Start Interview „Voll und ganz auf sein Investment in US-amerikanische Investmentgrade-Unternehmensanleihen konzentrieren“

„Voll und ganz auf sein Investment in US-amerikanische Investmentgrade-Unternehmensanleihen konzentrieren“

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Vor einigen Tagen wurde der UBS ETF – Barclays US Liquid Corporates 1-5 Year (hedged to EUR) A – acc. aufgelegt. Das EXtra-Magazin spriach mit Dag Rodewald, Leiter Vertrieb UBS ETFs Deutschland und Österreich, zu den Hintergründen der Emission und beleuchtete die künftigen Herausforderungen des Schweizer ETF-Pioniers.

UBS legte vor kurzer Zeit den UBS ETF – Barclays US Liquid Corporates 1-5 Year (hedged to EUR) A – acc. auf. Was bewegte Sie dazu, ein solches thesaurierendes Produkt im heutigen Marktumfeld aufzulegen?

Mit der Auflage dieses ETF haben wir unser Angebot an Fixed-Income-ETFs weiter ausgebaut. Den Barclays US Liquid Corporates 1-5 Year Index hatten wir bereits zuvor mit einem ETF abgedeckt – allerdings ohne Währungssicherung. Bisher musste sich der Euro-Investor also neben der Entwicklung von US-Unternehmensanleihen auch eine Meinung zur Entwicklung des US-Dollar gegenüber dem Euro bilden. Mit dem neuen ETF kann sich der Investor hingegen voll und ganz auf sein Investment in US-amerikanische Investmentgrade-Unternehmensanleihen konzentrieren. Aufgrund der Währungssicherung wird das Wechselkursrisiko des US-Dollar gegenüber dem Euro abgesichert und somit die Volatilität der Gesamterträge deutlich reduziert. Das Produkt ist aber auch für die Investoren interessant, die während ihrer Anlagedauer mit einer Erholung des Euro rechnen – sie können den ETF dementsprechend taktisch einsetzen.

Warum konzentriert sich der ETF auf die drei Sektoren Industrie, Versorger und Finanzen?

Das hängt mit der Gewichtung der Titel im zugrunde liegenden Index, dem Barclays US Liquid Corporates1-5 Year Index, zusammen. Für den Index kommen US-Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating infrage, die von US-Firmen aus den Sektoren Finanzwesen, Industrie und Versorgungsbetriebe emittiert werden. Alle Unternehmensanleihen werden demnach einem dieser drei Sektoren zugeordnet. Ende Februar dieses Jahres sah die Gewichtung folgendermaßen aus: 50,7 Prozent der enthaltenen Unternehmensanleihen stammten von Finanzdienstleistern, 49,3 Prozent von Industrieunternehmen. Insgesamt enthält der Index 115 Titel. Der UBS ETF bildet den Index im Optimierungsverfahren mit 110 Titeln ab. Die Anleihen haben eine Restlaufzeit von mindestens einem Jahr und höchstens fünf Jahren.

Wie lukrativ sind derzeit US-Unternehmensanleihen und wie bewertet Ihr Research die künftige Renditeentwicklung in Bezug auf die erwartete Zinsanhebung bei US-Staatsanleihen?

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für US-Unternehmensanleihen dürften mittelfristig weiter positiv bleiben. Die USA erzielen nach wie vor Wachstum, auch wenn es zuletzt hinter den Erwartungen zurückblieb. Im Februar wurden im zwölften Monat in Folge mehr als 200 000 neue Stellen geschaffen – das ist der längste Zeitraum mit einem solchen ununterbrochenen Beschäftigungswachstum seit Mitte der 1990er Jahre. Die Arbeitslosenquote ist mittlerweile auf 5,5 Prozent gesunken und liegt damit im Bereich der Marke von 5,1 Prozent, die nach Ansicht von Fed-Vertretern Vollbeschäftigung bedeutet. Dies verspricht ein schnelleres Lohnwachstum und höhere Konsumausgaben, vor allem vor dem Hintergrund der niedrigeren Benzinpreise. Selbst bei einer Erhöhung der Leitzinsen dürften US-Unternehmensanleihen deshalb mittelfristig bessere Renditechancen bieten als US-Staatsanleihen. Vor diesem Hintergrund ist der neue UBS ETF für Investoren eine sinnvolle Option zur Diversifizierung ihrer Portfolios.

