Start Interview Unser primäres Ziel ist es größere Verlustphasen zu vermeiden

Unser primäres Ziel ist es größere Verlustphasen zu vermeiden

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Markus Kaiser Veritas

Der Dachfondsspeziallist Veritas Investment Trust konnte im Jahr 2009 mit seinen ETF-Dachfonds sehr gute Ergebnisse erzielen. Das EXtra-Magazin im Gespräch mit Markus Kaiser, dem Geschäftsführer von Veritas.

Herr Kaiser, Ihr Flaggschiff der ETF-Dachfonds hat 2009 mit einem Plus von 18,7 Prozent abgeschlossen. Was war Ihr Erfolgsgeheimnis?

Das turbulente Börsenjahr 2008 entwickelte sich zu einer großen Bewährungsprobe für aktive Strategien. Gerade in schwierigen Zeiten besteht die Herausforderung darin, den Vermögenserhalt sicherzustellen. Dabei lautet unser Ansatz immer, über aktive Managementansätze Mehrwerte für unsere Kunden zu generieren. Doch der relative Vergleich steht nicht zwingend im Vordergrund, sondern das absolute Ergebnis zählt. Im Kalenderjahr 2009 wurde dann umso deutlicher, welch wichtigen Beitrag modellbasierte Investmentansätze für den Anleger liefern können. Nur wenige Fondsmanager hatten bereits im März 2009 den Mut wieder verstärkt in Aktien zu investieren. Unser Trendphasenmodell lieferte jedoch zu diesem Zeitpunkt wieder positive Signale.

Der ETF-Portfolio Global konnte im gleichen Zeitraum 41,6 Prozent erwirtschaften. Spricht das nicht gegen aktives Management?

Nein, das spricht für ein extrem positives Aktienmarktumfeld in den vergangenen zehn Monaten. Im Unterschied zum ETF-Dachfonds ist der ETF-Portfolio Global immer zu 100 Prozent in den Aktienmärkten investiert. Der Fonds bietet Anlegern eine moderne Investmentlösung, die langfristig regelbasiert anpassungsfähig bleibt, da sich das starke Wirtschaftswachstum aufstrebender Länder und Regionen im Zeitverlauf auch in einem höheren Anteil am weltweiten Gross Domestic Product (GDP) und somit auch im Portfolio wiederspiegeln wird.

Wie gehen Sie bei der Auswahl Ihrer Investments vor?

Der ETF-Dachfonds wird aktiv gemanagt. Dabei setzen wir ein computergestütztes Modell zur systematischen Selektion und Gewichtung der Kapitalmärkte ein. Das Ziel ist, mit einem aktiven Managementansatz langfristig Vorteile aus der flexiblen Vermögensverteilung und der Wahl der richtigen Investitionszeitpunkte zu erwirtschaften. Dabei kommen technische Indikatoren zum Einsatz, die auf quantitativer Basis zusammengeführt werden. Auf Basis dieser Trendanalysen legen wir in der strategischen Komponente die prozentuale Aufteilung der Anlageklassen sowie die mittel- bis langfristige Regionalgewichtung fest. Dazu kommt eine taktische Komponente, mit der wir auf kurzfristige Marktbewegungen reagieren.

Kritiker sagen das Trendfolgesysteme in schwierigen Märkten nicht funktionieren. Was können Sie dem entgegnen?

Im Vergleich zu anderen Trendfolgesystemen, ist unser Trendphasenmodell darauf ausgerichtet, Trends zu selektieren, darüber hinaus aber auch Über-und Untertreibungen in den Kursentwicklungen zu identifizieren. Die primäre Zielsetzung ist größere Verlustphasen zu vermeiden und dazu ist es notwendig, den Signalen entsprechend, systematisch nach den Ergebnissen des Modells zu handeln. Nur so ist für den Investor auch eine Kontinuität in der Anlagestrategie zu gewährleisten.

Welche Punkte sollten Anleger bei der Wahl einzelner ETFs unbedingt berücksichtigen?

Durch die Vielzahl an Produkten und die steigende Komplexität innerhalb der Produkte wird es für den Laien immer schwieriger den Überblick zu behalten und die richtige Wahl zu treffen. Kriterien unserer Auswahl sind insbesondere die Handelbarkeit über mehrere Market Maker und eine entsprechende Liquidität, ein ausreichendes Fondsvolumen sowie die Genauigkeit bei der Indexreplikation.

Vor welchen Herausforderungen steht ein Fondsmanager im Jahr 2010?

Es ist davon auszugehen, dass es auch im Jahr 2010 zu starken Schwankungen an den Märkten kommen wird. Deswegen ist es umso wichtiger richtig aufgestellt zu sein und die nötige Flexibilität in der Steuerung der Asset Allocation, dabei vor allem hinsichtlich der Aktienquote mitzubringen. Unser quantitativer Ansatz unterstützt durch das Trendphasenmodell bietet uns damit auch weiterhin die ideale Grundlage für konsequente Marktentscheidungen.

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