maxblue - Michael Baltruschat
Michael Baltruschat, Leiter Digital Business bei der Deutschen Bank für Privat- und Firmenkunden

Im Rahmen des ETF-Sparplan-Tests 2017 sprach das EXtra-Magazin mit Michael Baltruschat von der maxblue ( Zum Testbericht). Michael Baltruschat leitet seit Oktober 2016 den Bereich Digital Business bei der Deutschen Bank für Privat- und Firmenkunden, zu dem auch maxblue ( Zum Testbericht), das Online-Brokerage-Angebot der Deutschen Bank, gehört.

► Zum ETF-Sparplan-Test 2017

ETF-Sparpläne haben im vergangenen Jahr die Marke von 300.000 Stück überschritten. Welche Erfahrungen machen Sie hier in Ihrem Unternehmen?

Auch bei maxblue spielen ETF-Sparpläne eine wichtige Rolle. Die Anzahl steigt stetig und die vielfältigen Anlagemöglichkeiten sind sehr beliebt. Damit können unsere Kunden kostengünstig, transparent und bequem Kapital aufbauen, z.B. für die Altersvorsorge.

Der ETF-Markt hat zum Jahreswechsel die Marke von 10 Mrd. Euro überschritten. Wie verhält sich dieses Wachstum zum gesamten Fondsgeschäft?

Bei Kunden, die ihre Anlageentscheidung beratungsfrei treffen, sehen wir eine größere Nachfrage nach ETFs. Das geht teilweise zu Lasten von aktiv gemanagten Fonds.

Denken Sie, der ETF-Boom wird vor allem durch den positiven Markttrend der vergangenen Jahre bestimmt? Wie werden sich die Kunden verhalten, wenn sich der Aktienmarkt nicht mehr so positiv entwickelt? Schlägt dann die Stunde der aktiven Manager?

Die ETF-Emittenten bieten zunehmend auch „gemanagte“ ETFs an, die sich im direkten Vergleich mit den Asset Managern der Fonds-Industrie messen müssen.

In den vergangenen Jahren wurde das ETF-Sparplan-Angebot vor allem durch no-fee, also gebührenfreie, Angebote bestimmt. Wird dies so weitergehen, oder planen Sie mittelfristig die Sonderangebote zu reduzieren?

Wir bieten mit unserer ETF-Sparplan-Aktion db x-trackers ETFs und Comstage ETFs an, die bis auf Weiteres kostenfrei angespart werden können.

Welche ETFs sind in Ihrem Haus im Rahmen von ETF-Sparplänen besonders gefragt?

Unsere Kunden legen besonderen Wert auf eine breite Diversifizierung. So sind zum Beispiel ETFs auf den MSCI World besonders beliebt.

Welche zusätzlichen Services bieten Sie Ihren Kunden im Bereich der ETF-Sparpläne?

Auf der Internetseite von maxblue steht unseren Kunden ein breites Angebot an Research- und Marktinformationen zur Verfügung, u.a. auch zu ETFs.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, dem Kunden das Angebot an ETFs bzw. ETF-Sparplänen noch schmackhafter zu machen?

Das Produktangebot unseres Sparplan-Angebots wird laufend aktualisiert. Mit unserem Angebot an 130 ETF-Sparplänen sind wir sehr gut aufgestellt und bieten somit Zugang zu interessanten Sektoren und Märkten.

Warum sollte sich ein Anleger bei ETF-Sparplänen für Ihr Haus entscheiden?

Der maxblue Wertpapier Sparplan zeichnet sich durch ein breites Angebot und eine hohe Flexibilität aus. Ab einer Rate von 50 Euro pro Gattung können im maxblue Wertpapier Sparplan regelmäßig Wertpapiere angespart werden. Dabei kann in bis zu drei Wertpapiere pro Sparplan investiert werden. Die Sparrate und die Auswahl der Wertpapiere können jederzeit und kostenlos geändert werden. Darüber hinaus können alle angebotenen db x-trackers ETFs (89), 10 db ETCs und 18 Comstage ETFs kostenfrei bespart werden.

Zuletzt wurden von den ETF-Anbietern verschieden Portfolio-ETFs, Dachfonds oder ETF-Musterportfolios angeboten. Wie kommen diese Anlagekonzepte bei Ihren Kunden an?

Wir stellen aktuell noch keine verstärkte Nachfrage bei unseren Kunden fest.

Online-Vermögensverwaltungen verzeichnen derzeit ein stärkeres Wachstum und vor allem Medienecho. Die Direktbanken haben hier bisher kaum Angebote am Markt. Woran liegt das? Können Sie nicht mehr so innovativ sein, seit Einführung des Online-Handels?

Maxblue ist Ende 2015 mit einem „AnlageFinder“ gestartet. Wir überarbeiten derzeit das bestehende Angebot und bieten ab Sommer einen Robo-Advisor als digitale Vermögensverwaltung an.

Wie kann die Branche es schaffen, dass sich mehr Anleger dem Thema Geldanlage am Kapitalmarkt widmen?

Die Förderung der Aktienkultur in Deutschland halten wir für ein sehr wichtiges Thema, nicht zuletzt angesichts des Niedrigzinsumfelds und des langfristig sinkenden Rentenniveaus. Zusammen mit anderen führenden Direktbanken engagieren wir uns daher bei der Aktion „pro Aktie“, die mit Studien, Bildungsangeboten und Veranstaltungen, wie z.B. dem „Tag der Aktie“, das Thema Aktienanlage stärker in den Köpfen der Deutschen verankern will. Um Börseneinsteiger an die Finanzmärkte heranzuführen, haben wir das Börsenlernspiel „simVestor“ entwickelt, das kostenlos als App zur Verfügung steht.

Können Sie einen typischen ETF-Anleger in Ihrem Unternehmen näher beschreiben?

Es gibt ein breites Spektrum von Kunden, die in ETFs anlegen. Dies reicht von jungen Berufseinsteigern, die Vermögen aufbauen wollen, über Eltern oder Großeltern, die für Kinder oder Enkelkinder ansparen bis hin zu Anlegern, die eine alternative zum aktuellen Niedrigzins suchen und ihr Anlagevermögen diversifizieren möchten.

► Zum ETF-Sparplan-Test 2017
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Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Franz Rieber Informationsorientierte Betriebswirtschaftslehre und hat einen Master-Abschluss in Finance & Banking. Seit 2016 ist Franz Rieber für die Isarvest GmbH tätig und für das Projektmanagement und die Kundenbetreuung verantwortlich.