Start Interview Wir produzieren ETFs nur auf Nachfrage unserer Investoren

Wir produzieren ETFs nur auf Nachfrage unserer Investoren

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In dieser Rubrik stehen Profis der ETF-Industrie Rede und Antwort. Diesmal stellt sich Thomas Meyer zu Drewer, Leiter des ETFs-Geschäfts von Lyxor in Deutschland und Österreich, unseren Fragen.

Seit wann beschäftigen Sie sich mit ETFs?

Beruflich seit 1998, als es die ersten Überlegungen für Exchange Traded Funds in Europa gab.

Was fasziniert Sie daran?

Die Möglichkeit, eigene Asset-Allokation- Überlegungen punktgenau umsetzen zu können und das Risiko über aktive Anlageinstrumente zusätzlich variieren zu können.

Welche Trends sehen Sie in der ETF-Industrie?

Die Anzahl der Produkte und Anbieter wird weiter zunehmen.

Welche ETFs fehlen derzeit?

Ich freue mich diesbezüglich immer über Nachfragen von Anlegern, denn für den Anleger produzieren wir ETFs, nicht für uns, nur weil wir glauben, es fehlt etwas.

Haben Sie selbst ETFs in Ihrem Portfolio?

Meine Kinder, Patenkinder und ich sind in ETFs zu unterschiedlichen Themen investiert – neben einem Tagesgeldkonto. Ich selbst besitze darüber hinaus noch aktive Fonds.

Welchen ETF sollte man unbedingt im Depot haben?

Emerging Markets gehört ein Teil der Zukunft – aber bitte mit Augenmaß dosieren.

Auf welche ETFs könnte man verzichten?

Auf den 30. Euro-Stoxx und 10. DAXETF.

Über welchen Handelsplatz kauft man am besten ETFs?

Diese Frage spielt für den Langfristanleger nur eine untergeordnete Rolle und der tradingorientierte Anleger weiß dies vermutlich ohnehin besser als ich.

Welches Thema wird die Börse in einem halben Jahr beschäftigen?

Wie immer gegen Jahresende: Hätte man XY gekauft, dann hätte man YZ mehr auf dem Konto.

Welcher Umstand behindert Ihrer Meinung nach die Entwicklung des europäischen ETF-Marktes?

Aus deutscher Sicht sind es die fehlenden Bestandsvergütungen, die den Willen zum Vertrieb von ETFs bremsen. Da geht allerdings auch die Bitte an den Anleger: Gute (Finanz-)Beratung sollte auch angemessen bezahlt werden. Honorarberatung hat nur eine Chance, wenn Service nicht immer kostenlos erwartet wird.

Ihr Haus bietet zwei Afrika-ETFs an. Ist das nicht nur ein Modethema wegen der Fussball-WM?

Wie auf vielen Kontinenten gibt es natürlich Licht und Schatten. Ich glaube, dass einfach ein Anlass fehlte, damit sich mehr Anleger mit diesem vergessenen Kontinent beschäftigen. Zur Depotbeimischung wird Afrika auch über die WM hinaus interessant sein – natürlich mit Risiken!

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Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.
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