Sebastian Külps, Leiter des Deutschland- und Österreich-Geschäfts bei Vanguard, über den neuen Dax-ETF.
Sebastian Külps, Leiter des Deutschland- und Österreich-Geschäfts bei Vanguard.

Fast pünktlich zum Jubiläum geht Vanguard mit einem Dax-ETF für hiesige Anleger an den Start. Wir fragen bei Sebastian Külps nach, der das Geschäft in Deutschland und Österreich leitet.

Herr Külps, Vanguard gibt erstmals auch für deutsche Anleger einen Dax-ETF heraus. Weshalb haben Sie sich für diesen Schritt entschieden?

Der Dax, der diesen Monat dreißig Jahre alt geworden ist, ist der führende Aktienindex für Deutschland. Seit drei Jahrzehnten ermöglicht er Anlegern, sich mit den erfolgreichsten und liquidesten Unternehmen der größten Volkswirtschaft Europas vertraut zu machen.

Wenn Sie das mit den Vorteilen eines kostengünstigen, transparenten ETFs kombinieren, ist der Vanguard DAX UCITS ETF (WKN: A2JF6S) eine überzeugende Option für Anleger, die hochwertige, ausgewogene und diversifizierte Portfolios zusammenstellen möchten.

Es ist für uns auch der jüngste Schritt in unserem langfristigen Engagement in Deutschland. Im vergangenen Monat haben wir unser erstes Büro in Frankfurt eröffnet und im Oktober vergangenen Jahres unser komplettes europäisches ETF-Angebot an der Deutschen Börse gelistet.

Warum rückt für Sie der deutsche Markt in den Mittelpunkt?

Wir glauben, dass es eine echte Chance gibt, die Kosten und die Komplexität von Investitionen in Deutschland zu senken. Vanguard gehört den Anlegern unserer US-Investmentfonds. Dadurch entsteht kein potenzieller Interessenkonflikt zwischen den Bedürfnissen des Unternehmens und denen unserer Kunden. Seit über vierzig Jahren können wir die daraus resultierenden Skaleneffekte in Form von niedrigeren Gebühren an die Anleger weitergeben.

Auch der positive Rückenwind in Deutschland ermutigt uns. Immer mehr Investoren erkennen die Bedeutung der Kosten, und die hohen Kosten belasten die Renditen der Anleger. Auch Regulierungsinitiativen wie Mifid 2 stellen sicher, dass die Anleger ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis erhalten.

Was ist das Besondere an dem Produkt und lassen sich die laufenden Kosten bereits absehen?

Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenzprodukten ist der Vanguard DAX UCITS ETF ein ausschüttender ETF, das heißt er zahlt quartalsweise eine Bardividende aus. Mit einer TER (Gesamtkostenquote) von nur 0,10 Prozent ist er zudem einer der günstigsten Dax-ETFs.

Ebenso wichtig ist, dass die Anleger wissen, dass sie ein qualitativ hochwertiges Produkt erhalten. Vanguard war in den 70er Jahren der Pionier der Index-Investition und verfügt über mehr als 40 Jahre Erfahrung in der Verwaltung indexierter Produkte.

Der ETF wird mit irischer Kennung ausgestattet sein. Wieso keine deutsche?

Alle unsere europäischen ETFs haben ihren Sitz in Irland. Wir glauben, dass dies eine Reihe von Vorteilen für die Anleger hat. Wichtig ist, dass die UCITS-Vorschriften in ganz Europa und weltweit eingeführt, respektiert und anerkannt sind. Mit zunehmender Größe steigt dadurch auch die Möglichkeit, die Gebühren zu senken.

Die jüngsten regulatorischen Änderungen in Deutschland bedeuten auch, dass ein deutscher Anleger keinen steuerlichen Nachteil mehr hat, wenn er einen Dax-ETF mit Sitz in Irland hält, im Gegensatz zu einem mit Sitz in Deutschland. Das ist eine Änderung, die wir begrüßen – sie hat das Potenzial, die Dinge für Investoren einfacher und potenziell günstiger zu machen.

Können Sparer vielleicht schon bald ebenso auf Vanguard-ETFs setzen, die andere europäische Länder abbilden?

Es gibt keine aktuellen Pläne, aber wir würden es nicht ausschließen. Wir erforschen ständig neue Produkte und Möglichkeiten im Hinblick auf die Bedürfnisse der Investoren.

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Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das EXtra Magazin.