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Was Anleger wollen

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Hallo Leute! Sicherheit, Rendite – was wollt Ihr eigentlich ? Ist eine wichtige Frage mit vielen Antworten. Ich erzähle Euch ja des Öfteren von allen möglichen Anlegerveranstaltungen, wo ich mich rumtreibe und meine Lauscher aufstelle. Kürzlich wurde ich Ohrenzeuge einer richtig lebhaften Diskussion zwischen einem Vertreter des Veranstalters, den Referenten und besonders engagierten Gästen dieses Events. Man unterhielt sich darüber, was gut war, was man besser machen kann – nach dem Schlussvortrag, beim Rausgehen, wurde also kreative Bilanz gezogen.

Viele erhoffen sich naturgemäß eine Antwort auf die klassische Was-kann-man-noch-kaufen?-Frage. Da wird auch beim Verlassen des Saals noch nachgehakt. Typisch und besonders ehrlich sind solche Damen und Herren (meistens im reifen oder sogar schon im Seniorenalter), die offen zugeben: „Es war sehr interessant heute, besonders die Vorträge von … und … haben mir gut gefallen. Aber ich hätte mir noch mehr ganz konkrete Empfehlungen gewünscht.“ Nicht selten wird in diesem Fall von einem anderen Anleger etwa folgendermaßen ergänzt: „Genau! So’n paar heiße Tipps haben gefehlt.“
Aber dann gehen die Wünsche ganz weit auseinander. Aktionäre sind fast alle. Die einen haben sich zu Selbstentscheidern entwickelt und sind vor allem dann besonders zufrieden, wenn sie sich durch die Experten bestätigt sehen. Andere suchen unabhängige Beratung, die ihnen keine hauseigenen Produkte aufschwätzt, möglichst nix kostet, Sicherheit garantiert und eine ordentliche Rendite erwarten lässt – also die berühmte eierlegende Wollmilchsau. Ein besonders häufiger Anlegerwunsch ist zu erfahren, welche „Asset Allocation“ aktuell angesagt ist: Wie sollte man sein Kapital sinnvoll aufteilen, wieviel Prozent für welche Anlageklasse?

Man könnte die Besucher von Anlegerveranstaltungen auch anders einteilen – in die wissbegierigen, die schnell ihren Notizblock zücken bis zu den rasch Gelangweilten, die im Verlauf gegen die Müdigkeit ankämpfen („Habe ich alles schon gewusst“). Reine Kugelschreibersammler, bei den Ausstellern auf Börsentagen besonders beliebt, sterben langsam aus. Alle zusammengenommen sind dann gar nicht mehr sooo unterschiedlich, wenn man sie mit möglichst konkreten Erklärungen, Prognosen und Empfehlungen versorgt.

Sorry, an dieser Stelle muss der Börsenfuchs trotz solcher Beobachtungen voll im Allgemeinen bleiben (statt „heißer Tipps“). Gerne gebe ich aber Erfahrungen weiter, die zahlreiche Privatanleger immer noch nicht auf ihrem Zettel haben. Die Wichtigste: Die eigene Risikobereitschaft definieren, erst dann die Chancen und Risiken einer Anlageform herausfinden – und danach handeln! Die konsequente Begrenzung des Verlustrisikos ist der erste Schritt zum Anlageerfolg. Dazu muss man wissen, dass Gewinne und Verluste von uns nicht in gleicher Weise wahrgenommen werden.

Vereinfacht gesagt, wir ärgern uns über Verluste intensiver als wir uns über Gewinne freuen. Das führt dazu, dass Gewinne oft zu früh und Verluste zu spät realisiert werden. Dazu kommt, dass die meisten Anleger entgangene Gewinne wie Verluste empfinden. Deshalb: Wenn Ihr jetzt schon vorne liegt, meine Freunde, dann lasst die Gewinne mit Dax & Co. weiter laufen – Ihr habt ja Eure Positionen abgesichert (hoffentlich!).

Post an den Börsenfuchs: boersenfuchs@onvista ( Zum Testbericht).de

Quelle: http://www.onvista.de/news/was-anleger-wollen-17197733

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