Start Interview „Wir wollen nur qualitativ hochwertige ETFs anbieten!“

„Wir wollen nur qualitativ hochwertige ETFs anbieten!“

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Levente Kulcsar, ETF-Vertriebschef für Deutschland und Österreich bei der Credit Suisse (Deutschland) AG.

Levente Kulcsar kann auf eine langjährige Erfahrung in der ETF-Industrie zurückblicken. Derzeit ist er bei der Credit Suisse (Deutschland) AG tätig. Seine Aufgabe ist es, den Vertrieb der Credit Suisse ETFs in Deutschland und Österreich auszubauen. Das EXtra-Magazin hat Herrn Kulcsar bei der Verleihung der EXtra ETF-Awards in Stuttgart getroffen und mit ihm vor allem über die Strategie der Credit Suisse im ETF-Bereich gesprochen.

Herr Kulcsar, können Sie uns bitte einige Hintergrundinformationen zum Engagement der Credit Suisse im ETF-Markt geben?

Die Credit Suisse ist in diesem Markt bereits seit 2001 aktiv und Marktführer in der Schweiz. Mit aktuell etwa 13,3 Milliarden US-Dollar in unseren ETFs sind wir derzeit bereits der viertgrößte ETF-Anbieter in Europa. Im vergangenen Jahr wurde bei der Credit Suisse die Entscheidung getroffen, international zu expandieren. Im Rahmen dieser Expansionsstrategie zählt Deutschland zu den Kernmärkten. Wir wissen von unseren Kunden, dass Transparenz, Qualität und Vertrauen bei Finanzprodukten wichtige Kriterien sind, und setzen dies konsequent in unseren ETFs um.

Was hat die Credit Suisse auf dem ETF-Markt vor?

Wir wollen eine neue Art von ETFs lancieren. Die Produkte basieren auf einer Zusammenarbeit zwischen den Geschäftsbereichen Asset Management und Investment Banking. Anleger profitieren dabei zum einen von der Integrität und Erfahrung des Asset Managers und zum anderen von der führenden Position der Investmentbank im Wertpapiergeschäft sowie in der Strukturierung von Finanzprodukten. Wir gehen davon aus, dass diese innovativen Produkte bei den Anlegern gut ankommen werden – auch weil die Credit Suisse ein gutes Image genießt.

Zuletzt wurden zahlreiche ETFs auf Emerging-Markets- Indizes lanciert. Welche Rolle spielen Schwellenländer im ETF-Segment der Credit Suisse?

Die Emerging Markets sind für uns ein sehr wichtiges Thema. Die Credit Suisse ist schon seit vielen Jahren in diesen aufstrebenden Ländern engagiert und infolgedessen lokal sehr gut vernetzt. Dies ist bei der Entwicklung neuer ETFs vorteilhaft. Wir haben im August dieses Jahres 13 neue ETFs auf einzelne Schwellenländer beziehungsweise Regionen aufgelegt. Wir können uns vorstellen, mittelfristig weitere Emerging-Markets-ETFs auf den Markt zu bringen. Schließlich punkten Schwellenländer mit demografischen Vorteilen, einem steigenden Konsum der Bevölkerung, der Urbanisierung und dem fortschreitenden Ausbau der Infrastruktur in den Städten sowie ihrem Rohstoffreichtum – wichtige Faktoren, die die Wirtschaftsentwicklung positiv beeinflussen. Vor diesem Hintergrund müssen Anleger quasi auf die Emerging Markets setzen – am besten mit kostengünstigen und transparenten ETFs.

Welcher Schwellenländer-ETF von der Credit Suisse ist aus Ihrer Sicht besonders interessant?

Dazu zählt sicher der ETF auf den CSI 300 (ISIN: IE00B5VG7J94). Der Index, den dieser ETF abbildet, umfasst 300 Aktien von chinesischen Aktienunternehmen, die nur von Chinesen gekauft werden können. Somit bekommen Anleger mit diesem ETF Zugang zu einem vielversprechenden Markt, an dessen Entwicklung sie normalerweise nicht partizipieren könnten. Positiv zu werten ist zudem, dass der CSI 300 tatsächlich nur Aktien von chinesischen Gesellschaften beinhaltet, was bei anderen China-Indizes wie dem MSCI China und beim Hang Seng nicht der Fall ist.

Sie bieten sowohl Swap-basierte als auch physisch replizierende ETFs an. Warum?

Das hängt damit zusammen, dass wir unseren Kunden nur qualitativ hochwertige ETFs anbieten möchten, die sich durch wettbewerbsfähige Gebühren auszeichnen. Um dies gewährleisten zu können, bilden wir einige Märkte, zu denen auch die Schwellenländer zählen, mit Swap-basierten ETFs ab. Die relativ hohen Management- und administrativen Kosten würden physisch replizierende Emerging-Markets- ETFs für Anleger unattraktiv machen. Wenn wir jedoch einen liquiden Markt haben, dessen Aktien gut handelbar sind, können wir problemlos einen voll replizierenden ETF auflegen.

Was muss getan werden, damit sich noch mehr Anleger für ETFs interessieren?

ETF-Anbieter, Börsen und Finanzmedien sollten kontinuierlich auf die Vorteile von ETFs hinweisen. Das Ziel muss dabei sein, den Privatanlegern genügend Informationen zu liefern, dass sie sich selbstständig für bestimmte ETFs entscheiden können.