Start Interview „ETFs stehen für mich für die Demokratisierung der Anlagewelt“

„ETFs stehen für mich für die Demokratisierung der Anlagewelt“

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ericwiegand

In dieser Rubrik stehen Profis der ETF-Industrie Rede und Antwort. Diesmal Eric Wiegand, Produktmanager bei db x-trackers, Deutsche Bank.

Seit wann beschäftigen Sie sich mit Exchange Traded Funds?

Seit gut fünf Jahren.

Was fasziniert Sie an ETFs?

ETFs stehen für mich für die Demokratisierung der Anlagewelt. Es ist ja noch gar nicht lange her, da waren kostengünstige, effiziente Produkte mit Zugang zu Märkten weltweit nur für Großanleger zugänglich, bei Privatanlegern waren immer Gebühren fällig. Mit 0,2 Prozent Kosten pro Jahr in eine ganze Region zu investieren, das finde ich eine erstaunliche Entwicklung.

Welche Trends sehen Sie in der ETF-Industrie?

Die Branche wird nach den stürmischen Jugendjahren erwachsen. Heute finden Sie ETFs auch als Teil von Versicherungen, in Pensionsfonds oder bei Sparplänen über Discountbroker. Dieser Trend wird weitergehen, dass ETFs als Alternative in immer mehr Segmenten und von mehr und mehr Anlegergruppen genutzt werden.

Welche ETFs fehlen derzeit?

Viele ETFs werden vor allen deshalb gekauft, weil der Index seit teilweise mehr als 100 Jahren bekannt ist, nicht wegen der Qualität des Indexportfolios. Ich könnte mir vorstellen, dass es mehr ETFs auf intelligent gebaute Indizes geben wird. Aber das wird noch etwas dauern, bis sich das durchsetzt.

Haben Sie selbst ETFs in Ihrem Portfolio? Wenn ja, welche?

Natürlich nutze ich auch sehr gerne ETFs. Der Fokus liegt dabei i. d. R. auf breit gestreuten Indexportfolios wie z. B. beim STOXX 600 für Europa oder dem MSCI Emerging Markets für Märkte mit noch größerem Wachstumspotenzial.

Welchen ETF sollte man unbedingt im Depot haben?

Am Ende kommt das auf die persönliche Situation des Anlegers an. Benötigt man regelmäßige Auszahlungen? Plant man mit einem Horizont von fünf, zehn oder 20 Jahren? usw.

Auf welchen ETF könnte man Ihrer Meinung nach gut verzichten?

Auf jeden ETF mit einer zu hohen Abweichung von seiner Benchmark!

Welchen ETF-Kauf würden Sie für Ihre Kinder oder Patenkinder tätigen?

Als Basisanlage eignet sich unser Portfolio TR Index ETF beispielsweise über einen Sparplan. Der zugrundeliegende Index verfolgt einen Ansatz über verschiedene Asset-Klassen und hat einen Fokus auf Erträge wie etwa hohe Dividendenzahlungen.

Leserfragen an den ETF-Experten

Wie reagieren Ihre Kunden auf die Diskussionen über die Transparenz von ETFs?

Da auf unserer Website www.dbxtrackers.com alle Wertpapiere einsehbar sind, die sich aktuell im ETF befinden oder als Sicherheit hinterlegt wurden, sind unsere Kunden bei dem Thema sehr entspannt.

Viele Ihrer Produkte sind recht komplex – sprich das nicht gegen die Philosophie von ETFs?

Der ETF-Gedanke besagt, dass ein definiertes Indexportfolio möglichst genau und zu niedrigen Kosten abgebildet wird, dieses Ziel verfolgen wir sehr transparent.

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Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.
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