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Kein Kommentar!

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Hallo, Leute! Von mir heute kein Ton zu den möglichen Folgen von Griechenland und China für Dax & Co. Nur so viel: Ich mache mir keine großen Sorgen, dass wir uns wegen der fernöstlichen Wirtschaftsweltmacht große Sorgen machen müssten. Es gibt für viele Gründe für die Turbulenzen in Shanghai. Aber nehmen wir’s doch mal positiv – die Chinesen werden sich nach Afrika und Nordamerika auch bei uns einkaufen (sie tun es ja schon, u.a. im Bankensektor). Deren Kapital tut unserem Kapitalmarkt gut. Und Hellas selbst ist auf Dauer kein Börsenfaktor – viel schlimmer ist, dass Europa an der griechischen Tragödie zu zerbrechen droht.

In diesen turbulenten Zeiten muss ich wieder mal daran erinnern, dass aus Sicht der Aktienanleger eigentlich alles paletti ist: Die Märkte profitieren nach wie vor (auch nach der näher rückenden Zinswende bei den Amis) von der anhaltenden, großen Liquiditätsspende der Währungshüter. Und das bei einem zwar mäßigen, aber stabiler werdenden Wachstum der Weltwirtschaft sowie bei ungewöhnlich soliden Geldwertverhältnissen – was Inflation heißt, haben wir schon fast vergessen, und die Deflationsängste sind inzwischen auch verflogen. Is‘ das nix?

Was bleibt, ist gerade in good old Germany die Beobachtung, dass die meisten Bürger das falsche Sparen nicht aufgeben und andererseits die Chancen am Kapitalmarkt nicht nutzen. Durch die höhere Schwankungsbreite der Kurse („Volatilität“) sehen sich die Sparbuch-Fans noch bestätigt. Daher tut es dem alten Fuchs, der schon sooo oft darüber geschrieben und davon geredet hat, unheimlich gut, wenn er seine Einstellung zu 100 Prozent in einem ausführlichen Handelsblatt-Interview mit Blackrock-Präsident Rob Kapito wiederfindet. Wer Blackrock ist? Ein wahrer Gigant, der weltgrößte Vermögensverwalter mit über 1.000 Fonds. Vergleich gefällig? Griechenland hat 320 Milliarden Euro Schulden, Blackrock verwaltet 4,7 Billionen Dollar Vermögen (Billionen, nicht Millionen!).

Ich mach mal auf faul. Wenn man das Interview liest, wird jeder weitere Kommentar überflüssig. Deshalb einige 0-Töne von Rob Kapito: „Man kann sich natürlich über Griechenland Sorgen machen oder über eine Zinswende in den USA. Das alles wird ohne Frage Spuren an den Märkten hinterlassen, aber die Menschen sollten sich zu allererst um ihren Ruhestand sorgen. Letztlich kommt es nicht darauf an, den richtigen Zeitpunkt zum Investieren an den Märkten zu erwischen, sondern lange genug breit diversifiziert zu sein. Das kurzfristige Denken richtet langfristigen Schaden an [ … ] Die Anleger in den USA halten 11 Billionen Dollar Cash, in Japan sind es 18 Billionen und in China 20 Billionen. Irgendwann wird zumindest ein Teil dieses Geldes an die Märkte drängen. Das heißt: Aktien könnten weiter zulegen und die Zinsen länger niedrig bleiben, als das viele erwarten. Gleichzeitig kaufen die Unternehmen mehr Aktien zurück, als neu auf den Markt kommen. Einer potenziell steigenden Nachfrage steht also ein sinkendes Angebot gegenüber.“

Es folgt die mich für mich entscheidende Aussage des Blackrock-Präsidenten: „Vielleicht müssen wir neu darüber nachdenken, welche Bewertungen für Aktien gerechtfertigt sind.“ Ich meine: Das „Vielleicht“ sollten wir streichen!

boersenfuchs@onvista.de

Quelle: http://www.onvista.de/news/kein-kommentar!-8454051