Start Interview „Mir war es wichtig, die ETFs im Kontext zu betrachten“

„Mir war es wichtig, die ETFs im Kontext zu betrachten“

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claushecher

Das Extra-Magazin spricht mit Claus Hecher, Gründer der delta one academy, einem Trainingsanbieter zum Thema ETPs, über den Wissensdurst von ETF-Nutzern und sein kürzlich neu erschienenes ETF-Fachbuch „Anlegen wie die Profis mit ETFs“.

Herr Hecher, was steckt hinter der von Ihnen gegründeten delta one academy?

Das Dienstleistungsangebot der delta one academy umfasst primär eine maßgeschneiderte zielgruppenorientierte Ausbildung rund um das Thema ETFs. Daneben werden auch Seminare zu ETF- Spezialthemen und Vortragstätigkeit angeboten. Eine thematische Ausweitung auf strukturierte Anlageprodukte, also Zertifikate, ist zukünftig denkbar. Die Beratung über einen strukturierten ETF-Auswahlprozess stellt ein weiteres Angebot dar.

Welche Kunden möchten Sie mit Ihrem Angebot erreichen?

In erster Linie geht es um Anlageberater. Dabei kommt es weniger darauf an, ob sie für eine Großbank, Privatbank oder Sparkasse arbeiten oder zu einer großen Finanzvertriebsorganisation gehören. In- stitutionelle Investoren, die bisher nur wenig Erfahrung mit ETFs haben, gehören ebenfalls zu den Zielgruppen. Die Honorarberatung wird durch den aktuellen Gesetzesentwurf gestärkt und ist ETF-affin. Kompetente Anlageberatung erfordert daher eine adäquate Ausbildung über ETFs und ETCs.

Wie schätzen Sie die Nachfrage für ETF-Trainings ein?

Nach den Enttäuschungen durch die Finanzkrise achten Anleger vermehrt auf die Kosten der Kapitalanlage sowie die Klarheit und Transparenz des Produktversprechens. Dabei gibt es umfangreichen Bedarf, das notwendige Know-how über faire Anlageprodukte wie ETFs zu vermitteln. Die delta one academy unterstützt ETF-Investoren und Anlageberater beim Aufbau ihres umfassenden Fachwissens, damit die Produktauswahl und der Einbau in die Vermögensstruktur des Anlegers zum Erfolg wird. Gerade in der Anlageberatung bedeutet Wissen Vorsprung!

Informieren die ETF-Anbieter ihre Anleger nicht schon ausreichend?

Die ETF-Anbieter haben bisher institutionellen Anlegern erfolgreich das Grundlagenwissen über ETFs vermittelt und diese von den offensichtlichen Produktvorteilen überzeugt. Das hohe Wachstum der in ETFs verwalteten Vermögen ist der klare Beweis dafür. Dabei steht aber verständlicherweise primär das eigene Produktangebot im Fokus. Für die nächste Wachstumswelle der ETF-Branche stelle ich mir eine neutrale Schulung der Anlaeberater vor. Davon können dann auch die ETF-Anbieter profitieren, denn geschulte Anlageberater setzen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf ETFs, damit ihre Kunden zukünftig zufriedener sind. Auch fruchten Marketing-Botschaften und Sales-Aktivitäten der ETF-Anbieter wesentlich besser, wenn sie auf eine Zielgruppe treffen, die diese versteht. Nur so gelingt es, dass auch Privatanleger vermehrt wie die Profis ihr Geld mit ETFs anlegen. Eine klare Trennung zwischen Vermittlung von Fachwissen über ETFs und Sales-Aktivitäten der Anbieter schafft Vorteile für alle Akteure.

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Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.