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Der Dax lebt nicht von Draghi allein

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Hallo, Leute! Die Zeit rennt wieder mal davon: Sommer adé, bald tauchen in den Supermärkten wieder die Vollmilch-Weihnachtsmänner auf. O.K., ein alter Fuchs empfindet das wahrscheinlicher viel intensiver als die Jungen. Aber das macht unsereinen auch sensibler: Ich bedauere immer öfter die spürbare Kurzfristigkeit, die sich im digitalen Zeitalter überall durchsetzt. Das gilt halt auch für die Geldanlage. Kein Wunder, wenn viele Sparer sich dann fragen: „Worauf kann ich mich eigentlich noch verlassen?“

Aktuelles Beispiel: die gestrige Draghi-Börse. Der Marktbericht im heutigen Handelsblatt hat den Titel „Ein guter Tag – Die Aussicht auf billiges Geld der Frankfurter Notenbank lässt Anleger jubeln“. Jo, völlig richtig. An der Aussicht hat sich auch nichts geändert, aber der Dax tickt schon wieder anders. Er machte gestern einen Satz auf über 10.317 Punkte und ist heute früh schon wieder bis auf 10.146 abgerutscht. (Ich hab natürlich keine Ahnung, wo er stehen wird, wenn Ihr diese Zeilen lest). Was soll man davon halten?!

Ersten, die Anleger bleiben nervös. Zweitens, es ist Freitag, da wollen viele Börsianer ihre Aktienbestände schon wegen der Wochenendpause vorsichtshalber abbauen. Drittens, man wartet wieder mal auf total wichtige Konjunkturdaten. Diesmal geht es um den neuen Arbeitsmarktbericht aus Amiland. Der gibt nämlich – vielleicht! – Hinweise, ob die Fed den Leitzins tatsächlich im September (zur Monatsmitte) erhöht oder noch bis Dezember abwartet. Und was bedeutet das Ganze für Euch? Achselzucken, mehr nicht.

Gibt es eigentlich eine Korrelation zwischen den Temperaturen und den Aktienkursen? Manchmal schon, zufällig. Die Abkühlung draußen muss für die Börse gar nix heißen. Aber so sehr sich die Strategen auch über Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi freuen, der den Fuß auf dem Liquiditäts-Gaspedal halten will – voll erfolgreich sind unsere Währungshüter eben nicht. Deshalb müssen wir genau darauf achten, ob die sowieso schon bescheidenen Erwartungen für das Wachstum der Weltwirtschaft nicht immer weiter nach unten korrigiert werden müssen. Von der Geldpolitik, dem bisherigen Börsenmotor, erwarte ich auf absehbare Zeit ja nix Schlimmes, im Gegenteil. Die Aktienkurse werden dadurch auch weiter gestützt. Fraglich ist aber, ob das für einen weiteren Aufschwung ausreicht. Mit anderen Worten: Die „richtige“ Wirtschaft, die produzierende, muss auch richtig in Schwung kommen.

Für Freunde der Investment-Fachsprache habe ich noch ein kleines Schmankerl, nämlich den Anfang einer Pressenotiz, die mich eben erreicht hat (keine Kaufempfehlung!): LONDON, 4. September 2015 – Goldman Sachs Asset Management („GSAM“) gibt die Auflegung des Goldman Sachs Global Absolute Return Portfolios bekannt. Der Fonds strebt beständige, attraktive und von traditionellen Märkten unabhängigere Renditen an. Er investiert in mehrere Anlageklassen und nutzt dabei Anlageideen aus der gesamten GSAM-Sparte und manövriert sich mit dynamischer Asset-Allokation durch sich verändernde Märkte. Der Fonds ist ein neuer Zielfonds der UCITS-fähigen in Luxemburg ansässigen Goldman Sachs Funds SICAV.“

Post an den Börsenfuchs: boersenfuchs@onvista.de

Quelle: http://www.onvista.de/news/der-dax-lebt-nicht-von-draghi-allein-12564399

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