Start Interview „Unabhängigkeit in Bezug auf den Indexanbieter ist wichtig“

„Unabhängigkeit in Bezug auf den Indexanbieter ist wichtig“

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Peter Scharl klein

iShares legte vor wenigen Tagen vier ETFs auf Aktienfaktoren auf. Das EXtra-Magazin sprach mit Peter Scharl, Deputy Head of iShares Deutschland, über die neuen Produkte.

 

Peter Scharl
Deputy Head of iShares Germany

 

Nach der Deutschen AWM legte nun auch iShares vier ETFs auf Aktienfaktoren auf. Was macht solche Produkte aus Sicht der Anleger in der aktuellen Marktsituation interessant?

Das interessante an unseren Faktor- ETFs ist, dass sie eine Alternative zu den klassischen Beta-Produkten und somit eine Verbindung zwischen der aktiven (Alpha)-Welt und der passiven (Beta)-Welt darstellen. Wir haben uns dazu entschlossen vier verschiedene Faktor-ETFs auf den MSCI World für unsere Anleger anzubieten und damit unsere Palette der Smart-Beta ETFs zu erweitern. Unsere Anleger bekommen dadurch die Möglichkeit risikoadjustiert in einen weltweiten Index zu investieren und je nach Marktlage und –einschätzung effizient und kostengünstig in vier Renditetreiber – Value, Size, Quality, Momentum – investieren zu können.

Was unterscheidet Ihre Produkte von denen der Deutschen AWM?

Wir arbeiten was den Indexanbieter anbetrifft mit MSCI zusammen. MSCI ist führend was die Indexkonzepte anbelangt und der Gold-Standard gerade im institutionellen Bereich. Die Indizes eignen sich deshalb für ein breites Spektrum an Kunden wovon auch Privatkunden in Form von hoher Volumina und engen Spreads an der Börse profitieren können. Die Unabhängigkeit in Bezug auf den Indexanbieter ist wichtig um nicht in die Verlegenheit eines Interessenskonflikts zu geraten. Weiterhin achten wir darauf, dass die Indexmethodik transparent und verständlich für den Anleger ist und der Index dabei physisch investierbar bleibt. Ich denke dass wir all die Ziele bei den neuen Faktor-ETFs in hohem Maße erreicht haben.

Worauf sollten Anleger beim Kauf solcher Strategie-ETFs achten?

Sie sollten sich, wie bei jedem Investment, mit der Indexstruktur und Indexzusammensetzung auseinandersetzen. Bei unseren vier neuen Faktor-ETFs haben wir darauf geachtet, dass die Indexzusammenstellung verständlich und für verschiedene Anleger und Marktphasen auch sinnvoll ist. Obwohl die einzelnen Risikofaktoren über einen langen Zeitraum Renditeprämien gegenüber ihren martkapitalierten Pendants vereinnahmt haben gilt es ja nach Marktphase auf den richtigen Faktor zu setzen. Die Indexzusammenstellung und die entsprechenden Kriterien finden unsere Anleger auch auf unserer Webseite (www.iShares.de)

Welche Zielgruppe möchten Sie mit den neuen Produkten vor allem ansprechen?

Wir sprechen mit unseren neuen Faktor-ETFs eine sehr breite Zielgruppe an, da diese für verschiedene Zwecke eingesetzt werden können. Sie eignen sich sowohl für den langfristigen Anleger, der eine alternative Allokation für sein MSCI World Investment mit unterscheidendem Kennzahlen, wie z.B. Sharpe-Ratio, Volatilität, sucht. Desweiteren eignen sie sich auch für den taktischen Investor, der in bestimmten Marktphasen auf unterschiedliche Renditetreiber setzen möchte.

Wir beobachten auch dass sich Faktormodelle im instutionellen Bereich bereits etabliert haben und sich auch bei Privatkunden als Ergänzung immer weiter durchsetzen.

Inwieweit plant iShares seine Produktpalette im Bereich Strategie-ETFs auch künftig weiter auszubauen und wo sehen Sie im derzeitigen Angebot in diesem Bereich noch Lücken?

Wir bieten im Bereich der Strategie-ETFs in Deutschland bereits 24 Produkte in folgenden Kategorien an: Dividenden-ETFs, Minimum Volatility, Stil, Nachhaltigkeit und Faktoren. Auf Grund der hohen Nachfrage sind wir jedoch ständig bemüht unsere Palette um sinnvolle Erweiterungen für unsere Anleger auszubauen. Sie können also noch einiges von uns erwarten.