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Der Countdown

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Sanduhr läuft ab
Wenn die USA die Zinsen doch nicht so schnell anziehen, könnte Gold weiter steigen. Das Edelmetall ist charttechnisch in einer spannenden Situation.

Hallo Leute! Melde mich zurück in good old Germany. Aber wo ist was good? Wo kann man sich wirklich noch cool auf den Bobachterposten setzen? Überall nur Krisen, Kriege und politische Katastrophen. Die Scheiße ist global. 12.000, 11.000, 10.000, 9.000, 8.000 – ein Dax-Countdown, den kaum einer so erwartet hatte (ich auch nicht). Die Unternehmer werden immer nervöser, die Anleger sind es längst. Die Medien wirken wie negative Katalysatoren: Sie sammeln Expertenstimmen und Analystenargumente, versorgen tagtäglich die nach bad News gierenden Märkte. Zu den Mega-Themen Öl, China und Weltkonjunktur kommt jetzt auch noch die Bedrohung durch eine neue Bankenkrise (Handelsblatt-Titel von heute: „Das Bankenbeben“).

Trotzdem: Ist die Welt auf einmal wirklich so schlecht, dass ein solcher Crash auf Raten gerechtfertigt wäre? So schlecht wie jetzt sind deutsche Aktien noch nie ins Jahr gestartet. Und Argumente, die 2015 noch für steigende Kurse taugten, verkehren sich nun ins Gegenteil. Was in diesem Unwetter oft übersehen wird: Wir erleben jetzt eine Schattenseite der Globalisierung – die großen Spieler stecken sich mit ihren Ängsten an, totale Unsicherheit wird zur Epidemie, der Herdentrieb hetzt die Kurse. Anders ausgedrückt: Die Börsen können heute eine viel stärkere Eigendynamik entwickeln als früher.

„Die Aktie hat eine neue Alternative“ – habe ich was verpasst? Denn diese Überschrift in einem Newsletter gehörte zu einem Interview mit dem hoch geschätzten Fondsmanager und Aktienfan Christoph Bruns. Und dann las ich mit einem Lächeln genau das, was ich schon seit langem predige: „Die Alternative zur Aktienanlage ist nicht mehr die Zinsanlage. Die ist tot. Die Aktie hat vielmehr eine neue Alternative: Konsum. Wenn man Geld hat, kann man es sparen oder eine Freude daran haben, indem man es für schöne Dinge ausgibt. Wenn das normale Sparen tot und die Aktie zu riskant ist, dann konsumiert man. Und das machen die Menschen derzeit auch. Nach vielen mageren Jahren steigt der Konsum. Das ist wiederum gut für die Aktienmärkte, denn davon profitieren die Unternehmen, die diese Güter herstellen.“

Jetzt schon in Aktien wieder einsteigen? Das ist was für Wagemutige und Übermütige. Nee, wer weiß schon, was noch alles auf uns zukommt. Dabei bin ich unverändert davon überzeugt, dass viele Anleger später einmal seufzend nachrechnen werden, was sie verpasst haben („Hätte ich doch spätestens bei 9.000 Dax gekauft!“). Trotzdem empfehle ich lieber, jetzt mehr Geld auszugeben als anzulegen. Die Chinesen machen das übrigens auch so.

Post an den Börsenfuchs: boersenfuchs@onvista ( Zum Testbericht).de

Quelle: http://www.onvista.de/news/der-countdown-24904687

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