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OnVista Bank: Die Nachfrage nach ETFs ist gewaltig

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OnVista Bank im Interview
Michael B. Bußhaus, Geschäftsführer der OnVista Bank.

Im Rahmen des ETF-Sparplan-Tests 2017 sprach das EXtra-Magazin mit Michael B. Bußhaus von der OnVista Bank. Seit dem 01.01.2016 ist Michael B. Bußhaus Geschäftsführer der OnVista Bank GmbH.

► Zum ETF-Sparplan-Test 2017

ETF-Sparpläne haben im vergangenen Jahr die Marke von 300.000 Stück überschritten. Welche Erfahrungen machen Sie hier in Ihrem Unternehmen?

Die Nachfrage ist gewaltig. Allein seit Ende 2015 hat sich die Zahl der ETF-Sparpläne mehr als verdoppelt. Ein Ende des Booms ist derzeit nicht absehbar. Im Gegenteil, in den vergangenen Monaten hat sich das Wachstum sogar noch beschleunigt.

Der ETF-Markt hat zum Jahreswechsel die Marke von 10 Mrd. Euro überschritten. Wie verhält sich dieses Wachstum zum gesamten Fondsgeschäft?

Wir sehen klar, dass das ETF-Geschäft im Vergleich zu anderen Anlageprodukten unser Wachstumstreiber ist. Dazu die Zahlen für 2016: Bei den ETFs haben die AuM gegenüber 2015 um 72% zugelegt. Bezogen auf die Sparpläne sind es sogar 110 Prozent. Anlagezertifikate spielen bei den Sparplänen praktisch keine Rolle mehr, klassische aktive Fonds zwar noch, aber mit abnehmender Tendenz. Vergleicht man AuM und Transaktionen, so haben die ETFs die aktiven Fonds inzwischen deutlich überholt.

Denken Sie, der ETF-Boom wird vor allem durch den positiven Markttrend der vergangenen Jahre bestimmt? Wie werden sich die Kunden verhalten, wenn sich der Aktienmarkt nicht mehr so positiv entwickelt? Schlägt dann die Stunde der aktiven Manager?

Aufgrund der Finanzkrise und dem Niedrigzinsumfeld haben viele Kunden entschieden, dass sie ihre Geldgeschäfte selber in die Hand nehmen wollen. Insofern denke ich nicht, dass die Stunde der aktiven Manager wieder zurückkommt.

In den vergangenen Jahren wurde das ETF-Sparplan-Angebot vor allem durch no-fee, also gebührenfreie, Angebote bestimmt. Wird dies so weitergehen, oder planen Sie mittelfristig die Sonderangebote zu reduzieren?

Sparpläne sind für uns ein Kundenbindungsinstrument. Die 2,50 Euro oder mehr, die andere Broker oft nehmen, sind, abgesehen von einigen wenigen populären ETFs, auch nicht wirklich kostendeckend. Bei weniger populären ETFs legen wir halt etwas drauf, aber wir führen unsere Kunden so an das Thema Wertpapiere heran.

Welche ETFs sind bei der OnVista Bank im Rahmen von ETF-Sparplänen besonders gefragt?

Das sind die Klassiker: Ganz oben steht der MSCI World. Sehr gefragt sind zudem Sparpläne auf bekannte Indizes wie den DAX und den S&P 500 oder ETFs, die eine Dividendenstrategie verfolgen.

Welche zusätzlichen Services bieten Sie Ihren Kunden im Bereich der ETF-Sparpläne?

Weil ETF-Sparpläne so einfach und selbsterklärend sind, sind sie das klassische Produkt für Selbstentscheider. Wir bieten daher über OnVista.de vielfältige Möglichkeiten, den richtigen ETF rauszusuchen, der dann vielleicht auch noch sparplanfähig ist. Mit dem ETF-Finder lassen sich zum Beispiel ETFs nach Wertpapierart, Region, Branche oder Index filtern.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, dem Kunden das Angebot an ETFs bzw. ETF-Sparplänen noch schmackhafter zu machen?

Das kostenfreie Angebot ist eigentlich schon ein wesentliches Argument. Parallel bieten wir aber in regelmäßigen Abständen auch ETF-FlatBuy-Aktionen mit namhaften Produktanbietern an. So können unsere Kunden ETF-Einmalorders noch günstiger durchführen.

Warum sollte sich ein Anleger bei ETF-Sparplänen für die OnVista Bank entscheiden?

Alle Sparpläne sind kostenfrei und werden im gleichen Depot „bespart“, wie der normale Wertpapierhandel. Die Verwaltung erfolgt 100% online und Zusatzkäufe oder Verkäufe sind jederzeit zu den günstigen OnVista Bank-Konditionen möglich.

Zuletzt wurden von den ETF-Anbietern verschieden Portfolio-ETFs, Dachfonds oder ETF-Musterportfolios angeboten. Wie kommen diese Anlagekonzepte bei Ihren Kunden an?

Hierzu können wir derzeit noch nicht sagen. Die Aufnahme ausgewählter Portfolio-ETFs ist aber geplant.

Online-Vermögensverwaltungen verzeichnen derzeit ein stärkeres Wachstum und vor allem Medienecho. Die Direktbanken haben hier bisher kaum Angebote am Markt. Woran liegt das? Können Sie nicht mehr so innovativ sein, seit Einführung des Online-Handels?

Aktuell haben wir keine vorgefertigten Portfolioangebote mit oder ohne Robo-Advisory. Wir hatten zeitweise einen Versuch mit Musterportfolios eines Anbieters gemacht, da mussten die Kunden aber immer selbst ordern und anpassen. Das Thema ist dennoch sehr spannend. Natürlich kommen zahlreiche Fintechs zu uns und hätten gerne die OnVista-Gruppe als Kooperationspartner, da wir das Portal als Vertriebs- und die Bank als Transaktionsplattform anbieten können. Mir erscheinen die meisten Angebote aber immer noch als viel zu kompliziert. Für nicht wertpapieraffine Kunden muss das so einfach wie eine Geld-Überweisung sein. Wir arbeiten an diesem Thema, haben uns aber noch nicht final entschieden, wann und mit welchem Angebot genau wir hier an den Markt gehen.

Wie kann die Branche es schaffen, dass sich mehr Anleger dem Thema Geldanlage am Kapitalmarkt widmet?

Ich glaube, dass hier gilt: „steter Tropfen höhlt den Stein“. Wir haben bei OnVista mit Mein-Finanzwissen.de gerade ein interessantes Angebot gelauncht, das genau auf diese Zielgruppe abzielt. Börsenneulinge werden dort Schritt für Schritt an das Thema Geldanlage am Kapitalmarkt herangeführt.

Können Sie einen typischen ETF-Anleger bei der OnVista Bank näher beschreiben?

Wir haben uns vor kurzer Zeit mal angeschaut, welche Finanzprodukte unsere Neukunden kaufen. ETFs sind zwar quer durch alle Altersklassen beliebt, grob lässt sich aber sagen: Je jünger die Kunden, desto größer das ETF-Interesse. Wer unter 40 ist, investiert sein Geld überdurchschnittlich stark in ETFs. Im Gegenzug spielen klassische Fonds für diese Altersgruppe kaum noch eine Rolle.

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Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Franz Rieber Informationsorientierte Betriebswirtschaftslehre. Seit 2016 ist Franz Rieber für die Isarvest GmbH tätig und im Verlag für die Kundenbetreuung und den Vertrieb verantwortlich.
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