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Gute Vorsätze für 2016 gleich umsetzen!

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Prioritäten setzen
Ein nahender Jahreswechsel ist ja immer die Zeit, über das nachzudenken, was man in Zukunft besser - zumindest anders - machen sollte.

Hallo Leute! Ach ja, die guten Vorsätze … Ein nahender Jahreswechsel ist ja immer die Zeit, über das nachzudenken, was man in Zukunft besser – zumindest anders – machen sollte. Ein bekannter Investmentstratege, den ich ganz besonders schätze, hat jetzt „Fünf gute Anlegervorsätze für das Jahr 2016 und darüber hinaus“ formuliert. Das solltet Ihr lesen, was sich Hans-Jörg Naumer von Allianz Global Investors ausgedacht hat. Hier eine leicht gekürzte Fassung – mit besten Empfehlungen vom ollen Börsenfuchs:

1. „Kaufkrafterhalt“ muss die Minimalanforderung der Anlage lauten. Auch wenn die Inflation in diesem und wohl auch im kommenden Jahr kein Thema ist, sie bleibt einer der größten Feinde der Kapitalanlage.

2. Investieren, nicht Spekulieren heißt die Devise. Das Geheimnis des Wohlstandes liegt in einer einfachen Erkenntnis: Ohne Risiko keine Risikoprämie. Die Theorie wird dabei von der Historie bestätigt, wie Daten für die am längsten verfügbaren Zeitreihen ausweisen. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts brachten US-Aktien im Durchschnitt der Jahre 2,3% mehr als US-Staatsanleihen. Da kommt so einiges an Rendite zusammen. Beispiel: Hätte Ihre UrUr-Großmutter 1871 nur 10 Dollar in amerikanische Aktien angelegt, würden Sie heute über 1,5 Millionen US-Dollar verfügen. Natürlich gab es in der Zwischenzeit reichlich Anlässe zum Zittern um diese „Zitterprämie“, aber die längere Frist (5,10, 15 Jahre …) wirkt glättend. Dass sich dabei eine „Rein-Raus-Strategie“ nicht lohnt, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. Hätte ein Anleger bei europäischen Aktien die besten 20 Tage der letzten 25 Jahre verpasst, hätte er im Durchschnitt knapp 2% p.a. Rendite erzielt. Wäre er einfach 25 Jahre lang investiert geblieben, hätte er über 8% p.a. erzielt. Es geht um Investieren, nicht um Spekulieren. Es geht um die Kapitalanlage, nicht um das „Trading“, das schnelle Handeln.

3. Nutzen Sie die Odysseus-Strategie. Deshalb ist es auch so wichtig, sich eine eigene Strategie zurecht zu legen: „Wie lange ist mein Anlagehorizont, welche Schwankungen kann ich verschmerzen, …?“ Hier lässt sich von Odysseus, dem Held aus der antiken Sagenwelt lernen. Er war der Einzige der auf seiner Schiffsreise die Sirenen, Fabelwesen, die mit ihrem wunderschönen Gesang die Seefahrer in den Tod lockten, hörte und nicht dafür mit dem Tod durch Schiffbruch bezahlte: Er ließ sich an einen Mast binden und verstopfte seinen Kameraden mit Wachs die Ohren. Diese hörten nichts und steuerten ihn an den Sirenen vorbei. Für Anleger heißt das: Sich an eine Strategie binden, gelegentlich überprüfen, aber nicht bei jedem Kursverlust in Panik ausbrechen.

4. Sparen Sie beim Sparen! Der Durchschnittskosteneffekt hilft beim Sparen zu sparen: Anleger kaufen bei tiefen Kursen mehr Anteile z.B. an einem Aktienfonds und bei hohen Kursen weniger. Ein altbekannter Effekt mit einer verblüffenden Erfolgsgeschichte. Beispiel: Wer von Anfang 1992 bis Ende 2015 50 Euro monatlich in einen Korb europäischer Aktien eingezahlt hätte, hätte insgesamt knapp 15.000 Euro angelegt und einen Ertrag von knapp 29.000 Euro erzielt. Hätten das alle Erwerbstätigen aus Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich und dem Vereinigten Königreich getan, würden sie heute im Vergleich knapp die Hälfte des MSCI-Europa besitzen. Sie wären ein Volk von Aktionären. Was hält Sie davon ab einen Sparplan abzuschließen? Ein tolles Weihnachtsgeschenk, auch wenn es möglicherweise kurz nach Weihnachten passiert.

5. Steigen Sie von toten Pferden ab. Immer wieder treffe ich Anleger, die mir von ihren Investmentleichen im Keller erzählen. Aktien, von denen sie sich nicht trennen wollen, da sie darauf warten, bis diese wieder ihren Einstiegskurs erreichen. Dann, so die Logik, können sie ohne Verluste aussteigen. Menschen sind, verhaltensökonomisch betrachtet, Verlust avers. Sie orientieren sich an Vergangenheitswerten (sogenannten „Ankerwerten“) statt an der Zukunft. „Es sind ja nur Buchverluste“ – aber auch die können am Ende weh tun. Wer sagt denn, dass diese oder jene Aktie jemals wieder die alten Einstandskurse erreicht? Und: Was könnte aus Ihrem Geld werden, wenn Sie den Notschalter betätigen, verkaufen und das Geld in einer Aktie (besser: in einen Korb aus Aktien) mit besseren Aussichten wieder anlegen? „Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig‘ ab!” – ist eine Weisheit, die den Dakota-Indianern zugeschrieben wird.

Prüft Euch selbst, meine Freunde, ob bei Euch Bedarf nach guten Vorsätzen besteht! Wenn ja, empfehle ich, nicht zu warten, sondern gleich damit zu beginnen.

Post an den Börsenfuchs: boersenfuchs@onvista ( Zum Testbericht).de

Quelle: OnVista ( Zum Testbericht) (www.onvista.de)

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