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Futter für Bullen

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Futter für die Bullen
Deshalb tut es beiden gut, dass kluge Köpfe plötzlich wieder frisches Futter für die Aktien-Bullen liefern

Hallo Leute! Das Auf und Ab geht weiter. Ich könnte problemlos zwei längere Listen mit gegensätzlichen Fakten, Analysen und Prognosen gegenüberstellen – wobei die Negative wahrscheinlich länger wäre. Aber denkt daran: Wer beeinflusst eigentlich was oder wen? Konjunktur macht normalerweise Kurse – ist das jetzt umgekehrt? Das beschäftigt gerade auch ein paar ernsthafte Vordenker. Jüngste Beispiele sind unser ifo-Geschäftsklimaindex und das Konsumentenvertrauen in Ami-Land – beide im Tiefflug, aber offenbar stark von den Entwicklungen an den Kapitalmärkten beeindruckt.

Dem Dax geht es inzwischen deutlich besser als dem Fuchs. Deshalb tut es beiden gut, dass kluge Köpfe plötzlich wieder frisches Futter für die Aktien-Bullen liefern (ja, ja, ich weiß, dass kann sich auch schnell wieder ändern). Den Mutigen unter Euch will ich deshalb weiter den Rücken stärken.

Analysten haben ihre Gewinnerwartungen zuletzt radikal gesenkt: Statt 6 Prozent trauen sie Unternehmen in Europa und den USA für 2016 nur noch 3 Prozent zu. Anders die Meinung in einigen Chefetagen. J.P.-Morgan-Boss Jamie Dimon etwa erwarb kürzlich eine halbe Million Aktien seines Konzerns. Insider wie er sehen Einstiegskurse. Sie kaufen deutlich mehr Aktien als zuletzt. Offenbar haben sie verstanden, dass vor allem der Rohstoffsektor die Gewinnerwartungen trübt, während Banken oder auch Autobauer wohl überverkauft scheinen. Autohersteller, aber auch die Reise- und Freizeitdienstleister oder der Einzelhandel dürften ihre Gewinne 2016 in Europa, Japan und den USA nämlich um über 10 Prozent steigern. Was sich auf volkswirtschaftlicher Ebene schon andeutete, bestätigen nun die Unternehmen in ihren Quartalsberichten: Vor allem der Konsumsektor ist es, der die durch Rohstoffpreisverfall und Investitionsflaute geschwächte Industrie kompensiert. Sollte das in den kommenden Monaten so bleiben, könnte uns das eine Rezession ersparen.

Interessant finde ich folgende aktuelle Analyse. Wichtige Frühindikatoren wie die Erwartungskomponente des ZEW- oder des ifo-Index haben zuletzt sichtbar nachgegeben und deuten auf eine konjunkturelle Verlangsamung hin. Mit den starken Kursrückgängen der vergangenen Monate haben Aktien allerdings bereits eine spürbare Abschwächung des Wirtschaftswachstums vorweggenommen. Und jetzt hingucken! In den Zyklen seit 1965 erreichten deutsche Standardwerte im Durchschnitt drei Monate vor dem Tief bei den ifo-Geschäftserwartungen ihren Boden. Sollte sich die Wellblechkonjunktur der vergangenen Jahre fortsetzen und sollten die Konjunkturindikatoren in den kommenden Monaten wieder nach oben drehen, dürften Aktien das Schlimmste bereits hinter sich haben. Auch angesichts der inzwischen moderaten Bewertung ist auf Sicht der kommenden 12 Monate das Chance-Risiko-Verhältnis recht attraktiv. Na, wer sagt’s denn.

Übrigens: „Verhalten optimistisch“ gehen die unabhängigen Vermögensverwalter, die monatlich befragt werden, in den März. Immerhin 46 Prozent der Experten (man kann darüber streiten, ob das wirklich alles Experten sind …) rechnen in den nächsten vier Wochen mit steigenden Aktienkursen, 31 Prozent erwarten eine stabile Entwicklung, während nur 15 Prozent von fallenden Märkten ausgehen. Dabei haben Aktien für die Finanzprofis derzeit ein großes Potenzial: 61 Prozent halten deutsche Aktien aktuell für unterbewertet, 31 Prozent für fair und nur 8 Prozent für überbewertet. Stimmung gegenüber zuletzt wieder aufgehellt.

Das passt. Und denkt an den baldigen EZB-Termin, meine Freunde!

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