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Erwartet erst einmal – nichts!

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Hallo Leute! Vielleicht liegt’s auch am trüben Herbstwetter (Oktober-Blues). Jedenfalls fühle ich mich ziemlich beschissen, als wäre irgendeine Krankheit im Anflug. Mein Optimismus liegt in der Schublade. Und für Hoffnung fehlt mir momentan die Kraft. Das gilt eigentlich für alles – auch für die Märkte und meine speziellen Freunde, die Aktien. In brutto zweieinhalb Monaten endet das alte Jahr. Was kann da noch kommen? Vielleicht habe ich zu viele gegensätzliche Analysten und Studien über die Weltwirtschaft gelesen. Mit Sicherheit stecken mir die TV-Bilder von den Kriegsschauplätzen im Nahen Osten in den Klamotten. Und die Völkerwanderung, die man Flüchtlingskrise nennt, ist voll deprimierend. Eine esoterisch angehauchte Füchsin, mit der ich über all das gesprochen habe, konnte mir auch nicht helfen: „Das siehst Du ganz richtig, denn das Böse kehrt zurück!“

Nee, so weit gehe ich nicht. Trotzdem klingt es spirituell, wenn ich Euch an einen Spruch erinnere, der seinen Ursprung in asiatischen Philosophien haben soll: Erwarte nichts, dann wirst Du nicht enttäuscht! Diese Lebensweisheit, die in verschiedenen Varianten verwendet wird, ist echt cool – aber sooo schwer umzusetzen. Das geht im Grunde gar nicht. Denn bei allem, was wir tun, erwarten wir doch was. Ganz automatisch. So sind wir halt gestrickt. Für die Kapitalanlage gilt das natürlich genauso.

Ganz im ernst (auch wenn’s pastoral klingt): Ich glaube momentan, wir sollten demütig sein, sollten von Konjunktur und Börse einfach nix Besonderes mehr für den Rest des Jahres erwarten. Wie Ihr das praktisch umsetzt, müsst Ihr selbst entscheiden. Jeder für sich. Aber versucht einfach mal, nicht an Dax 11.000 oder 12.000 zu denken. Sagt Euch jedes Mal, wenn Ihr die Aktien-Bullen brüllen hört: Vielleicht haben die Recht, vielleicht auch nicht. Ich nehm’s wie’s kommt. Das klappt wahrscheinlich dann, wenn Ihr nicht an die nächsten Wochen und Monate denkt, sondern durch das Fernglas blickt. Denn über die Jahre hinweg waren die Aktien immer einfach geil, weil konkurrenzlos. Und das sollte auch in der Zukunft gelten.

Akzeptiert den Spruch im Original, nicht aufgeweicht in seinem beliebten Derivat: Erwarte nicht zu viel … Was ist viel, was zu viel? Nee, ich empfehle den vollen Demutsversuch – mehr als ein Versuch kommt ja sowieso nicht dabei raus. Aber Demut ist gesund, verhindert Angst und Gier, wenn’s ums Geld geht.

Schluss für heute mit trüben Gedanken! Deshalb noch zum Schmunzeln mein Lieblingsspruch des genialen Markt Twain: „Enttäuscht vom Affen, schuf Gott den Menschen. Danach verzichtete er auf weitere Experimente.“

Post an den Börsenfuchs: boersenfuchs@onvista.de

Quelle: http://www.onvista.de/news/erwartet-erst-einmal-nichts!-15858119

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