Start Interview VanEck: In Deutschland sehen wir insbesondere Interesse an Smart-Beta-Strategien

VanEck: In Deutschland sehen wir insbesondere Interesse an Smart-Beta-Strategien

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Torsten Hunke, Geschäftsführer VanEck Europe

VanEck legte zuletzt den ersten in Deutschland handelbaren ETF auf US-Vorzugsaktien auf. Das EXtra-Magazin sprach darüber sowie über künftige Ziele des ETF-Anbieters mit Torsten Hunke, Geschäftsführer VanEck Europe. 

VanEck hat den ersten in Deutschland handelbaren ETF auf US-Vorzugsaktien aufgelegt. Was macht solche Vorzugsaktien aus Anlegersicht so interessant?

Auf der Suche nach Rendite sehen Anleger zunehmend Chancen außerhalb der traditionellen Anlageklassen. In diesem Zusammenhang bieten Preferred Shares eine ideale Symbiose aus Anlagen in Aktien und Anleihen. Vorzugsaktien bieten eine attraktive Renditechance im Vergleich zu Stammaktien. Zudem sind Dividenden von Preferred Shares kumulierend. Ausstehende Dividendenzahlungen müssen immer zunächst an Vorzugsaktionäre ausgezahlt werden, bevor das Unternehmen Stammaktionären wieder eine Dividende zahlen darf. Besonders aus Rendite/Risiko-Sicht (Sharpe Ratio) bieten US-Vorzugsaktien wesentliche Vorteile gegenüber US-Aktien.

Auch Invesco PowerShares legte vor kurzem einen solchen ETF an der Londoner Börse auf. Preferred Shares gibt es jedoch schon lange. Warum passen gerade jetzt Preferred Shares so gut ins aktuelle Marktumfeld?

VanEck hat den ETF am 9. November  auf XETRA gelistet, um deutschen Investoren den Zugang zu dieser spannenden Assetklasse zu erleichtern und war damit der erste US Preferred Shares ETF am deutschen Markt. Preferred Shares bieten ein attraktives Rendite/Risiko-Verhältnis. Durch ihren Stand in der Kapitalstruktur („Hybrid“, zwischen Eigen- und Fremdkapital) bieten Preferred Shares einerseits eine höhere „Dividendenrendite“ als Stammaktien und gleichzeitig eine höhere Rendite als Anleihen des Unternehmens.

Was unterscheidet diesen ETF, außer dass er bereits in Deutschland handelbar ist, von dem kurz zuvor aufgelegten Produkt?

Wesentliche Unterscheidungsmerkmale der beiden Produktkonzepte sind der höhere Anteil von als Investment Grade gerateten Indexkomponenten (79 Prozent vs. 57 Prozent) sowie der geringere Anteil an Finanzinstituten und Banken (74 Prozent vs. 83 Prozent).

Mit welchen Dividenden können Anleger rechnen, gibt es für Preferred Shares vielleicht eine langfristige Studie?

Aktuell ist die Dividendenrendite des US-Preferred Shares Index 5.7 Prozent p.a. Im Vergleich dazu bietet der US-Aktienindex S&P 500 eine Dividendenrendite i.H.v. ca. 2.1 Prozent p.a. und US-Investment Grade-Anleihen bieten eine Rendite von ca. 3.9 Prozent.

Darüber hinaus legten Sie einen breit gestreuten Rohstoff-ETF auf. Warum sollten sich Anleger gerade für dieses Produkt entscheiden?

Der VanEck Vectors Natural Resources UCITS ETF bietet eine Anlagelösung für natürliche Ressourcen (einschließlich Wasser und erneuerbare Energien). Der ETF bietet ein breit diversifiziertes Rohstoffaktienportfolio. Anleger können über diesen ETF am globalen Wachstum partizipieren und von Inflationstendenzen profitieren.

VanEck ist nun seit gut fünf Jahren in Deutschland auf dem Markt. Wie sieht Ihre bisherige Bilanz aus, was dürfen Anleger von Ihnen im kommenden Jahr erwarten?

Seit Gründung im Jahr 1955 steht VanEck für intelligente Investmentstrategien, die gezielt attraktive Möglichkeiten im Markt aufgreifen. Mit einem verwalten Vermögen von 43 Milliarden US-Dollar zählt VanEck zu den global führenden ETF-Anbietern. In Deutschland sehen wir insbesondere Interesse an Smart-Beta-Strategien. In diesem Bereich haben wir den VanEck Vectors Morningstar US Wide Moat UCITS ETF nach Deutschland gebracht. Hierbei handelt es sich um eine von Warren Buffet eingesetzte Investmentstrategie. Wir haben zudem in den Bereichen Emerging Markets und Vorzugsaktien (Preferred Equity) 2017 weitere ETFs nach Deutschland gebracht. Als eigentümergeführtes Familienunternehmen ist VanEck mit seinem europäischem Headquater seit Jahren in Frankfurt verwurzelt. Hier steht ein internationales Team aus Asset-Management-Experten zur Verfügung. Derzeit erarbeiten wir weitere Smart-Beta-ETF-Lösungen insbesondere auch im Bereich Anleihen.

Hier weitere Informationen zu den angesprochenen neuen ETFs des Anbieters.

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.