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Cash in de Täsch – warum nicht!

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Hallo Leute! An den Börsen ist eigentlich nie was „sicher“. Und seit Ausbruch der Finanzkrisen und dem Anhalten der Finanzrepression konnte jeder Anlageexperte seinen Kunden vorsichtshalber verklickern, dass ab jetzt nirgendwo nix sicher ist. Jo. Momentan greift man sich als intensiver, aber distanzierter Beobachter der Finanzmärkte wieder öfter an die Birne: keine klaren Tendenzen, keine Trends, totaler Meinungssalat und ständige Prognosekorrekturen. Da verlierst Du als Privatanleger schnell die Peilung. Wem willst du in einem solchen Umfeld noch vertrauen?

Dass ich ganz langfristig auf Aktien stehe, wisst Ihr, meine Freunde. Daran ändert sich auch nix, kein bisschen! Aber wohin geht die Börse in den nächsten Monaten? Was machen die Notenbanken – und wann? Was wird aus der Wirtschaft insgesamt? Weiten sich die Ost-West-Spannungen weiter aus (Syrien muss einem Angst machen)? Zerbricht unser Europa an der Herausforderung durch die Flüchtlingskrise?

Ein Ex-Kumpel von mir, der sein Revier längst an die Westküste von Ami-Land verlegt hat, rief mich gestern Abend nach Jahren wieder mal an: Der übliche Smalltalk, dann kam er zur Sache, begann zu lästern und zu spotten – über Deutschland. Da fielen Sprüche wie „Euer Made in Germany könnt Ihr jetzt wohl einpacken“ oder „In den USA ist man richtig sauer auf Volkswagen“. Seine ironische Frage, ob er jetzt spekulativ auf VW oder lieber auf Deutsche Bank setzen sollte, habe ich ihm nicht beantwortet. Meine langfristigen Argumente für eine Aktienanlage hier bei uns interessierten ihn nicht. Er war gut informiert und winkte schließlich auch bei meinem Hinweis auf die Immobilienmärkte ab: „Als Hausbesitzer drohen einem in Deutschland ja bald höhere Steuern oder Zwangsmaßnahmen, war jedenfalls zu lesen.“ Nee, ganz anders als ich wollte er von Europa als Anlageziel vorläufig nichts mehr wissen – er ist halt längst amerikanisiert.

Zugegeben, man kann schon die Krise kriegen, weil man Geld rumliegen hat und momentan kein interessantes Investment sieht. Vor allem auf absehbare Zeit, sagen wir bis Ende kommenden Jahres, drängt sich ja nix auf. Dabei geht’s ja nicht nur um die Sicherheit, sondern meistens auch um die Rendite: Wo kriegt mein Geld noch Junge? Wenn Ihr ungeduldig werdet und Euch jetzt nicht entscheiden könnt – Geld ausgeben ist für mich schon immer sinnvolle Alternative gewesen. Und Konsum ist ja eine Stütze unserer Wirtschaft, man tut also was ausgesprochen Gutes. Aber Cash in de Täsch ist gegenwärtig noch eine empfehlenswerte Alternative zur Geldanlage. Man kriegt zwar keine Zinsen, daran haben wir uns gewöhnen müssen, aber es verliert nicht mehr an Wert! Wir haben keine Inflation und kriegen sie so schnell auch nicht wieder. So sieht es augenblicklich jedenfalls aus. Das macht nur den Ökonomen und vor allem den Notenbankern (die wollen 2 Prozent) schwer Kummer. Die Amis verschieben deshalb sogar ihre erste Zinserhöhung. Ich sage, freuen wir uns doch! Geld behält erst mal seinen Wert. Also kann man es ruhig liegenlassen und parken, bis einem was Besseres einfällt. Nee, kein Dauerzustand, sondern erst mal parken. Ich kann mir gut vorstellen, dass manchen von Euch viel Cash in de Täsch jetzt durchaus mehr Spaß macht als Dax, Gold oder sonst was.

Post an den Börsenfuchs: boersenfuchs@onvista.de

Quelle: http://www.onvista.de/news/cash-in-de-taesch-warum-nicht!-15303255

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