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Wenn die Bayern doch an der Börse wären …

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Hallo, Leute! Früher haben europäische Börsianer beim Frühstück schon mal nachgeguckt, was die Japaner machen. Inzwischen interessiert man sich mehr für die Chinesen, deren Tendenzeinflüsse bis zur Wall Street reichen. Trotzdem halte ich es für übertrieben, wenn behauptet wird, die Turbulenzen in Schanghai würden unsere Anleger stark verunsichern. Ja, China kann in unseren Breiten die Börsenstimmung mitbeeinflussen, mal so, mal so. Aber unsere Maßstäbe sind nun einmal westliche. Deshalb wird aus Unkenntnis oder Unverständnis bei uns viel Meinungsunsinn verzapft, insbesondere in den Medien. Bei dieser Gelegenheit: Bitte keine weiteren Zusendungen von Stellungnahmen, Analysen und Prognosen mehr! Vor allem chinakritische Geister schicken mir in letzter Zeit seitenweise Material. Glaubt mir, das meiste kenne ich. Und aus dem Ausland krieg ich zugleich mindestens so viele Kaufempfehlungen.

Ach ja, und dann die vehementen Proteste wegen Chinas Wirtschaftsdaten, weil sie nach Meinung der Meckerfritzen gefälscht sind – jetzt geht es um die aktuellen Wachstumszahlen. Es geht um die 7 Prozent Steigerung des BIP. Eine geradezu magische Zahl. Denn als die im letzten Fünfjahresplan angepeilt wurden, gab’s bei uns lange Gesichter nach dem Motto: Oha, das Zeitalter zweistelligen Wachstums geht zu Ende (nur noch 7 Prozent …). Jetzt wird das auch fürs zweite Quartal gemeldet. Ist besser als von unseren Analysten erwartet. Die Börse freut sich, aber gleich mutmaßen die Medien, dass die guten Zahlen (ach nee, jetzt sind sie auf einmal wieder gut) gefälscht seien. Denn chinesische Statistiken sind ja grundsätzlich manipuliert, dass weiß doch jeder. Jeder weiß auch, dass die Amis immer an ihren Konjunkturindikatoren herumbasteln. Und die deutschen Inflationszahlen sind sowieso falsch (komisch, dass das in letzter Zeit nicht mehr zu lesen war).

Ich mag die Chinesen. Und sie werden für uns in jeder Hinsicht, eben auch aus Sicht der Kapitalmärkte immer wichtiger – als Investoren. Der FC Bayern mag sie auch. Seine PR- und Testspielreise ist für alle Beteiligten was ganz Besonderes. Habt Ihr das Spiel In Peking und die Fans verfolgt? Einfach stark. Und professionell: eigene chinesische Web-Seite, China-Online-Shop, China-App, Kooperation mit dem chinesischen Staats-TV. Dazu am Wochenende die FAZ: „Mir san China.“ Man schätzt die Zahl der FC-Bayern-Sympathisanten auf 90 Millionen Chinesen. Diese Zahl ist zufälligerweise identisch mit der Menge chinesischer Aktionäre. Nicht nur deshalb wünsche ich uns allen endlich einen Börsengang unserer erfolgreichsten Mannschaft. Sie waren ja schon dicht dran ( ich hab mich mit Uli Hoeneß schon vor vielen Jahren darüber unterhalten).

Ja, ja, es mag übertrieben klingen, aber: Der FC Bayern München wäre mit Sicherheit nicht nur für alle in- und ausländischen Anleger eine höchst attraktive Aktie und eine international beachtete Bereicherung der Dax-Familie. Die Chinesen, die sowieso noch Streuung von Chancen und Risiken lernen müssen, würden sich garantiert auf die Anteile der „Roten“ stürzen – nicht nur die vielen Zocker und die kreischenden Mädels, die längst ihr Bayern-Trikot tragen. Und das Wichtigste: Letztlich könnte unser Aktienmarkt insgesamt über die Bayern von der „chinese connection“ profitieren!

boersenfuchs@onvista ( Zum Testbericht).de

Quelle: http://www.onvista.de/news/wenn-die-bayern-doch-an-der-boerse-waeren-8991251

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