Targobank bringt Plus-Depot
Tom Engel, Bereichsleiter Investment Produkte bei der Targobank

ETFs spielten bei der Bankberatung aufgrund fehlender Provisionen bisher keine Rolle. Mit dem Plus-Depot der Targobank ( Zum Testbericht) erhalten nun Anleger erstmalig eine emittentenunabhängige Beratung, bei der Anleger zwischen rund 6.000 Investmentfonds und 2.000 ETFs wählen können. Das EXtra-Magazin sprach dazu mit Tom Engel, Bereichsleiter Investment Produkte bei der Targobank ( Zum Testbericht).

Die Targobank führt mit dem Plus-Depot als eine der ersten Banken ein ETF-Beratungsangebot ein. Was veranlasste Sie dazu?

Mit dem Angebot des Plus-Depots und der dazugehörigen Einführung eines neuen ETF-Beratungskonzepts machen wir den nächsten Schritt bei der fortwährenden Qualitätssteigerung unserer Anlageberatung. Unser Ziel ist es, den Kunden die beste Beratung mit den besten Produkten am Markt zu bieten. Dazu durchbrechen wir die bisher sehr strikte Unterscheidung von aktiv und passiv verwalteten Fonds. Mit dem Plus-Depot bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit, die für sie besten Produkte aus aktiv verwalteten Fonds und ETFs zu wählen, unabhängig von Transaktionskosten. Wir sprechen also mit dem Plus-Depot bewusst auch Kunden an, die gerne in ETFs investieren möchten, aber bisher nirgendwo eine Anlageberatung mit dem Angebot von ETFs gefunden haben. Sowohl Verbraucherschützer als auch die Fachmedien raten Anlegern ja schon seit geraumer Zeit dazu, ETFs aufgrund ihrer geringen Kostenstruktur bei der Geldanlage in Betracht zu ziehen.

Sie erwähnen bereits gute Erfahrungen. Wie hoch war der Anteil derjenigen Kunden, die sich innerhalb der Testphase für ETFs als Anlageinstrument entschieden haben?

In der Tat, wir waren angenehm überrascht, wie gut das Plus-Depot bereits in der Testphase bei unseren Kunden angekommen ist. Generell kann man sagen, dass sich eine Vielzahl der Kunden für ein gemischtes Portfolio bestehend aus aktiven Investmentfonds und ETFs entschieden haben.

Wie sehen die Beratung und Ihr Angebot „Plus-Depot“ konkret aus?

Die Beratung der Targobank ist ein kontinuierlicher Prozess, der sich flexibel der Lebenssituation des Kunden anpasst. Die Produkte unserer Anlagevorschläge durchlaufen einen unabhängigen, objektiven Fondsauswahlprozess, den wir in Zusammenarbeit mit dem renommierten Fondsanalyse-Institut FERI EuroRating Services AG durchführen. In diesem Fondauswahlprozess werden die Produkte anhand von objektiven quantitativen und qualitativen Parametern überprüft. Dabei sind wir nicht an hauseigene Produkte gebunden. Im neuen Plus-Depot erweitern wir dieses Angebot durch über 2.000 ETFs, die genauso wie aktive Fonds einem objektivem Selektionsprozess unterzogen werden und den qualitativen Anforderungen der Targobank genügen müssen. Anhand eines systematischen und methodisch strukturierten Ansatzes werden dann mittels einer Gegenüberstellung aktiver Investmentfonds mit physischen ETFs der gleichen Anlagekategorie die besten Produkte ermittelt und in einer Asset Allokation zusammengestellt. Neben der Aufnahme von ETFs im Plus-Depot haben Kunden die Möglichkeit, ihr Depot, wenn nötig, immer wieder zu optimieren. Sie können Produkte mit negativer oder auch neutraler Produktbewertung gegen positiv bewertete Produkte austauschen und ein Re-Balancing des Portfolios durchführen, und dies alles unabhängig von Transaktionskosten und gestützt durch ihren Anlageberater in der Filiale. Darüber hinaus können Kunden mit zusätzlich 50 Free Trades pro Jahr selbständig handeln.

