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„Heute, Kinder, wird’s was geben“

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Party von Jugendlichen
„Aktien wieder gefragt – Schnäppchenjäger greifen zu.“

Hallo Leute! Nochmal die Anlehnung an das weihnachtliche Kinderlied – jetzt gucken wir aber alle über den großen Teich zu Mrs. Janet Yellen. Macht eigentlich keinen Sinn mehr, dabei noch weitere Szenarien bzw. deren Varianten zu beschreiben. In ein paar Stunden wissen wir ja, was zinsmäßig in Ami-Land abgeht (oder auch nicht). Und Vermutlich habt Ihr Euch inzwischen darauf eingestellt, je nach Eurer Erwartungshaltung. Ich bleib mal dabei, dass jetzt die überall diskutierte Jahresend-Rally der Aktienbörsen gestartet wird. Sollte ich mich irren (was durchaus möglich ist) und es bleibt erst einmal labil und ohne klaren Trend, dann empfehle ich die Kohle über die Feiertage zu horten – Ihr kennt ja das Motto „Cash ist fesch“. Manchmal stimmt’s.

Aber der gestrige Tag verdient (obwohl längst Tempi passati) noch so was wie eine kurze Nachbetrachtung. Ein Agenturjournalist titelte im Tagesverlauf: „Aktien wieder gefragt – Schnäppchenjäger greifen zu.“ Wie süß, Schnäppchenjäger! Hat die Börse tatsächlich was von einem Lebensmitteldiscounter, wo die Leute mit der bunten Zeitungsbeilage in der Einkaufstasche auf besonders preisgünstige Angebote scharf sind? Nee, meine Freunde, am Aktienmarkt sind die Verhältnisse ganz anders. Deshalb stimmt das Bild nicht. Denn anders als bei Aldi, Lidl oder Penny sind hier Käufer und Verkäufer identisch. Da gibt es große Spieler, die sorgen erst für Discountpreise, um anschließend massiv einzukaufen. Will sagen, solche Kursbewegungen wie zum Wochenbeginn kannst Du als Privatanleger weder vorhersehen noch voll verstehen. Für mich war der Dienstag mit mehr als 300 Punkten Dax-Erholung so etwas wie die Aufwärmrunde bei der Formel 1.

Bei den Amis kamen allerdings Sorgen auf, die jüngsten Konjunkturdaten würden ein gemischtes Bild vom Zustand der US-Wirtschaft zeichnen. Deshalb sei die heutige  Zinsentscheidung des Fed-Offenmarktausschusses (FOMC) nicht so sicher , wie es die Akteure an den Finanzmärkten bereits vorwegnehmen. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit einer Entscheidung für eine Zinsanhebung immerhin bei rund 80 Prozent. Dazu gekommen sind inzwischen Schätzungen,  dass die Fed im kommenden Jahr drei weitere Zinsschritte um jeweils 25 Basispunkte folgen lassen wird. Das erscheint mir aus heutiger Sicht zu viel, aber bei günstiger Konjunktur doch möglich.

Für die Finanzmärkte wäre eine Zinsanhebung durch die Fed ein positives Signal, sagt man an der Wall Street, denn Zinserhöhungen der US-Notenbank gelten in der Regel als Bestätigung einer von der US-Konjunktur ausgehenden robusten Erholung. Dazu gibt es, gerade veröffentlicht, eine interessante historische Betrachtung der durchschnittlichen annualisierten Gesamtrenditen von auf Dollars lautenden Anlagen während einer Zinsstraffungsphasen der Fed:  Demnach haben diverse Anlageklassen in solchen Zeiten eine positive Wertentwicklung verzeichnet. Diese lag für globale Aktien beispielsweise bei rund 10 Prozent, für Schwellenmarktaktien bei 12 Prozent und für Rohstoffe bei 18 Prozent. Anleger haben seit Mitte der 1930er Jahre nur in zwei von 16 Zinserhöhungszyklen mit einem Investment in den S&P 500-Index Geld verloren! Es ist also eine Fehleinschätzungen, dass ein Zinsschritt notwendigerweise eine schlechte Nachricht für die Märkte ist und dass die Volatilität in derartigen Zyklen unbedingt ansteigt.

Quelle: OnVista (www.onvista.de)

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