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Lieber Shorts als short

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Hallo, Leute! Shorts kann man bei dem schwül-heißem Sommerwetter gut gebrauchen. Aber „short“ am Aktienmarkt zu gehen, das ist erfahrungsgemäß nix für jeden und schon gar nicht für Anleger mit schwachen Nerven. Soweit man überhaupt auch nur einigermaßen sicher ausmachen kann, wer wann für welche Tendenz verantwortlich ist, diesmal gab es einiges an Short-Positionen, also an kurzfristigen Baisse-Spekulationen. Aber die seit ein paar Wochen von Frankfurter Stimmungsanalysten geäußerte Vermutung, eine Kurserholung von Dax & Co. dürfte begrenzt sein, sobald die Profis aus ihren Schieflagen herauskommen würden, hat sich nicht bestätigt. Und das stimmt den ollen Börsenfuchs weiter zuversichtlich. Denn längerfristig denkende Investoren haben sich zurückgemeldet, überlassen nicht mehr nur den Rein-Raus-Tradern das Spielfeld.

Und schon sind sie wieder da, die Analysten mit überarbeiteten Prognosen zu den Problemregionen der vergangenen Wochen – Hellas und China. Eifrig wird gegrübelt, welche Aktien man noch oder jetzt wieder kaufen sollte (bei China spielen ja auch Aktiengattung und Börsenplatz eine wichtige Rolle). Gerade erreicht mich eine Markteinschätzung aus Frankreich zu den südeuropäischen EU-Märkten – die Thesen zusammengefasst: Abgesehen von Griechenland verbesserte Konjunkturlage in Südeuropa, Politik größter Risikofaktor der Region, Mehr Klarheit bezüglich Griechenland dürfte Märkte wieder steigen lassen, Kursrückgang bietet zahlreiche Kaufgelegenheiten. Na ja, wann haben wir mehr Klarheit …

An den Börsen gibt’s nun mal keine Geschwindigkeitsbegrenzung (die Politik braucht keine, die ist ja extrem lahm). Aber selbst mir, dem Bullen unter den Börsenfüchsen, kommt das Tempo der Kurserholung ein bisschen zu sportlich vor. Deshalb möchte ich einfach wieder mal auf die unberechenbaren geopolitische Risiken aufmerksam machen. Gut ist, dass die Atomverhandlungen mit den Persern endlich zu Potte gekommen sind. Bemerkenswert auch, dass Obama und Putin wieder miteinander telefoniert haben. Aber: Hellas ist doch nicht vom Tisch! Und noch viel wichtiger als die ungeklärte weitere (politische) Entwicklung in Griechenland selbst und der Zoff in unserer GroKo ist der schon erkennbare Riss in Europa, vor dem ich die ganze Zeit warne. Ich sehe als größtes Risiko, dass sich die Gemeinschaft selbst zu demontieren beginnt, einschließlich ihrer Währung. Soweit darf es auch aus Anlegersicht nicht kommen!

Der Schwächeanfall des Euro geht in Ordnung. Und die ausländischen Großanleger sind wieder da, als Käufer. Das ist das Beste. Für die meisten von Euch, meine Freunde, kommen griechische und chinesische Aktien nicht in Frage. Das behaupte ich einfach mal. Es war wieder mal richtig, Dax und Dow in schwächeren Phasen zu kaufen. Das sollte so bleiben – nur nicht übermütig werden!

Quelle: http://www.onvista.de/news/lieber-shorts-als-short-8764087

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