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Mitmachen ohne Leichtsinn

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Hallo Leute! Ihr wisst ja, dass ich unerkannt auf allen wichtigen Anlegerveranstaltungen im ganzen Land rumschnüffele, um zu beobachten, was die Experten sagen und wie die deutschen Privatanleger ticken. Jüngste Erkenntnis: Der alte Spannungsbogen zwischen Angst und Gier gilt unverändert. Das ist halt menschlich.

Der Berliner Börsentag am vergangenen Samstag war ein voller Erfolg. Viele Besucher, die sich fast durchweg sehr zufrieden über die bunte Vortragspalette äußerten. Und die Aussteller meldeten „gute Gespräche“. Fast alle Börsentaggäste sind Aktien-Fans, wie eine Spontanumfrage im Rahmen der lenhaften und meinungsfreudigen Abschlussdiskussion ergab (auf der Bühne Hermann Kutzer, Robert Halver und Holger Scholze, präsentiert von OnVista ( Zum Testbericht)).

Wo ich immer meine Lauscher aufstellte – die Erleichterung über den zuletzt bombenfesten Aktienmarkt war überall zu hören. Und mit den steigenden Kursen steigt auch der Mut, sich wieder stärker zu engagieren. War das der Start der Jahresendrally? Und packt der Dax bald wieder seine historischen Höchststände vom April? Kann man ja verstehen, wenn das diskutiert wird. Doch, war echt gute Stimmung. Da macht Börse Spaß. Und wir Bullen fühlen sich bestätigt. Aber bitte nicht alle Vorsicht gleich über Bord werfen!

Ich wurde Ohrenzeuge von Diskussionen unter teils ziemlich weit angereisten Anlegern, die durch die starke Aktienerholung ermutigt worden sind, ihr Depot „mal zu durchforsten“ – so was ist immer sinnvoll. Da hörte man „Soll ich die behalten?“ oder „Wenn Europa kaputt geht, lieber nur deutsche Aktien kaufen?“ oder „Was halten Sie von China-Aktien?“ Mich hat aber voll überrascht, dass nur eine Minderheit von Privatanlegern ihre Aktienposition regelmäßig absichert. Als einer der Experten den übervollen Saal darauf ansprach („Wer von Ihnen begrenzt denn grundsätzlich die Verlustrisiken seiner Aktien?“), hoben sich nur einzelne Hände. Gut, meine Freunde, dass Ihr nicht so leichtsinnig seid!

Ich weiß natürlich, dass es eine ewige Fachdiskussion über den Sinn von Stop-Loss-Orders gibt (ich bin ja ein Freund der modernen Variante Trailing-Stop-Loss). Die Gegner winken vor allem deshalb ab, weil man bei Fehlsignalen der Charts zu schnell rausfliegt und dann nicht mehr dabei ist. Dem lässt sich entgegen halten, dass es ja nicht „verboten“ ist, in solchen Fällen schnell wieder einzusteigen. Außerdem wird gerne der Kostenaspekt ins Feld geführt. Jo. Aber jede Versicherung kostet nun einmal Geld. Und jeder von Euch sollte prüfen, ob er mit Instrumenten wie Stop-Orders, Put-Optionen oder Zertifikaten für seine Long-Positionen am Aktienmarkt klar kommt. Haaallo, es geht doch darum, dass man aus den bitteren Erfahrungen des Neuen Markts und der T-Aktie lernt! Meine (völlig unspektakuläre) Empfehlung: Erst sich selbst erforschen („Wieviel Risiko bin ich – ausgedrückt in Euro oder Prozent – bereit hinzunehmen?“) und dann gleich, ja schon unmittelbar beim Aktienkauf die individuelle Sicherungsmaßnahme treffen. Nicht erst, wenn es mit den Kursen abwärts geht. Denkt daran: Disziplinierte Verlustbegrenzung ist der erste Schritt zum Vermögensaufbau!

Post an den Börsenfuchs: boersenfuchs@onvista ( Zum Testbericht).de

Quelle: http://www.onvista.de/news/mitmachen-ohne-leichtsinn-16642367

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