Start Interview Unsere ETCs sind zu 110 Prozent besichert und damit insolvenzsicher

Unsere ETCs sind zu 110 Prozent besichert und damit insolvenzsicher

65
RBS Experte Kemal Bagci

Kemal Bagci
Direktor bei RBS

Mit einem verwalteten Vermögen von etwa 1 Mrd. US-Dollar zählt die Royal Bank of Scotland (RBS) in Europa eher zu den kleineren Anbietern im ETF-Segment. Anders sieht es im Bereich der Zertifikate aus. Dort belegt die RBS Platz 2. Kürzlich wurde die Palette an ETNs um 10 Produkte ausgebaut. EXtra-Magazin im Gespräch mit Kemal Bagci, Direktor bei RBS.

Herr Bagci, Ihr Haus hat bereits seit Jahren ETFs im Angebot. Warum erweitern Sie nun Ihre Produktpalette ausgerechnet um ETCs und ETNs?

ETFs sind bei Anlegern sehr beliebt und die Nachfrage ist weiterhin hoch. ETFs stellen Sondervermögen dar. Es besteht damit kein Emittentenrisiko. Dem Vorteil der größeren Sicherheit stehen aber auch Nachteile gegenüber. So sind Investments in einzelne Rohstoffe oder eine beschränkte Zahl von Basiswerten mit Fonds nicht möglich. Um diese Lücke zu füllen, haben wir unsere Produktpalette um besicherte ETCs und ETNs erweitert. Denn diese bieten sowohl hohe Sicherheit als auch die Möglichkeit, einzelne Basiswerte wie Gold und Öl abbilden zu können. Der Anleger kann damit die Vorteile beider Welten nutzen: die Sicherheit der ETFs kombiniert mit der Flexibilität von Zertifikaten.

Was sind denn die wesentlichen Unterschiede zwischen Ihren ETNs und Ihren Zertifikaten?

Der entscheidende Unterschied zu den Indexzertifikaten liegt darin, dass unsere ETCs/ETNs zu 110 Prozent besichert und damit insolvenzsicher sind. Den ETCs/ETNs sind ein diversifiziertes Portfolio von Staats- und Unternehmensanleihen und liquiden Aktien hinterlegt, das im Insolvenzfall der Emittentin von einem Treuhänder liquidiert wird. Der Liquidationserlös wird danach dem Anleger zugeführt. Der RBS physical Gold-ETC ist durch physisch hinterlegte Goldbarren besichert. Für diese Hinterlegung verlangen wir keine zusätzliche Besicherungsgebühr. Der Anleger bezahlt ausschließlich die ausgewiesene Managementgebühr. Zudem sind unsere ETCs/ETNs im ETF-Segment der Börse gelistet und unterstehen somit den gleichen Handelsbedingungen wie ETFs. Das bedeutet, dass zusätzliche Market Maker eine hohe Preistransparenz gewährleisten, und wir verpflichten uns, einen täglichen NAV auszuweisen.

Welche Kundengruppe möchten Sie mit Ihren Produkten erreichen? Die zugrunde liegenden Indizes sind ja zum Teil sehr exotisch.

Wir möchten sowohl Privatkunden als auch institutionelle Kunden erreichen. Die exotischen Basiswerte werden unserer Expertise in Emerging Markets und Rohstoffen gerecht. Die Kunden kennen uns als Themenhaus für diese Märkte. Bei der anfänglichen Produktauswahl haben wir Wert darauf gelegt, ETCs/ETNs auf Basiswerte zu emittieren, die sich sowohl bei Privatkunden als auch bei institutionellen Kunden bewährt haben. So genießen unsere Jim Rogers Rohstoffindizes hohes Ansehen im Privatkundensegment. Viele institutionelle Kunden hingegen möchten etablierte Standardindizes günstig handeln.

Ihr Gold-ETC bietet eine physische Goldhinterlegung. Wie funktioniert das?

Der RBS physical Gold ETC bietet dem Anleger einen liquiden Zugang zu physischem Gold. Das Gold liegt im Tresor und dient als Sicherheit, falls die Emittentin des ETCs in Schwierigkeiten kommt. Der Bestand und die Identifikationsnummern der physisch hinterlegten Goldbarren werden kontinuierlich veröffentlicht. Die entscheidenden Vorteile gegenüber einer Direktinvestition sind, dass der Anleger sich keinen Tresor mehr zulegen muss, das Gold nicht versichern muss und dass er es zum Weltmarktpreis liquide handeln kann. Bei den RBS physical Gold ETCs handelt es sich nicht um ein Sondervermögen wie bei Fonds. Dennoch ist das Produkt insolvenzsicher. Die Auslieferung des Goldes kann ab 5 LBMA-Standardbarren beantragt werden.

Was ist das Besondere an den von Jim Rogers entwickelten RICI Enhanced Indizes?

Im Gegensatz zu klassischen Rohstoffindizes sind die RICI Enhanced Indizes rolloptimiert. Durch den RICI Enhanced- Mechanismus versuchen wir Rollverluste zu minimieren, indem wir Filter einbauen, die z. B. die zyklischen Besonderheiten des Basiswerts, die Liquidität und die Rollrendite der nächsten Futures berücksichtigen.

TEILEN
Vorheriger ArtikelShipping-ETF: Volle Fahrt voraus
Nächster ArtikelBörsen lieben Überraschungen
Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.