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Aua – VW tut weh!

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Hallo, Leute! Die Börse hat VW schnell und fürchterlich brutal bestraft. Gestern Abend folgte die nächste Strafe – die fand ich aber brutal-schön – durch Robert Lewandowski: 5 Tore in 9 Minuten für FC Turbo Bayern München gegen VfL Volkswagen Wolfsburg. Nee, was im Moment so alles abgeht! Manchmal möchte ich mich in meinen Bau verkriechen: Um uns herum atemberaubende Spannungen, Krisen, Kriege. Dazu Sorgen über China und die Weltwirtschaft und ein Flüchtlingsproblem, das Europa zu überfordern scheint. Und jetzt das – ausgerechnet während der IAA in Frankfurt am Main, wo die Weltautomobilindustrie sich feiert und ihre neuen Modelle auf den Laufsteg schickt. Das tut weh!

Es ist noch gar nicht absehbar, was alles bei diesem Mega-Skandal herauskommen und welche Folgen es haben wird. Die Kreise werden immer weiter. Und was das jetzt schon kostet – vor allem an der Börse, nein, an den Börsen! Zwei Dinge, die mich dabei beschäftigen, will ich hier und heute nur mal kurz antitschen.

Global vernetzte Finanzmärkte im Zeitalter der Computer werden mit der täglichen Informationsflut gar nicht mehr fertig. Zum Nachdenken bleibt oft keine Zeit, man geht schnell rein und raus mit den anderen Akteuren. Herdentrieb. Eigene Meinung ist zu riskant. Und zu viel Risiko wird der krisengeschüttelten Finanzindustrie durch die Gesetzgeber mittlerweile untersagt. Erst Griechenland, dann China, die Geldpolitik der Amis und dann die Diesel-Abgase – wie soll man das alles bewertungstechnisch in den Griff kriegen? Und: Alles ist heute grenzüberschreitend, international, es mischen also dauernd viel mehr Akteure mit als früher (von den Algorithmen ganz zu schweigen). Kurzfristig werden die Börsen unberechenbar, was höchstens die Trader freut.

Deshalb muss ich als alter Fuchs ernsthaft befürchten, dass gerade das VW-Desaster das hierzulande ohnehin geringe Vertrauen in die Aktienanlage zusätzlich schwer beschädigt. Jo, es gibt natürlich immer auch jemand, der den Verkäufern gegenübersteht, es gibt also Anleger, die auch jetzt bei nur noch zweistelligen VW-Kursen die Hand aufhalten. Und ich bin sicher, irgendwann werden sich die Wagemutigen über gut erholte Kurse freuen können. Aber wen interessiert das heute schon.

Nee, meine Freunde, VW tut weh – das ist kein Blechschaden! Übrigens bestätigt die Kursentwicklung seit Montag eine alte Erkenntnis: Glaubt nur nicht nach Kursstürzen, eine Aktie könnte nicht noch tiefer fallen! Hier wenigstens noch ‘ne Kleinigkeit zum Schmunzeln, und zwar eine schon zynisch klingende Pressenotiz von gestern: „Die Twintec AG (WKN: A0LSAT), ein führender Anbieter von Produkten zur Abgasnachbehandlung, sieht durch die aktuelle Diskussion zu Abgaswerten im Fahrzeugbereich positive Impulse für innovative Technologien in diesem Bereich.“

Quelle: http://www.onvista.de/news/aua-vw-tut-weh!-14045545

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