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Look east!

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Lyxor mit ETF auf CSI 300 A Shares Index

Hallo Leute! Atemholen der Märkte, fast im gleichen Rhythmus. Oberflächlich sieht es wie das Ende der turbulenten Talfahrt aus – oberflächlich! Der ganz ordentlich erholte Dax hält sich gut, parallel zu den Rohölpreisen (Mist, an den Tankstellen muss man wieder mehr hinblättern). Aber auch die Edelmetalle zucken weiter nach oben. Und wenn man sich umschaut, so fällt erst mal die gestärkte Kondition der asiatischen Börsen auf: Der MSCI-Index für Aktien der Asien-Pazifik-Region ohne Japan hat auf Wochensicht 5,5 Prozent zugelegt – immerhin der höchste Gewinn seit Oktober.

Ich warne davor (obwohl im Herzen zuversichtlich), all dies über zu bewerten. Doch gibt es namhafte internationale Strategen, die jetzt wieder Farbe bekennen. So haben mir vorhin die Londoner Asset Manager von Barings folgendes geschrieben: Die Preisrückgänge bei Edelmetallen bieten Einstiegschancen – sowohl Gold als auch Silber sind attraktiver geworden. Hochzinsunternehmensanleihen wurden auf einen „bevorzugten“ Status angehoben. Und dann folgt ein für die Branche typischer Satz: „Die Volatilität eröffnet Chancen für Vermögensverwalter, die bereit dazu sind, Wertpotenzial aufzuspüren und dieses dynamisch auszuschöpfen.“ Wow! Ist ja auch ganz einfach, Potenzial aufzuspüren und dynamisch auszuschöpfen…

Ich bleibe dabei: Abgesehen von einer börsentypischen Korrektur der Korrektur stehen vor allem die sich ausbreitenden Notenbank-Spekulationen im Hintergrund der aktuellen Stabilität. Es hat sich – vor allem wegen der weit, weit hinter den eigenen Prognosen zurückbleibenden Inflation – einiges an Hoffnung aufgebaut, dass Fed und EZB noch im März den Märkten den Rücken stärken werden.

Aber neben Geldpolitik und Ami-Wirtschaftsdaten bitte auch Richtung Fernost blicken! In Peking beginnt der Nationale Volkskongress. Das höchste Gremium der Volksrepublik berät auch Wirtschaftsreformen. China hatte letzten September und im Januar globale Börsenturbulenzen ausgelöst, daher schauen die Märkte genau hin. „Das sollten Sie auch“, mahnt die Deutsche Bank. Vor Beginn der jährlichen Sitzung hat die Ratingagentur Moody’s Chinas Ausblick auf „negativ” gesenkt. Denn die Gesamtschulden von Staat, Unternehmen und Privathaushalten sind inzwischen auf 247 Prozent des BIP angewachsen. Das Problem ist laut Moody’s vor allem die rasche Zunahme der Verbindlichkeiten, die größtenteils von den Staatsbetrieben stammt. Daher mahnt die Ratingagentur insbesondere deren Umstrukturierung vehement an. Stellt sich Peking dieser Herausforderung?

Look East aber nicht nur wegen China. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un (ich bleibe bei der offiziellen Agenturtitulierung, verkneife mir also jede flapsig-kritische Charakterisierung) hat die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel mit neuen Drohungen weiter verschärft. Kims Säbelrasseln dürfen wir nicht unterschätzen, weil er ja nicht mehr mit Säbeln rasselt!

Hier noch was asiatisch Positives: Die Nachrichten aus Indien werden immer besser – manchmal kann man den Eindruck gewinnen, die größte Demokratie der Welt mit ihren knapp 1,3 Milliarden Einwohnern würde für unsere Wirtschaft und Börsen ähnlich wichtig werden wie China. Nächste Woche gibt es eine hochkarätig besetzte Veranstaltung in Eschborn bei Frankfurt/Main mit dem Thema: „Indien ist zurück auf Wachstumskurs – Neue Chancen für den deutschen Mittelstand“. Ach, könnte man das auch von anderen großen Volkswirtschaften sagen. Fest steht: Wir müssen uns daran gewöhnen, dass Asien unseren Aktienmarkt auch in Zukunft bewegen wird, wahrscheinlich noch mehr als heute.

Post an den Börsenfuchs: boersenfuchs@onvista ( Zum Testbericht).de

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