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Der lange Atem

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Hallo, Leute! Heute mal nix Kurzfristiges (Fed-Entscheid in ein paar Stunden – sehr wichtig!), denn: „Aktiensparer brauchen langen Atem“. Diese gestern vom Bankenverband veröffentlichte Feststellung haut uns wirklich nicht um. Ihre wisst genau wie ich, dass die Unternehmensbeteiligung von Haus aus nicht von heute auf morgen gedacht ist, sondern möglichst über viele Jahre hinweg. Ich habe das Papier zum Anlass genommen, die aktuellen Marktbetrachtungen prominenter Analysten und Volkswirte zu sortieren – wer ist bullisch, wer eher bärisch und mit welchem Zeithorizont.

Die vereinzelten Crash-Warnungen nehme ich zur Kenntnis, ohne dass sie mich erschrecken. Speziell in Ami-Land tauchen sie unregelmäßig, aber immer wieder auf. Ein Super-Experte hatte bereits den 8. Juni als „schwarzen Montag“ angekündigt. Kürzlich warnte der populäre Nobelpreisträger Robert Shiller in einen Interview wieder mal vor einem Kurskollaps – ähnliches hatte er schon vor Monaten gesagt, aber hinzugefügt, er würde trotzdem Aktien kaufen. Und jetzt lese ich: Die USA werden im Jahr 2018 in die nächste Rezession rutschen, tippen US-Wirtschaftswissenschaftler in einer Umfrage. Was sollen solche Vorhersagen???

Mein Sortierergebnis lautet: Nach wie vor sind nationale und internationale Strategen mehrheitlich ganz klar pro Aktie gestimmt. Viele von ihnen erwarten für die nächsten Wochen oder auch ein paar Monate durchaus noch turbulent-nervöse Aktienmärkte, mindestens weiterhin hohe Volatilität. Doch auf längere Sicht gibt’s grünes Licht für die Anleger.

Beispiele: Unsere langfristigen Bewertungsmodelle sehen den Dax in zehn Jahren weiterhin bei deutlich über 20.000 Punkten, schreibt ein anerkannt seriöser und erfolgreicher Fondsmanager. Die derzeitige Entwicklung ist seiner Einschätzung nach als Korrektur einzustufen, die allerdings noch etwas anhalten dürfte. Anders zeige sich das Bild an der Wallstreet. Zu den absoluten Favoriten der nächsten fünf bis zehn Jahre zählt der Mann übrigens die Börsen in China. Die aktuelle Situation in China ist für antizyklische Investoren „extrem interessant“. Noch eine typische Stimme aus der Schweiz: Die jüngste Kurskorrektur ist lange nicht das Ende der Hausse. Man verweist auf die Fundamentaldaten, die als gute Stütze angesehen werden, räumt allerdings ziemliche Unterschiede in den Entwicklungen nach Ländern und Branchen ein. Ergebnis: „Unsere taktische Präferenz liegt ganz klar auf europäischen Aktien.”

Übrigens gibt der Bankenverband auch einen konkreten Tipp für Frustrierte, die das Folgende oft nicht wissen: An Veräußerungsverlusten können Aktiensparer das Finanzamt oft genug beteiligen. Voraussetzung ist, dass die Aktien nach 2008 gekauft wurden. Dann sind realisierte Kursverluste aus Aktien mit Gewinnen aus Aktien verrechenbar. Wenn es sich um Geldanlagen im Inland handelt, übernehmen die Banken die Verlustrechnung für den Anleger. Bleibt am Jahresende mangels verrechenbarer Gewinne ein Überhang, überträgt die Bank diesen auf das nächste Jahr und verrechnet die Verluste dann mit künftigen Gewinnen aus der Veräußerung von Aktien. Es sei denn, der Kunde will seine Verluste im Rahmen der steuerlichen Veranlagung geltend machen. Dann muss er bis zum 15. Dezember eine Verlustbescheinigung bei seiner Bank beantragen. Wer seine Aktien vor 2009 erworben hat, kann Verluste zwar nicht mit Gewinnen verrechnen. Dafür bleiben beim Verkauf dieser „alten“ Aktien aber auch Kursgewinne steuerfrei. Ich wünsche Euch noch viele Kursgewinne!

boersenfuchs@onvista ( Zum Testbericht).de

Quelle: http://www.onvista.de/news/der-lange-atem-13492081

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