zu engagieren. Und ich muss sagen: Wir hatten noch nie einen so guten und günstigen Fondsmanager wie Mono. Als Erfolgsprovision reichen ihm ein paar frische Bananen und eine Streicheleinheit seines Wärters und Entdeckers. Seine Trefferquote ist gigantisch.

Klingt spannend, aber ruft das nicht Kritiker auf den Plan, wenn Sie ein Tier für sich arbeiten lassen?

Sie haben recht. Die Auflage dieses ETFs stieß im Vorfeld auf Widerstände der Finanzaufseher. Auch Tierschützer kritisierten, dass die psychische Belastung für die Affen zu groß sei bei der Selektion von 1000 Aktienwerten. Wir einigten uns daher mit Tierschutzorganisationen und lassen Mono künftig nur noch 100 Aktien aussuchen. Umstritten war zudem die Verwendung der Verwaltungsgelder. Daher kommen 25 Prozent der jährlichen Verwaltungskosten dem Schutz bedrohter Tierarten zugute.

Sie schlagen also gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe?

Wir werden vor allem die Renditen unserer menschlichen Konkurrenz um Längen schlagen – das beweisen zahlreiche Rückrechnungen. Außerdem verbinden wir mit unserem Ansatz zwei Trends der ETF-Branche: Wir verfolgen einen modifizierten Smart-Beta-Ansatz und können zudem auch als Nachhaltigkeits-ETF eingesetzt werden. Käufer des ETFs helfen, unsere bedrohte Umwelt zu schützen.

Auf welche Aktien setzt Mono denn aktuell?

Monos Aktienauswahl wird monatlich auf den Prüfstand gestellt. Dabei wählt er aus dem Aktienuniversum des MSCI World Index seine 100 Favoriten aus. Interessanterweise befinden sich derzeit Titel wie Musa Paradisiaca SE, Chiquita Brands International, Zooplus, Umweltbank und Pantroglodytes Inc unter den Top-5-Aktienpositionen.

Sie haben erwähnt das diese ETF-Auflage nur den Anfang darstellt. Auf welche ETFs können sich Anleger noch freuen?

Ja, das ist richtig. In Zukunft planen wir eine ganze Produktpalette auf alle wichtigen Anlageklassen und Anlageregionen aufzulegen. Wir wollen aber zunächst abwarten, wie dieser ETF bei den Anlegern angenommen wird. Aktuell führen wir auch weitere Studien mit anderen Tierarten durch. Faultiere zeigen dabei ein ähnliches Verhalten wie Affen.

Wollen Sie sich also als Nischenbereich etablieren?

Das ist unsere Absicht. Als neuer ETF-Anbieter ist es immer schwierig, sich gegen die Großen der Branchen zu behaupten. Die Standardindizes sind bestens besetzt und im Bereich Smart-Beta sind die bekanntesten Strategien bereits investierbar. Unser modifizierter Smart-Beta-Ansatz dürfte daher der ganzen Branche einen neuen Wachstumsschub geben.

Herr Pansen, vielen Dank für das Gespräch.

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Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das ETF EXtra-Magazin.