Was sollten Anleger bei dem ETF besonders beachten?

Interessant dürfte für Investoren sein, dass der ETF den Index physisch repliziert. Er investiert also direkt in die im Barclays US Liquid Corporates 1-5 Year Index enthaltenen Anleihen. Investoren erhalten damit einen transparenten und kostengünstigen Zugang zu US-Unternehmensanleihen. Zur Währungsabsicherung wird bei UBS ETFs eine erprobte und kostengünstige Methode eingesetzt: Die Fremdwährungen werden abgesichert, indem 1-Monats-Fremdwährungs-Forwards verkauft werden. Der Betrag der verkauften Forwards des letzten Handelstages im Monat entspricht der Emissionsgrößengewichtung der im Index enthaltenen Wertpapiere. Diese werden einen Handelstag vor dem ersten Kalendertag des Folgemonats in der jeweiligen Währung bewertet. Der daraus resultierende Gewinn oder Verlust wird realisiert und im zugrunde liegenden Index neu investiert oder im Falle eines Devisenverlusts entsprechend durch den Verkauf von ETF-Bestandteilen ausgeglichen. Danach wird ein neuer Devisenterminkontrakt eröffnet. Der ETF bietet Investoren somit eine einfache Möglichkeit der Währungsabsicherung.

Die ETF-Branche feierte ihr 15-jähriges Bestehen von ETFs in Europa. UBS war bereits früh mit dabei. Wie gut sieht sich UBS im ETF-Bereich aufgestellt und was sind die mittel- bis langfristigen Unternehmensziele für diesen Bereich?

In der Tat wurden die ersten UBS ETFs bereits 2001 aufgelegt – und zwar die UBS ETFs auf den Euro Stoxx 50, den MSCI USA, den MSCI Japan und den FTSE 100. Somit gehört UBS zu den europäischen ETF-Anbietern mit der längsten Erfahrung. Wir verwalten mittlerweile mehr als 23 Milliarden Euro in unseren ETFs und haben uns als viertgrößter europäischer ETF Anbieter mit einem Marktanteil von über 5 Prozent etabliert. Seit Jahresbeginn wurden uns von unseren Kunden Neugelder in Höhe von 3,4 Milliarden Euro anvertraut. Vielen Dank an alle Investoren für das Vertrauen, das sie in uns entgegenbringen. Das indexierte Portfoliomanagement ist seit 30 Jahren eine der Schlüsselkompetenzen von UBS Global Asset Management. Dank dieses Know-hows gewährleisten UBS ETFs eine präzise Indexreplikation, die höchsten Standards entspricht. Ein Faktor, der für Investoren, die passive Lösungen suchen, von größter Wichtigkeit ist. 2015 wollen wir unser ETF-Angebot weiter optimieren und weiter konsequent an den Wünschen unserer Kunden ausrichten. Nach wie vor sehen wir einen großen Bedarf an Portfoliobausteinen, die Investoren einen währungsgesicherten Zugang zu internationalen Aktien und Anleihen ermöglichen.

Als größte Herausforderung bezeichneten Sie vor kurzem, noch mehr Privatanleger von den Vorzügen von ETFs zu überzeugen. Welche Möglichkeiten sehen Sie dabei und was unternimmt dabei die UBS konkret?

Derzeit konzentrieren wir uns insbesondere auf die Betreuung institutioneller Kunden. Mittel- bis langfristig planen wir aber in jedem Fall den Ausbau des Vertriebsnetzes im Retail-Geschäft. Denn hier sehen wir noch großes Potenzial. ETFs sind aufgrund günstiger Gebühren äußerst gut geeignet für den langfristigen Aufbau einer privaten Altersvorsorge. Im Vergleich zu Deutschland setzen in den USA – prozentual gesehen – bereits deutlich mehr private Anleger ETFs ein. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch hierzulande noch mehr Privatanleger die Vorteile von ETFs für sich entdecken.

 

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