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Gut gestreut ist halb gewonnen

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Hallo Leute! Gestern wieder mal ‘ne lebhafte Diskussion von Privatanlegern und unabhängigen Finanzdienstleistern – war echt gut! Dabei ging es rein thematisch um eine olle Kamelle, tatsächlich aber neue Möglichkeiten: Die Streuung von Chancen und Risiken. Sonst muss ich eher lächeln, wenn „Experten“ ihren Zuhörern mit hochgezogenen Augenbrauen und erhobenem Zeigefinger eindringlich verklickern, ja die Risikostreuung in dieser so schwierigen Weltlage nicht zu vergessen. Ersten sollte man nicht nur an die Risiken, sondern an die Verteilung von Chancen und Risiken denken. Und zweitens galt dieser Grundsatz schon immer. Aber inhaltlich hat er sich verändert – erweitert. Es geht also um das Wie der „Diversifikation“.

Diesen so intelligent klingenden Begriff gilt es zu googeln (ich wisst ja, das macht der Fuchs total gern) um herauszufinden, ob die rein sprachlichen Erklärungen den Anlegern schon weiterhelfen. Doch, ich war beeindruckt. Lateinische Herkunft, klar, da stecken „diversus“ und „facere“ drin – verteilen, machen, letztlich also Veränderung, Abwechslung, Vielfalt. Von Diversifikation wird bei Anlagen in Finanzprodukte gesprochen, „wenn laufende Spar- oder einmalige Vermögensbeträge nicht vollständig in eine Einzelanlage fließen, sondern auf unterschiedliche Anlageformen (z. B. Wertpapiergattungen wie Aktien, Anleihen, Investmentfonds usw.) sowie auf verschiedene Finanzdienstleister oder Wertpapieremittenten – möglicherweise mit Sitz in verschiedenen Ländern – verteilt werden.“ Auf diesen zweiten Teil will ich heute besonders hinweisen. Hintergrund dieses Vorgehens, so heißt es weiter, ist eine Risikodiversifikation, d. h. die Vermeidung eines möglichen Totalverlustes durch gleichzeitiges Investieren von Teilbeträgen in alternative, unterschiedlich riskante Anlageformen, so dass das Gesamtvermögen in diverse Finanztitel gestreut wird. Aha. Da haben wir’s schon wieder. Es geht angeblich nur um die Risiken.

Nee, da schalte ich mich ein – Risiken und Chancen (besser umgekehrt)! Und genau darum ging’s gestern. Als ich noch ein Jungfuchs war, wurde bei diesem Thema meistens angeregt, nicht nur Bundesanleihen und deutsche Aktien zu kaufen, sondern auch ausländische Papiere mit ins Depot zu nehmen. Und Gold natürlich. Heutzutage, und das halte ich für wirklich wichtig, sollte sich jeder Anleger klar machen, dass es national wie international viel mehr Möglichkeiten gibt. Das fängt schon damit an, dass man nicht nur auf steigende Kurse setzen kann (was uns natürlich am nächsten liegt), sondern auch die Chancen von schwachen Märkten und sogar bei Seitwärtsbewegungen zu bedenken sind. Da kommt man schnell auf die Plus- und Minuspunkte von Derivaten und Zertifikaten – Diversifikation durch den Einsatz unterschiedlicher Anlageinstrumente, nicht nur durch Kapitalstreuung über die verschiedene Anlageklassen hinweg. Aber es gibt halt noch mehr. So kann man beispielsweise mehrere Anbieter von Kapitalanlagen nutzen, kann sein Geld in langfristiges Investment und kurzfristiges Trading aufteilen, eine professionelle private Vermögensverwaltung beauftragen und die parallel mit eigenen Entscheidungen (etwa durch ETFs) kombinieren und/oder einen Teil des Vermögens vorsorglich ins Ausland transferieren, um es dort zu sichern und möglichst zu vermehren. Deshalb der schlichte Appell: Nutzt die zunehmenden Diversifikationsmöglichkeiten der Märkte und den Wettbewerb unter den Finanzdienstleistern! Denn gut gestreut man nicht bereut.

Post an den Börsenfuchs: boersenfuchs@onvista.de

Quelle: http://www.onvista.de/news/gut-gestreut-ist-halb-gewonnen-16960397

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