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„Weiter so, Dax!“

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Hallo, Leute! War der Horror-August ein Ausrutscher, gar eine gesunde Korrektur? Bringt der statistisch böse September die Hoch-Stimmung zurück? Vorsicht, nicht so schnell! Aber die Bullen scharren seit ein paar Tagen wieder mit den Hufen. Und selbst die Journalisten vom „Handelsblatt“ jubeln, vergessen ihre eigentliche Aufgabe als Beobachter und appellieren an unseren Aktienmarkt durch eine nicht gerade alltägliche Überschrift: „Weiter so, Dax!“ Nix dagegen. Nur fällt es mir schwer – obwohl unverändert bullisch gestimmt -, den Hebel einfach umzulegen. Beim Bergsteigen leichtsinnig zu werden, ist gefährlich!

Wie immer, wenn die Börse keine klare Richtung kennt, gehen die Analysen und Prognosen der Damen und Herren Experten weit auseinander. Das gilt speziell für die Interpretationen der aktuellen Wirtschaftszahlen und Konjunkturfrühindikatoren. Aber selbst die diversen Stimmungsindikatoren, die auf der Grundlage von Anlegerbefragungen ermittelt werden, geben kein klares Bild. Und wenn sich beim „Sentiment“ eine deutliche Veränderung einstellt, dann kommt oft der Hinweis der den Verhaltensforscher, dass man die Aussage nicht so nehmen dürfe wie sie ist, denn es handele sich ja um einen „Kontraindikator“ – Beispiel: Sind die auskunftsfreudigen Anleger optimistisch, ist das kein gutes Zeichen, weil sie wahrscheinlich schon (fast) alles investiert haben.

Deshalb fällt seit dem August-Tief auf, dass es immer mehr Fragezeichen gibt. Anders ausgedrückt: Ihr könnt Euch aussuchen, meine Freunde und Kritiker, welche Einschätzung der Weltwirtschaft und der Finanzmärkte Ihr für Euch übernehmt. Das sollte fortgeschrittenen Privatanlagern, den Selbstentscheidern, nicht schwer fallen. Tipp von mir: Wenn Ihr jemand begegnet, der so tut, als wisse er ganz genau, wo’s lang geht – macht einen Bogen um ihn!

Die China-Grippe könnte sich auch als bloßer Reizhusten erweisen. Jo. Und die Ami-Konjunktur läuft immer besser. Die Zinswende der Fed gilt als eingepreist. Wir Europäer sind im Kommen, wenn auch mühsam. Und Deutschland selbst ist überrascht vom neuen Export-Rekord im Juli. Wo ist also das Problem?

Das Wort gefällt mir nicht. Nur: Es gibt genug seriöse Fachleute (vor allem in Ami-Land selbst), die nicht die rosarote Brille aufhaben. Da wird den Chinesen total misstraut – das tatsächliche Wirtschaftswachstum soll spürbar niedriger als die offiziell genannten Zahlen ausfallen. Den Bären gilt außerdem auch die Erholung bei den Amerikanern als fragwürdig: Die US-Wirtschaft sei in Wirklichkeit schwächer als die veröffentlichten Zahlen vermuten lassen. Auch das und ähnliches kann man also lesen.

Dem halten Bullen entgegen, wie ich gerade heute Morgen lesen konnte: Ja, an der Wall Street herrscht noch Unsicherheit. Doch sind die Folgen der Dollar-Stärke beherrschbar. Aber Investoren sorgen sich auch um die Konjunktur in den Schwellenländern und die niedrigen Rohstoffpreise. Beides dürfte sich aber 2016 stabilisieren. Dann stünde einem kräftigen Gewinnwachstum im S&P 500 wenig im Wege, nicht einmal sanfte Zinserhöhungen durch die Fed. Bis Ende kommenden Jahres könnte der US-Index um rund 15 Prozent anziehen.

Interessante Aussichten, besonders für Anleger aus Euroland. Stimmt, wenn die Bullen Recht behalten. Den Dax auf dem aktuellen Niveau, aber selbst bei etwa 11.000 Punkten halte ich auf jeden Fall für kaufenswert.

Post an den Börsenfuchs: boersenfuchs@onvista ( Zum Testbericht).de

Quelle: http://www.onvista.de/news/weiter-so-dax!-12941975

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