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Bafin prüft überzogene Verwaltungsgebühren für Fonds

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Die Bafin prüft aktive Fonds.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) prüft den Verdacht zu großer Passivität bei Fonds, die als aktiv gemanagt vertrieben werden.

 

Anleger zahlen jährlich viel Geld für aktiv gemanagte Fonds. Dabei bilden viele Fonds offenbar nur einen Index nach. Nun prüft die Bafin, ob in diesen Fällen zu Gebühren verlangt werden.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) prüft den Verdacht zu großer Passivität bei Fonds, die als aktiv gemanagt vertrieben werden. Das berichtet die „Frankfurt Allgemeine Zeitung“ (FAZ) in ihrer Dienstagsausgabe. Anbietern wird demnach vorgeworfen, hohe Gebühren für die Fondsverwaltung zu verlangen, obwohl sie mit dem Fonds nur einen Index nachbilden.

Anbieter aktiv verwalteter Aktienfonds verlangen im Schnitt eine jährliche Gebühr in Höhe von 1,5 Prozent des angelegten Betrages. Mit der Verwaltungsgebühr werden u.a. Fondsmanager bezahlt, die entscheiden, in welche Anlageobjekte das Geld fließen soll und dadurch eine überdurchschnittliche Rendite erzielen. Dem gegenüber stehen Indexfonds (ETFs), die nur einen bestimmten Index möglichst exakt nachbilden. Für Indexfonds, auch als passive Fonds bezeichnet, werden deutlich geringere Verwaltungsgebühren fällig. Statt jährlich 1,5 müssen Anleger meist nur 0,1 Prozent zahlen.

Die Bafin will nun prüfen, ob aktiv gemanagte Fonds nicht eigentlich passive Fonds sind. Dazu sollen laut FAZ demnächst Daten bei den Fondsgesellschaften abgefragt werden. Entsteht der Eindruck, dass ein Fonds sich sehr stark an einem Index orientiert, müssen die Anbieter nachweisen, ob der Fonds tatsächlich aktiv verwaltet wird.

Die geplante Untersuchung der Bafin fußt auf einer Erhebung der europäischen Finanzaufsicht Esma. Diese hatte 2600 europäische Aktienfonds in den Jahren 2012 bis 2014 auf eine zu große Nähe zu einem Vergleichsindex untersucht. Bei 5 bis 15 Prozent der untersuchten Fonds bestand demnach der Verdacht, dass sie nicht aktiv verwaltet werden und zu hohe Verwaltungsgebühren verlangen.

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Foto: g0d4ather /shutterstock.com

Quelle: http://www.onvista.de/news/bafin-prueft-ueberzogene-verwaltungsgebuehren-fuer-fonds-25931113

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