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Jetzt ist ein bisschen Mut gefragt

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Hallo, Leute! So schnell kann’s gehen. Auf einmal ist es vorbei mit der gelassenen Ruhe, mit dem Warten auf die Zinswende bei den Amis – China sorgt für operative Hektik an den Finanzmärkten rund um den Globus. Damit nicht genug: Es gibt ein neues altes Sorgenkind – die Konjunktur. Bis auf die ewigen Skeptiker hatte man das Thema nicht mehr auf dem Zettel. Motto: Keine hochgesteckten Erwartungen, aber das wird schon – auf das enttäuschende erste Quartal stabilisiert sich der weltwirtschaftliche Aufschwung. Und jetzt, ausgelöst durch Pekings Maßnahmen, überall Fragezeichen. Deutschbank-Anlagestratege Stephan, sonst eher ein Bulle, vermisst die „turmhoch beladene Containerriesen in den Häfen“. Den in Boomzeiten massenhaft gebauten Schiffen fehlt es an Waren – ein klares Zeichen für einen schwächelnden Welthandel. Zugleich schrumpft die Nachfrage nach Stahl, was wiederum auf eine maue Entwicklung der globalen Wirtschaft schließen lässt. Nicht nur in konjunktursensiblen Branchen sinken die Umsätze. „Ausgaben runter, Effizienz rauf“, lautete deswegen die Devise in den Chefetagen.

Unsere Währungshüter warnen vor Gefahren für das immer noch bescheidene Wachstum in der Euro-Zone. Schreibt das Draghi-Team: „Finanzielle Entwicklungen in China könnten einen größer als erwarteten negativen Effekt haben.“ Und der ifo Index für die Weltwirtschaft ist nach einer leichten Erholung in der ersten Jahreshälfte wieder gesunken. Kommentieren die Forscher: Ein durchgreifender Aufschwung der Weltkonjunktur lässt auf sich warten. Das Wirtschaftsklima verschlechterte sich nahezu in allen Regionen.

Heute Morgen dann mit Spannung erwartete Zahlen des Statistischen Bundesamts: Hurra, die deutsche Wirtschaft hat im zweiten Quartal dank boomender Exporte doch etwas an Schwung gewonnen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von April bis Juni um 0,4 Prozent zum Vorquartal zu. Unsere Volkswirte hatten im Schnitt allerdings mit 0,5 Prozent gerechnet, nachdem es zu Jahresbeginn 0,3 Prozent waren. Export und privater Konsum bleiben die Wachstumstreiber.

Was heißt das für Euch, meine Freunde? Erst mal: Trotz allem cool bleiben, denn die global vernetzte Börsenwelt produziert schon genug Aufregung! Außerdem signalisiert die EZB weiteres Doping, falls wirklich erforderlich. Heut‘ sag ich’s mal ganz deutlich: Ein Dax bei 11.000 oder drunter ist für mich eine klares Kaufsignal. Wer ähnlich mutig ist, sollte nur bedenken, dass sich die Märkte nach Branchen und Einzelwerten ganz schön unterschiedlich entwickeln. Also bitte genau hingucken und bei denen einsteigen, die auf der Sonnenseite der Konjunktur stehen! Diese Empfehlung gilt übrigens nur für Anleger, denen (wie mir) auch nix Besseres einfällt als die Aktie.

boersenfuchs@onvista.de

Quelle: http://www.onvista.de/news/jetzt-ist-ein-bisschen-mut-gefragt-10936135

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