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Morgen, Leute, wird’s was geben!

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Hallo Leute! Heute mal was zum mitsingen. Denn gestern Abend ist mir auf einmal das alte Weihnachtslied „Morgen, Kinder, wird’s was geben, morgen werden wir uns freun!“ in Erinnerung gekommen – klar, weil die Börsianer schon ganz hibbelig auf Mario Draghi warten. Der soll morgen weitere Geldspritzen bzw. Zinssenkungen seiner Europäischen Zentralbank verkünden. Seit Tagen ist alles andere Nebensache. Irgendwas wird’s wohl geben, da sind sich die Anlagestrategen ziemlich einig. Nur was? Die zweite Frage: Ist das, was es geben wird, in den Aktienkursen schon vorweggenommen, sind die Liquiditätsmaßnahmen also weitgehend „eingepreist“?

Ich will auf die Möglichkeiten hier und heute nicht im Einzelnen eingehen, denn erstens wäre es reine Spekulation und zweitens wissen wird’s ja morgen schon. Im Gegensatz zu den Kindern müssen wir nicht bis Weihnachten warten. Warten ist bei den Börsen-Fuzzies sowieso nicht beliebt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich der Dax erst einmal wieder abseilen würde, wenn’s morgen – aus welchen Gründen auch immer – gar nix gibt. Aber auch aus Börsensicht zu wenig würde Spuren in den Kursen hinterlassen. Das bisschen Inflationsanstieg bei uns im November von 0,3 auf 0,4 Prozent (das Wort Inflation trifft eigentlich immer noch nicht zu) sollte Draghis Aktionsbereitschaft aber nicht bremsen. Umgekehrt, wenn der (die) morgige Beschluss (Beschlüsse) richtig was bringen, dann dürften die Aktienkurse wieder den großen Gang für die Jahresend-Rally einlegen. Aber es kommt auch auf die begründenden Worte des EZB-Chefs an! Das ist ähnlich wie bei den Amis, wo die Erläuternden von Janet Yellen meist stärker auf die Märkte wirken als die Fed-Maßnahmen selbst. Ach ja, ganz schön kompliziert und voll schwer berechenbar.

Was meldet meine füchsische Nase? Es wird was geben, wie gesagt, und ich bleibe zuversichtlich für Dax & Co. – mehr liegt aber heute nicht in der Luft. Und dann gibt’s ja auch noch die mit ziemlicher Spannung erwarteten Arbeitsmarktdaten für Amiland, heute schon, die Hinweise auf den Termin der Fed-Zinserhöhung liefern sollen. Schon komisch, gestern plötzlich wieder Zweifel: Wall Street war von anderen Konjunkturindikatoren eher enttäuscht, so dass es sofort Spekulationen gab, die Notenbank werde vielleicht doch bis 2016 mit der Zinswende nach oben warten (nicht schon Mitte Dezember).

Dass grundsätzlich großes Interesse an der Aktienanlage herrscht, bestätigen mir jeden Tag die frisch eintreffenden Jahresprognosen der institutionellen Investoren. Ein traditionell gutes Zeichen für die Börsenverfassung ist außerdem, ob und wie die Kurse auf Nachrichten reagieren. Gerade jetzt haben wir neue Beispiele für die Sensibilität in beide Richtungen beobachten können – das Anlageinteresse wurde teilweise auf mittelständische Werte verlagert, was den MDax auf ein neues Rekordhoch getrieben hat, während die überraschende Ertragswarnung den Linde-Kurs in den Keller geschickt hat. Lassen wir uns morgen von Draghi überraschen – hoffentlich positiv!

Post an den Börsenfuchs: boersenfuchs@onvista.de

Quelle: OnVista (www.onvista.de)

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