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Und nun?

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Hallo, Leute! Ihr wißt ja, ich hatte mir die Ami-Zinswende für jetzt (gestern) gewünscht. Die meisten Marktteilnehmer glaubten aber schon nicht mehr daran. Janet Yellen und ihre Mannen haben den ersten Zinsschritt nach oben also verschoben – vielleicht nur auf Oktober, wahrscheinlicher aber auf Dezember. Voll unterschiedliche Spontanreaktionen von Asien bis Europa. Ich für meinen Teil bin enttäuscht. Denn es bleibt jetzt weiter ganz viel Unsicherheit in den Finanzmärkten. Die bezieht sich nicht nur auf den seit Ewigkeiten diskutierten Zinswende-Termin selbst, sondern man fragt sich natürlich: Sieht’s in der Welt doch vielleicht schlechter aus, als wir bisher glauben?

Nicht nur Schweizer Strategen geben sich aber auffallend cool und schreiben mir heute früh: Die Fed hat die Zinsen aufgrund von Sorgen über die Schwellenmärkte und China sowie über eine schwächere Inflation unverändert gelassen. Die Tür für eine Straffung in den kommenden Monaten bleibt aber offen. Wir halten nun eine Erhöhung im Dezember für wahrscheinlich. Darüber hinaus steigt die Wahrscheinlichkeit weiterer Lockerungsschritte von EZB und Bank von Japan. Interessant. Das wäre gut für unsere Aktien.

Nicht vorenthalten will ich Euch, meine Freunde, auch eine Studie namhafter, neutraler Analysten, die mich gestern Abend erreicht hat: Wenn die US-Notenbank einen Zinserhöhungszyklus einleitet, hat das eher positive Auswirkungen auf die Kurse vieler Investments, während die Volatilität an den Märkten eher abnimmt. Hey! Diese Aussage nach einer Untersuchung historischer Marktdaten widerspricht der verbreiteten Sorge unter Anlegern, dass Phasen der geldpolitischen Straffung zu mehr Volatilität und einer schwachen Wertentwicklung führen. Meine Rede. Der leichte Zinsanstieg muss der Welt nur richtig (= plausibel) verkauft werden!

Dax & Co. sind seit dem Bekanntwerden der Noch-Nicht-Zinswende erst einmal richtungslos hin und her gezuckt, dann in die Knie gegangen. Das ist ok, keine Überraschung, weil außerdem heute großer Verfalltermin ist. Und der vielkritisierte Euro beweist, dass er doch begehrt und keine schwache Währung ist. Vermutlich wird’s auch in den kommenden Wochen nicht viel anders – ziemliche Unsicherheit im Handel, häufig stärkere Kursschwankungen, insgesamt aber keine dauerhaft starken Veränderungen. Bis wir endlich mehr Klarheit haben. Deshalb kann ich den eher vorsichtigen Aktien-Fans nix Neues empfehlen: weiter zugucken. Die langfristig Mutigen werden sich jedoch die Hände reiben und den Dax jetzt sogar wieder unter 10.200 munter nachkaufen.

boersenfuchs@onvista.de

Quelle: http://www.onvista.de/news/und-nun-13653431

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