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Lieber jahrelange Rally als Jahresend-Rally

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Hallo Leute! Vorhin habe ich eine interessante Kolumne von Lars Brandau gelesen, den ich schon seit seiner Zeit als n-tv-Gesicht kenne und schätze. Heute ist er Geschäftsführer beim Derivateverband und nimmt in seinem Kommentar das Geldverhalten der Bundesbürger aufs Korn (ist bekanntlich auch eines meiner Lieblingsthemen). Anlass: Seitdem es mit Dax & Co. wieder aufwärts geht, reden viele Marktteilnehmer nicht mehr vom „fallenden Messer, in das Anleger nicht greifen sollten“, sondern von der „Jahresend-Rally“. Die Anleger machen sich Gedanken darüber, ob es nicht vielleicht der richtige Zeitpunkt zum Einstieg sein könnte. Dabei ist auf lange Sicht betrachtet der Einstiegszeitpunkt vergleichsweise egal.

Brandau beklagt sodann das grundsätzliche Desinteresse und die Risikoaversion. Die meisten Bundesbürger hätten zwar viele Interessen; Finanzprodukte gehörten aber nicht dazu. Und ausgerechnet die Menschen, die auf Nummer sicher gehen wollen, indem sie nichts mit ihrem Geld machen, gehen statistisch betrachtet die größten Risiken ein: „Der Grundsatz, wer nichts macht, macht nichts falsch, trifft bei der Geldanlage nicht zu. Insofern ist die gesamte Finanzbranche aufgerufen, an dieser Stelle vehement Aufklärung zu betreiben und die Anleger endlich zum Handeln zu bewegen. Dabei geht es weniger um die Frage, welches spezielle Finanzprodukt das Beste ist, sondern zunächst einmal darum, das Bewusstsein der Anleger zu schärfen, damit die Vermögensschere nicht weiter auseinanderklafft.“ Das tu ich doch – aber was kann ein oller Börsenfuchs schon bewegen…

Mir geht es heute um die eingangs zitierte „Jahresend-Rally“. Zugegeben, auch ich schreibe darüber in der Hoffnung, dass sie noch kommt. Später wird man vielleicht auch feststellen, dass schon der Oktober den Anfang gemacht hat. Eigentlich ist es aber schnuppe, ob die Kurse in den paar verbleibenden Wochen 2015 noch viel höher klettern oder nicht. Wäre jetzt Ultimo, könnte man bilanzieren, dass der Dax in diesem Jahr – ganz grob gerechnet – etwa 10 Prozent gemacht hat, andererseits ebenso stark unter seinem historischen April-Hoch geblieben ist. Darüber sollten wir uns doch nicht beschweren! Im Zeitalter der Finanzrepression ist Performance-Demut (ein geiles Wort, ist mir gerade eingefallen) angesagt.

Nee, meine Freunde, auch wenn die Presse das Thema dauernd reitet – es kommt doch nicht auf die kurze Zeit bis Ende Dezember an, sondern auf den langfristigen Trend. Und da ich den Trendfolgern folge, bleibe ich dabei: Es gibt nix Besseres als die Aktienanlage, also die Beteiligung am Produktivkapital unserer Wirtschaft. Uns stehen, davon bin ich überzeugt, noch tolle Aktienjahre bevor – selbst wenn’s zwischendurch mal kracht. Und wer hechelnd auf neue Dax-Hochs weit über 12.000 Punkten wartet, kann sie mit wahrscheinlich schon im nächsten Jahr feiern.

Post an den Börsenfuchs: boersenfuchs@onvista.de

Quelle: http://www.onvista.de/news/lieber-jahrelange-rally-als-jahresend-rally-17527839

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