Man muss den Index verstehen

In dieser Rubrik stehen Profis der ETF-Industrie Rede und Antwort. Diesmal stellt sich Chris Plomitzer, Leiterin des ETF Advisory & Trading Team der UniCredit, unseren Fragen.

 

Seit wann beschäftigen Sie sich mit ETFs?

Seit Anfang 2006, als ich damals bei Lyxor angefangen hatte.

Was fasziniert Sie an ETFs?

Vor allem das Wachstum des Markets, die Vielfalt der Produkte und wie sie einfach in einem Portfolio angewendet werden können.

Welche Trends sehen Sie in der ETF-Industrie?

Derzeit sehe ich eine gewisse Gefahr für die Branche. Immer mehr Verwirrungen werden ausgelöst, indem das Thema ETF für fragliche Strukturen ausgenutzt wird.

Welche ETFs fehlen derzeit?

Die aktuelle Produktpalette stellt den Investoren genügend Bausteine zur Verfügung.

Haben Sie selbst ETFs in Ihrem Portfolio?

Ja, ich bin in den Lyxor ETF MSCI World investiert – mittels Sparplan.

Welchen ETF sollte man unbedingt im Depot haben?

Das kann ich leider so nicht beantworten, das richtet sich ganz nach der Asset Allocation und der gewünschten Marktabdeckung des Anlegers.

Auf welche ETFs könnte man verzichten?

Auf Strategie-ETFs und komplizierte Indizes. Wichtig bei der Auswahl von ETFs ist auf jeden Fall die Betrachtung des zugrunde liegenden Index. Diesen sollte man ganz genau verstehen. Gerade bei Strategie-Indizes haben Anleger in den letzten Monaten festgestellt, dass die Funktion nicht richtig verstanden wurde.

Über welchen Handelsplatz kauft man am besten ETFs?

Diese Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Sofern eine Marktliquidität gegeben ist, ist ein Handel über die Börse kein Problem. Allerdings sollten größere Volumina OTC gehandelt werden, um Preisrisiken zu verhindern.

Welches Thema wird die Börse in einem halben Jahr beschäftigen?

LIQUIDITÄT! Liquidität wird eindeutig das Thema sein, dass die Börsen beschäftigen wird.

 

Leserfragen an die Expertin:

Merken Sie eigentlich auch eine steigende Nachfrage vonseiten der Privatanleger?

Roland Oster aus Düsseldorf, per E-Mail

Chris Plomitzer:

Ein klares Ja! Privatanleger können sich mit ETFs ihr Portfolio selbst einfach, transparent und flexibel gestalten. Ich bin davon überzeugt, dass man die Nachfrage noch stärker spüren würde, wenn die ETF-Emittenten auch Kick-back-Zahlungen an Berater leisten würden, wie es aktive Fonds derzeit machen.

Wie sollte Ihrer Meinung nach ein optimales ETF-Weltportfolio aussehen?

Stefan Freudensprung aus Taufkirchen, per E-Mail

Chris Plomitzer:

Das Portfolio sollte vor allem der Risikoklasse des Anlegers entsprechen. Er sollte ausgewogen in Aktien, Renten und zu einem kleinen Teil in Rohstoffe investieren. Ebenso ist eine globale Steuerung sinnvoll. Sinnvoll ist auch eine Core-Satellite- Strategie“, in der das Kerninvestment in Renten erfolgt und einzelne Satelliten Aktien oder Rohstoff-ETFs darstellen.

 

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Weitere interessante Investmentmöglichkeiten finden Sie in unserem ETF-Anlageleitfaden. Dieser erleichtert Ihnen den Einstieg in die Welt der Exchange Traded Funds (ETFs). Wir stellen Ihnen darin die Anlegemöglichkeiten einzelner Länder, Regionen, Sektoren oder Investmentthemen vor.

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