Die Mindestanlage beträgt 25.000 EUR. Warum die für viele Anleger so hohe Anlagesumme? Gibt es ein Angebot auch für kleinere Anlagebeträge?

Wir haben festgestellt, dass viele Kunden sich erst für unsere neue Art der Anlageberatung im Rahmen des Plus-Depots interessieren, wenn sie bereits ein gewisses „Basisvolumen“ aufgebaut haben. Wir weisen aber selbstverständlich keine Kunden ab, sollten sie weniger als das Mindestvolumen anlegen wollen. Mit diesem Ansatz bieten wir auch Kunden eine qualitativ hochwertige Anlageberatung, die bei anderen Banken aufgrund ihres Anlagevolumens gar nicht erst beraten werden oder nur Standardlösungen mit Produkten aus dem eigenen Haus erhalten. Unabhängig vom Anlagevolumen bieten wir natürlich auch die Möglichkeit des regelmäßigen Ansparens und Investierens über unsere Investmentsparpläne an. Hier können Kunden in über 6.000 Fonds bereits mit Beträgen ab 25 Euro pro Monat investieren.

Anlageberatung muss bezahlt werden. Wie sieht Ihr Gebührenmodell bei der ETF-Beratung konkret aus?

Für das Plus-Depot zahlen unsere Kunden lediglich ein vom Depotvolumen abhängiges jährliches Entgelt. Bei Neukunden sind das beispielsweise 1,25 % p.a. auf das Depotvolumen beziehungsweise ein Mindestentgelt von 62,50 Euro pro Quartal. Dafür können diese Kunden alle Vorteile des Plus-Depots nutzen: Fondskäufe ohne Ausgabeaufschläge tätigen, keine Bankprovisionen im ETF-Handel und zusätzlich 50 Free Trades im börslichen und außerbörslichen Handel mit anderen Wertpapieren.

Die Konkurrenz im ETF-Beratungsgeschäft wächst – es gibt ETF-Anlagekonzepte, Robo-Advisor sowie Direktbanken mit ETF-Sparplanangeboten. Wie sehen Sie sich in diesem Umfeld mit dem Plus-Depot aufgestellt?

Der Vorteil liegt auf dem ganzheitlichen Beratungsansatz. Damit heben wir uns klar von standardisierten Angeboten vieler Mitbewerber ab. Die Targobank betrachtet den Kunden im Ganzen, berücksichtigt persönliche Faktoren und betrachtet das Gesamtvermögen. Der Anlagevorschlag geht damit auf die persönlichen Bedürfnisse ein und ist individuell auf den Kunden zugeschnitten. Demnach setzen wir auch nicht auf eine dogmatische ETF-Beratung. Unser Ansatz zielt auf die Qualität der Anlageprodukte, unabhängig davon, ob es aktive oder passive Produkte sind. Der Kunde erhält bei uns immer die besten Produkte zu seiner Anlagestrategie, also das Beste aus zwei Welten.

Inwieweit werden andere Banken Ihrem Weg folgen und ETFs in die Beratung mit einbeziehen?

Mit dem Plus-Depot macht die Targobank den ersten Schritt in die differenzierte ETF-Beratung. Wir sehen das Plus-Depot als gefragte Alternative für alle Vermögensberatungskunden. Insofern können wir uns vorstellen, dass andere Retailbanken unserem Ansatz folgen und nachziehen werden. Wann dies der Fall sein wird, bleibt abzuwarten. Viele Mitbewerber bieten bis heute nur Produkte aus dem eigenen Haus an. Von dort ist der Weg hin zur ETF-Beratung wahrscheinlich noch sehr lang.

Lesen Sie dazu auch die Pressemitteilung zur Einführung des Plus-Depot.

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.