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Chance und Risiko – Beispiel Iran

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Hallo, Leute! Noch mal ein paar Takte zum Thema Risiko – bei mir heißt das ja immer Chance und Risiko. Ich krieg nicht nur Zuschriften, in denen es um Dax, Dow oder andere beliebte Märkte geht. Es gibt Leser (und nicht zu knapp!), die den Kick suchen, also Anlagen mit besonderem Reiz (= Chance). Nur Nestlé und sowas, das ist zu langweilig. Lieber was Abgefahrenes, das prickelt, weil man bewusst auch ein entsprechend hohes Risiko eingeht. Bei den ansonsten gähnend langweiligen Anleihen sind es beispielsweise die „Hochzins-Bonds“ wackliger Schwellenländer. Und im Bereich alternativer, nachhaltiger Beteiligungen kann man sich vor allem land- und forstwirtschaftliche Investments unterschiedlicher Konstruktion raussuchen – Ackerland, Baumplantagen, Holzpellets usw. Aber: Da werden einem manchmal Renditen versprochen, bei denen man eigentlich nur den Kopf schütteln kann. Eigentlich.

Am Wochenende habe ich u.a. eine Story über Berliner Rinca GmbH gelesen („Ihr unabhängiger Partner für Direkt-Investments in Sachwerte wie Container“). Die bieten alles Mögliche an, neben Güterwaggons und LED-Strahlern auch Rindvieh! Mit mindestens 5.000 Euro, Dollar oder Franken können über eine Rinderzucht Jungtiere in Paraguay gekauft werden. Diese werden dann von Vertragsfarmern aufgepäppelt und nach 12 bis 22 Monaten verkloppt. Mindestens 8 Prozent Rendite stellen die Initiatoren in Form einer Vorzugsausschüttung in Aussicht. Als Bonus kommt gegebenenfalls die Hälfte des Reingewinns dazu. Motto: „Werden auch Sie jetzt Eigentümer vom täglich wachsenden Sachwert Rind!“ Es geht um Kühe, nicht um (Börsen-)Bullen (www.rinca.de).

Ich habe mich vergangene Woche unerkannt beim Frankfurter Finanz Forum eingeschlichen, weil sich da u.a. die persische Aspian Invest AG des schwäbischen Bankers und Börsianers Stefan R. Kille präsentierte – die 2014 gegründete erste ausländische Investmentgesellschaft in Teheran. Der Laden sollte ursprünglich im Iran das eigene Vermögen verwalten, da bisher die politische Grundlage noch nicht gegeben war, sich weiteren Investoren zu öffnen. Inzwischen sieht es so aus, als hätte Kille ein gutes Näschen gehabt, denn der Iran mit seinem riesigen Potenzial (nicht nur Öl!) steht ja vor seiner Rückkehr in die Weltwirtschaft. Unser Wirtschaftsminister ist nach erfolgreichem Abschluss der langwierigen Anti-Atom-Verhandlungen als erster gleich medienwirksam hingejettet. Und unsere Wirtschaft reibt sich schon die Hände, denn zu den Persern hatte man früher schon beste Beziehungen.

Wer hätte das gedacht: In Teheran gibt es drei Börsen (darunter eine Rohstoffbörse) und reichlich Banken und Broker. Der Kapitalverkehr ist noch nicht freigegeben – noch nicht. Iran-Pionier Kille hat aber jede Menge vor und will institutionellen und Privatanlegern einiges bieten. Persische Aktien – wer hat die schon? Ich habe mitgeschrieben: Das durchschnittliche KGV liegt momentan bei 4,9 und der Anteil der ausländischen Investoren bei 1 %. Die Dividendenrendite ist im zweistelligen Prozentbereich. Kille, so mein Eindruck, spuckt keine großen Töne, ist eher ein leiser Typ. Ein Schwabe. Er rechnet mit enormen Chancen für beide Seiten, wenn die Sanktionen beseitigt sind und der Kapitalverkehr mit dem Ausland liberalisiert wird. Logisch, dass sich Banker und andere Finanzindustrielle aus dem Westen in Iran jetzt die Klinke in die Hand geben. Die Nachricht für ungeduldige Privatanleger: Man kann schon jetzt in Teheran einkaufen! Ist zwar umständlich, und man muss persönlich erst einmal hinfliegen, um ein Konto zu eröffnen. Kille hilft dabei, persönlich (www.aspian-invest.com).

Merke: Wer was Ausgefallenes sucht, der findet auch!

boersenfuchs@onvista ( Zum Testbericht).de

Quelle: http://www.onvista.de/news/chance-und-risiko-beispiel-iran-10080215

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