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Viele Empfehlungen für den Einkaufszettel

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Hallo Leute! Meine Überschrift vom Freitag gilt natürlich auch heute noch – Cash in de Täsch – warum nicht! Aber es soll ja Menschen geben, die so viel Kohle rumliegen haben, dass sie auch in der gegenwärtigen Kuddelmuddelphase irgendetwas tun wollen. Deshalb habe ich am Wochenende ein paar Stimmen gesammelt, die fürs Kaufen werben. Nee, nicht nur für Aktien. Fast alles kann offenbar wieder auf dem Einkaufszettel stehen. So schnell dreht sich die Stimmung. Ich spiel jetzt nicht die Rating-Agentur, die alle diese Analysen genau unter die Lupe nimmt und benotet. Aber glaubt mir, meine Freunde, unter allen Meinungen aus aller Welt hat mich zuletzt keine mit massiven Verkaufsempfehlungen erreicht! Ist das ein gutes Zeichen?

„Aktienmärkte wieder im Bullen-Modus“, klingt es bei Experten, die eine besonders klare Ansage machen wollen. Denn die sind überzeugt, dass es in den kommenden Monaten bei Dax & Co., bei Öl und Gold bergauf gehen wird. Vor allem bei Schwellenländern sowie bei Gold und Goldminenaktien sieht ein Fondsmanager aus antizyklischer Perspektive ein gutes Chancen-/Risikoverhältnis auf der Long-Seite. Und die Chinesen kommen in diversen Analysen wieder besser weg: Trendwende in China, heißt es da und dort: Die Kommunen des Landes verkaufen wieder deutlich mehr Land. Das will bebaut werden – zur Freude der Immobilienbranche. Der Staat freut sich zugleich über Mehreinnahmen aus den Grundstücksgeschäften, die in neue Straßen, Brücken und Schienen fließen dürften. Das stärkt Infrastruktur und Konjunktur. Bauwirtschaft und Staatsinvestitionen könnten Chinas Wachstum schon im vierten Quartal stabilisieren. Die Sorgen um eine weltweite Rezession würden dann verblassen. Hoffen wir, dass es so kommt!

Andere China-Fans blasen ebenfalls zum Kauf mit der Begründung: Aus fundamentaler Sicht sind chinesische H-Aktien, gemessen am HSCEI-Index (Hang SengChina Enterprise Index) extrem günstig bewertet. Das KGV liegt bei etwa 7 – wie zu Zeiten der Lehman-Krise. Aktien aus dem HSCEI-Index seien so günstig wie noch nie! Gleichzeitig wird vor einem A-H-Effekt gewarnt, denn A-Aktien gelten gegenüber H-Aktien noch immer als überbewertet. Der Bewertungsaufschlag soll etwas mehr als 30 Prozent betragen. In extremen Fällen kostet eine A-Aktien desselben Unternehmens das Vierfache der H-Aktie. Ein Thema für Spezialisten, am besten für erfahrene China-Fonds.

Anleger sollten sich derzeit auf Aktien und Hochzinsanleihen aus Europa konzentrieren, empfiehlt dagegen ein anderer internationaler Fondsanbieter. Die Anlageregion Europa sei momentan aus verschiedenen Gründen attraktiver als andere – und zwar insbesondere als die USA. Dies sei hauptsächlich auf die niedrigen Zinsen und die sehr lockere Geldmarktpolitik, den schwachen Euro sowie die niedrigen Ölpreise zurückzuführen, wird erklärt. Schweizer Freunde schreiben mir, Schwellenländeraktien seien aktuell attraktiv bewertet.

Überhaupt fällt auf, dass wieder mehr Portfolio Manager die Schwellenländer auf dem Zettel haben. Typisch: „Mit unserer Strategie fokussieren wir uns derzeit auf drei Hauptbereiche mit Anlagepotenzial: die profunden Wertchancen auf bestimmten Schwellenmärkten, Short-Engagements in US-Schatzpapieren bei steigenden Zinsen und flexibles Management auf den Währungsmärkten zum Eingehen von Long- und Short-Positionen. Ganz schön ausgefuchst, diese Strategie. Die ist nix für Anfänger.

Post an den Börsenfuchs: boersenfuchs@onvista.de

Quelle: http://www.onvista.de/news/viele-empfehlungen-fuer-den-einkaufszettel-15538713