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China-Konjunktur oder Fed-Entscheidung?

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Hallo, Leute! Ich hab mich entschieden: Am Donnerstag sollte Janet Yellen bekanntgeben, dass die Ami-Notenbank ihren Zins erstmals seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 anhebt. Gleichzeitig empfehle ich ihr, schon mal anzukündigen, dass in ein paar Monaten der nächste homöopathische Schritt folgen dürfte, dass dies aber kein Signal für einen stärkeren Zinsanstieg sei. Jo, es reicht jetzt mit der Ungewissheit. Das dauernde Diskutieren, Zögern, Warten auf noch bessere Konjunkturdaten geht allen auf den Senkel. Auch die Börsen brauchen jetzt eine klare Ansage. Dann passiert auch nix. Ich glaube jedenfalls nicht, dass das internationale Kapital verzweifelt rumirren oder in ganz großem Stil nur nach Ami-Land gelenkt wird. Ja, der Dollar wird dann noch fester – na und? Damit können wir leben.

Allerdings: Ich bin mir alles andere als sicher, dass die Fed-Chefin und ihre Truppe auf den alten Börsenfuchs hören werden. Gestern hat Reuters eine Umfrage veröffentlicht, wonach 10 von 17 befragten Geldhäusern die Zinswende erst für das vierte Quartal oder noch später erwarten. Und: Die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Anhebung des Schlüsselsatzes ist in den vergangenen Wochen auf 40 von 60 Prozent gesunken. Grund: Der Aufschwung am US-Arbeitsmarkt sei noch nicht breit genug. Na ja. Es gibt auch gegenteilige Analystenmeinungen.

Gucken wir gleichzeitig, wie seit Wochen gewohnt, nach Osten. Da sträuben sich mir schon wieder die Nackenhaare, wenn ich Sätze wie die folgenden lese: „Peking (Reuters) – In China kühlt sich die Konjunktur weiter ab. Am Sonntag vorgelegte Daten zu Industrieproduktion und Investitionen fielen schwächer aus als erwartet.“ Aber: Man rechnet deshalb mit zusätzlichen Schritten der Regierung zur Stützung des Wachstums. Die schwächere Entwicklung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft sorgt seit Wochen für Druck auf die internationalen Finanzmärkte. Und jetzt? Chinas Industrieproduktion hat im August „nur“ um 6,1 Prozent zugelegt, während Analysten ein Plus von 6,4 Prozent prognostizierten. Unerhört! Ignorieren die Staatskapitalisten etwa die Wünsche ihrer westlichen Handelspartner? (Joke).

Es ist ja nix Neues, dass die Börse mit Enttäuschung (= Kursverluste) reagiert, wenn Prognosen der Oberexperten nicht eintreffen – die Vorhersagen waren schließlich „eingepreist“. Nur stellt niemand die Frage, woran das liegt. Man könnte sonst ja auf die Idee kommen, dass die Analysten zu doof sind. Nee, nee, das stimmt nicht, denn das sind eigentlich besonders kluge Köpfe. Eigentlich.

Also, meine Freunde und Sonstigen, jetzt wird’s wirklich spannend! Es könnte eine auch für die Aktienkurse richtungsweisende Woche werden. Ich bleibe dabei, den Vorsichtigen unter Euch erst einmal den Standby-Modus zu empfehlen. Bis zum Zinsentscheid in Amerika. Die langfristig Mutigen sollten unabhängig davon weiter Dax & Co. kaufen.

boersenfuchs@onvista ( Zum Testbericht).de

Quelle: http://www.onvista.de/news/china-konjunktur-oder-fed-entscheidung-13331095

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